Ein neues analoges Musikmedium namens Ionic Originals wollen die Musiker Bob Dylan und T-Bone Burnett etablieren. Es soll den ersten Durchbruch in der analogen Klangwiedergabe seit mehr als 70 Jahren bringen.

Da hat sich der preisgekrönte Plattenproduzent und Musiker T-Bone Burnett aber was vorgenommen. Er hat ein neues physisches Musikformat namens Ionic Originals entwickelt und will es zuerst für ein Projekt mit Bob Dylan einsetzen. Das neue analoge Musikmedium ist quasi ein Hybrid aus Vinylschallplatte und CD: eine Aluminiumscheibe, in die in Form einer Spirale Musik eingeätzt wird. Wenn die Scheibe gedreht wird, kann diese Spirale mittels „Stift“ abgetastet und wieder gegeben werden.

Zusätzlich schreibt T-Bone Burnett in seiner Pressemitteilung von einem Lack, der auf der Scheibe aufgebracht ist und vergleicht sie deshalb mit einem Gemälde. Außerdem schwärmt er von der unvergleichlichen Wärme analoger Musikpressungen und dass die Ionic Originals Archiv-Qualität besitzt.

„Es ist von Archivqualität. Es ist zukunftssicher. Es ist einzigartig. Ein ionisches Original ist nicht nur das Äquivalent eines Gemäldes, es ist ein Gemälde. Es ist mit Lack auf eine Aluminiumscheibe gemalt, in die durch Musik eine Spirale eingraviert wurde. Dieses Gemälde hat jedoch die zusätzliche Qualität, dass es diese Musik enthält, die man hören kann, wenn man einen Nadel in die Spirale steckt und sie zum drehen bringt.“

T-Bone Burnett über Ionic Originals

Wenn wir das alles aber herunterbrechen, handelt es sich um eine Art Schallplatte, die auf ein langlebigeres Material setzt. Mehr nicht.

Hat Ionic Originals eine Chance?

Wir denken, das neue Medium könnte seine Käufer finden, sofern sich die Ionic Originals auf einem normalen Schallplattenspieler abspielen lässt. Sie wäre dann sowas wie die Premium-Ausgabe einer Vinyl-Schallplatte, die durch besondere Langlebigkeit auffällt. Wenngleich wir davon ausgehen, dass dieses neue Format eher eine Nische besetzt.

Braucht Ionic Originals aber einen extra Player bzw. Abspielgerät, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt. Der Markt für analoge Musikwiedergabe ist – trotz der Höhenflüge von Vinyl und zuletzt auch wieder der CD – einfach viel zu klein, damit sich der Einstieg in ein neues System für die großen Musikunternehmen und HiFi-Hersteller lohnt.

Ereilt Ionic Originals das Schicksal der Code (Disc)?

Wir hoffen, dass Ionic Originals nicht zu einer neuen Code (auch ΧΟΔΕ geschrieben) Disc wird. Diese Art Disc hatte Burnett 2008 entwickelt. Man konnte sie auf jedem DVD-Player abspielen und sie bot für damals eine sensationelle hohe Auflösung von 24 Bit bei 96 kHz. Doch mehr als eine handvoll Veröffentlichungen erschienen nie auf dem ΧΟΔΕ Format.

T-Bone Burnett hat mit NeoFidelity eigens ein neues Unternehmen gegründet, das Ionic Originals vermarkten soll. Ob zusätzliche Hardware benötigt wird oder ab wann die neuen Scheiben in den Handel kommen steht noch nicht fest. Wir halten Sie hier auf likehifi.de auf dem Laufenden wie es mit Ionic Originals weitergeht.

► Lesen Sie hier: Vinyl Boom hält an – Rekordverkäufe in Großbritannien (UK) wie 1990

AUDIO TEST Ausgabe 04/2022 Lautsprecher Plattenspieler Review Magazin

+++ Die neue AUDIO TEST Ausgabe ab 10. Mai 2022 im Handel oder ganz einfach und bequem nach Hause bestellen:www.heftkaufen.de/audio-test

Oder gleich ein Abo abschließen und das Heft pünktlich und direkt frei Haus liefern lassen:www.heftkaufen.de/abo-audio-test +++

Bildquellen:

  • Burnett mit Ionic Originals: © Jason Myers / Ionic Originals