Musik: Jazzrausch Bigband – Mahler’s Breakdown (ACT)

Nach zwei eigenen Techno-Jazz-Alben hat Jazzrausch Bigband nun einen weiteren Klassiker als Inspiration genommen: Gustav Mahler. Ihr neues Album „Mahler’s Breakdown“, das wieder beim Label ACT erschienen ist, konzentriert sich nicht auf eine Sammlung verschiedener Kompositionen, sondern auf ein zentrales Werk: die berühmte 5. Sinfonie in cis-Moll von Gustav Mahler.

Wo Techno und Klassik zusammentreffen

Mahlers Streben nach einer neuen musikalischen Sprache wird nun knapp 110 Jahre später geschickt fortgeführt. In der 50-minütigen Techno-Version entfesselt die Jazzrausch Bigband ihre instrumentale Vielseitigkeit. 15 Musikerinnen und Musiker bringen die Musik von Mahler und Kuhn mit energiegeladenen Improvisationen in die Gegenwart – ein Rave zum Zuhören, eine Sinfonie zum Tanzen. Auf Roman Sladeks Wunsch hin, wurde sogar ein Satz aus Mahlers 3. Sinfonie als Zugabe mit ins Album genommen. Sladek wollte schon immer deren Posaunen-Passagen einspielen.

Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie die Band das schwere Blech im „Trauermarsch“ einführt. Während das Piano einen Groove erzeugt und alle zusammen die Melodie zum Tanzen bringen, geht das Saxofon immer wieder improvisatorisch dazwischen. Die Band lässt alles nach einem Tonart-Wechsel den Höhepunkt erreichen und klingt schließlich mit einem Einstiegs-Klick aus – ein Arrangement, das für diese Band und ihren Stil perfekt ist.

Ähnlich faszinierend ist der zweite Hauptsatz der Sinfonie „Stürmisch bewegt. Mit größter Vehemenz“, wie es Mahler beschrieben hat und der träumerische vierte Satz „Adagietto. Sehr langsam“.

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Hören Sie hier in das gesamte Album.

Jazzrausch Bigband: Was hätte Mahler dazu gesagt?

Zugegebenermaßen ist die Techno-“Verjazzungsmethode“ der Jazzrausch Bigband nicht neu und Geschmackssache. Dennoch ist sie zweifellos intelligent, virtuos und mitreißend inszeniert. Ähnlich wie es der Jazzrausch Bigband gelungen ist, ein neues, junges Club-Publikum für den Jazz zu gewinnen, könnte ihnen mit „Mahler’s Breakdown“ auch der Durchbruch im aufgeschlossenen Segment der Klassikhörer gelingen. Beim Hören von „Mahler’s Breakdown“ erscheint es uns, dass Mahlers Werk 110 Jahre auf diese Neuinterpretation nur gewartet hat. Ein spannendes und mutiges Experiment, das absolut gelungen ist – Tipp!

Webseite: www.jazzrauschbigband.de

▶ Lesen Sie hier: Was Jazz-Fans ebenso beeindruckt, ist diese Platte.

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Fazit
AUFNAHMEQUALITÄT
ATMOSPHÄRE
KULTFAKTOR
ANSPRUCH
4.4

Bildquellen:

  • Die Jazzrausch Bigband „Mahlers Breakdown“ Album Cover: ACT