FiiO X5 III: Wieder möchte ein High-Res-Musikplayer die Herzen der Musikliebhaber erobern. Und ja, das könnte er auch schaffen. Warum? Das lesen Sie in unserem Test.

Eine Tatsache ist nicht von der Hand zu weisen: Smartphones sind universelle Wunderwerke der Technik. Sie können unwahrscheinlich viel. Angefangen von telefonieren über fotografieren hin zu Video- oder Musikwiedergabe. Jeder weiß jedoch, dass das Smartphone einen Fotoapparat nicht ersetzen kann. Darüber wird es keine Diskussion geben und viele Endverbraucher haben eine zusätzliche Kamera in Benutzung. Aber warum nutzt nicht jeder einen Musikplayer? Denn dieser ist für eine gute Musikwiedergabe die bessere Wahl.

Beide Kopfhörerausgänge befinden sich auf einer Seite mit dem Micro-USB-Anschluss zum Aufladen des Akkus. Über letzteren können auch Dateien auf den Player gespielt werden

Optik und Haptik

Der neue FiiO X5 in der 3. Generation ist nach dem Vorbild des Flaggschiffes X7 gebaut worden und in drei modischen Farben (eloxiertes Aluminium-Rot, Titanium und das klassische Schwarz) erhältlich. Im Gegensatz zu den Vorgängergenerationen besitzt er kein Click-Wheel-Rad, sondern einen Touch-Bildschirm in der Auflösung von 800 × 480. Er ist fast genauso groß wie ein aktuelles Smartphone, jedoch fast doppelt so dick. Dadurch wirkt er nicht zerbrechlich und ist mit 186 Gramm deutlich leichter, als seine Größe vermuten lässt. Auf Lautstärketasten verzichtet FiiO, stattdessen spendieren sie dem neuen X5 ein Scrollrad, das sich haptisch sehr gut anfühlt. Er füttert sowohl unsymmetrische 3,5 mm als auch 2,5 mm symmetrische Kopfhörer mit Musik und bringt zusammen, was zusammen gehört. Die angeschlossenen Kopfhörer können eine Impedanz von bis zu 150 Ohm haben. Bluetoothfähig ist er natürlich auch. Mit unserem Bluetooth-Lautsprecher, der Musicbox S von Canton, lässt sich der Player problemlos verbinden. Einzig die Lautstärke des Speakers wird nicht über den Regler des X5 gesteuert, sondern nur die gesendete Lautstärke.

Der digitale Equalizer wird grafisch super dargestellt und lässt sich einfach bedienen

Software

Der FiiO X5 III ist kontaktfreudig, denn er spricht auch mit PCs mittels USB-DAC mit 24 Bit/192 kHz, gibt Musik über seinen koaxialen Digital- oder Line-Ausgang aus und kann mit allerlei Zubehör kombiniert werden. Durch zwei Speicherkartensteckplätze kann der interne Speicher von 32 GB auf 512 GB erweitert werden. Mit dem Schnellladesystem wird er innerhalb von 90 Minuten aufgeladen, um dann wiederum 10 Stunden Musik abzuspielen.

Die Audio-Architektur auf Android-Basis wurde selbst entwickelt und besitzt einen PureMusic-Modus, wo alles, was nicht klanglich relevant ist, schlicht abgeschaltet wird. Als Alleskönner spielt er alle Dateiformate inklusive High-Res-Audio-Dateien ab. (Er spielt: DSD, DXD, FLAC, ALAC, APE, WAV, WMA, AIFF, MP3, AAC und OGG). Um die Daten auf dem X5 zu speichern, wird er einfach an den PC angeschlossen und kann damit als externe Festplatte genutzt werden.

Die Lautstärke wird mit Hilfe eines Scrollrades bewerkstellig. Sogar Start und Titelsprünge kann man mit analogen Tasten vornehmen

Ein weiterer Vorteil des Androidbetriebssystem liegt darin, dass man aus einem veränderten Play Store zur Zeit 24 verschiedene Musikdienste wie Spotify oder Tidal über WLAN herunterladen kann. Ebenso besitzt der X5 einen Browser, mit dem man im Internet surft. Ein digitaler Equalizer findet im FiiO X5 Verwendung. Dieser besitzt acht Voreinstellungen und eine benutzerdefinierte für die eigenen Vorlieben bei der Musikwiedergabe.

Im Player verbirgt sich noch eine besondere Einstellung: Gain. Hier kann man zwischen Low (Voreinstellung) oder High wählen. Während wir den Klängen lauschen und die Lautstärke bis zum Anschlag voll aufdrehen, würden wir gerne die Kopfhörer absetzen, so laut ist die normale Einstellung. Doch als wir zu „High“ wechseln, explodieren unsere Test-Kopfhörer von Beyerdynamic. Schnell drehen wir die Lautstärke wieder herunter und staunen nicht schlecht: Qualitativ gibt es dadurch nochmal einen Sprung nach oben.

Klang

Um die klangliche Ausdruckskraft und Wiedergabe des FiiO X5 III zu testen, nutzen wir die Musik von unserem Download-Sampler von HighResAudio der letzten Ausgabe. Ein Titel hat es uns besonders angetan: „Head High Water Blues“ von Honey Island Swamp Band aus dem Album „Demolition Day“. Dieser Blues gepaart mit Funk-Elementen wird so energiegeladen an unser Ohr transportiert, dass wir nur staunen. Der Bass ist angenehm druckvoll und erdrückt nicht das Gesamtkunstwerk. Selbst als wir den Equalizer ausprobierten, konnten wir nur Positives feststellen. Keine Einstellung brachte den Player ins Schwitzen. Sanft und mit voller Energie fließt die Stimme von Diana Panton an unsere Ohren. Mit ihrem Titel „In A World Of My Own“ ist ihr ein Hit gelungen, der unser Musikerherz mehr als erfreut.

Filigran und mit Leichtigkeit können wir jedes Instrument und deren Obertöne vernehmen. Der Anschlag der Saiten der Gitarre erklingt zart und so nah, als säße man neben dem Gitarristen. Hier müssen wir auch mal ein explizites Lob vergeben. Nicht nur den Künstlern, sondern auch dem Aufnahmestudio, das die Musik so grandios abgemischt hat, dass der Player diese so präzise wiedergeben kann. Alles in allem ist der FiiO X5 eine Anschaffung, mit der man noch lange Freude haben wird.

weitere Infos unter: www.fiio-shop.de

Test: FiiO X5 III - Ein superlativer Musikplayer
Der FiiO X5 III liefert Resultate, die über dem angesetzten Preis liegen. Auch in der restlichen Ausstattung muss er sich nicht verstecken. Einzig das Gewicht wäre ein kleiner Kritikpunkt, jedoch ist die verbaute Technik jedes Gramm wert. Der High-Res-Player liefert ein grandioses Klangerlebnis und wird noch lange hoch in unserer Gunst stehen.
Wiedergabequalität89%
Ausstattung/Verarbeitung89%
Benutzerfreundlichkeit88%
Preis-/Leistungsverhältnis88%
Vorteile
  • symmetrischer Ausgang
  • kristallklare Wiedergabe
  • hochwertige Verarbeitung
Nachteile
  • etwas schweres Gewicht
89%FiiO X5 III
Leserwertung: (2 Votes)
90%

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