„Guzuguzu“. Auf diesen ungewöhnlichen Namen hört das aktuelle Album des Helge Lien Trios. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und beschreibt, wie sich „langsam bewegen“ anhört.

Vom Wort zum Klang

Um den Zusammenhang zur Musik des Jazz-Albums herzustellen, war etwas Recherche notwendig. Es gibt den Begriff Onomatopoesie, was nichts anderes bedeutet, als Klänge in Worte zu fassen. Die umgekehrte Vorstellung war der Ausgangspunkt für das Album „Guzuguzu“. Jeder einzelne Track bezieht sich auf einen onomatopoetischen japanischen Begriff und der mit ihm verbundenen Assoziation. 

Wie klingt ein Lächeln? „Nikoniko“. Wie kann man das Geräusch beschreiben, wenn man sich im Kreis dreht?

Helge Lien erzählt

Helge Lien ist es gelungen, eine faszinierende Geschichte zu komponieren. Auch wenn die Vorbereitungen auf das Projekt fast ein ganzes Jahr gedauert hatten, konnte „Guzuguzu“ in einem einzigen Take aufgenommen werden. Lien meint: „ Als wir uns also im Rainbow Studio für die Sessions getroffen haben, was das Album praktisch fertig, um nicht zu sagen ‚garari‘. Wenn ich es mir heute anhöre, bin ich verblüfft darüber, wie nahe es einer Live-Performance kommt.“

Komposition und Improvisation

Auf sein 2-Phasen-Modell angesprochen erläutert der Norweger: „Für mich gehören Komposition und Improvisation untrennbar zusammen. Ich versuche immer, beim Improvisieren ein Komponist zu sein und verwende Improvisation als Werkzeug beim Komponieren. Das Komponieren liefert einen Rahmen, der den Hörer sicher durch die musikalischen Geschichten lenkt. Die Improvisation wiederum erzeugt Überraschungen und einen unvorhersehbaren, lebendigen Klangstrom.“

Alle Stücke des Albums „Guzuguzu“ komponierte Lien selbst. Für deren Umsetzung suchte sich der norwegische Jazzpianist Frode Berg (Bass) und Per Oddvar Johansen (Schlagzeug) aus.

Frode Berg und Helge Lien sind spätestens seit „Hello Troll“ (2008) und „Natsukashii“ (2012) miteinander vertraut. Entsprechend eingespielt gelangen wunderbar virtuose Aufnahmen, die eindrücklich vermitteln, welch bildhafte Wirkung Musik haben. Sehr eingängig und in sich stimmig sind, trotz reichhaltiger Improvisationen, Melodien entstanden, die auch nicht eingeweihte Jazz-Fans begeistern werden.

Erschienen ist das Album bei Ozella Music.

 

Musik: Guzuguzu - Fantastischer Jazz vom Helge Lien Trio
AUFNAHMEQUALITÄT
ATMOSPHÄRE
KULTFAKTOR
ANSPRUCH
4.3Gesamtwertung

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