Kurz vorm Start seines neuen Albums „Herz“ meldete sich der Deutschrapper Moses Pelham in einem persönlichen Interview zu Wort. Wir präsentieren zur heutigen Veröffentlichung der Platte eine ungekürzte Version des ausführlichen Gesprächs.

Moses Pelham beantwortet unter anderem Fragen zum neuen Album und gibt Einblicke in seine Gefühlswelt.  Was ihn zu „Herz“ bewegte, welche Erwartungen er an das Album hat und wie der Sound entstand.

Wie fühlst du dich eine Woche vor Release der Platte?

Wie fühlt sich’s an so kurz vor Release der Platte? Das ist immer so…freudig erregt – würde ich sagen. 

Bist du auf das Feedback der Leute gespannt?

Ja, also wenn du vier Jahre an einer Platte gearbeitet hast, alles Mögliche verworfen, du hast wirklich die Essenz dieses Wirkens, dann willst du auch, dass irgendjemand das braucht. Also, das, ähm, ich habe mal behauptet, ich mache diese Platten nur für mich und der Rest ist mir egal.

Das stimmt einfach nicht. Also, klar mache ich die Platte für mich, aber mit dem Aufwand, mit dem ich das mache, da geht das nicht ohne, dass das jemand auch annimmt. Das hat ja auch immer was von Senden und da will man auch, dass irgendjemand empfängt.

Warum war nach »Geteiltes Leid 3« Schluss mit der Trilogie?

Naja, nach »Geteiltes Leid 3« muss allein deshalb Schluss sein mit der Trilogie, weil eine Trilogie keinen vierten Teil haben kann. (lacht)

Warum war nach der »Geteiltes Leid«-Reihe Zeit für etwas Neues?

Naja, also, als ich die Entscheidung traf, eine Trilogie zu machen, 1998, da hatte ich ja keinen blassen Schimmer auf was ich mich da einlasse, ne? Ich war damals der Auffassung: »Worüber soll ich sonst Platten machen, wenn nicht über geteiltes Leid?« Das hat sich ja auf dem Weg auch geändert, ne? Ich war dann aber dieser Idee von 1998 verpflichtet, das zu Ende zu bringen und ich glaube, dass hat mein, ne dauernde Beschäftigung damit, hat auch mein Leben verändert. Und zwar nicht nur zum positiven.

Also das ist eine tolle Sache, Dinge festzuhalten, die einem missfallen und darüber nachzudenken und so. Das ist bestimmt auch eine Form der Therapie und auch sich kennenzulernen. Nur diese nahezu Beschränkung darauf und diese übermäßige Auseinandersetzung damit hat auch einen negativen Effekt.

Ich meine, ist doch klar. Wenn du immer nur auf die negativen Dinge schaust, das macht doch was mit deinem Leben. Von daher bin ich sehr froh, dass im Verlauf dieser Platten »Vom Durchbrechen des Teufelskreises« dazukam und das bei »Geteiltes Leid 3« aus meiner Sicht auch gelang, da eine Perspektive zu zeigen. Eine gewisse Hoffnung, eine gewisse Konstruktivität auch da drin zu haben. Und wie das aufhört, mit dem letzten Stück »Halt aus« ist für mich auch ein wunderbares Ende davon.

Also ich bin sehr froh, das gemacht zu haben, aber ich bin auch sehr froh, das abgeschlossen zu haben. Jetzt wirklich fromm, frei zu sagen: »Was machen wir denn heute?« Ohne so eine Überschrift, in deren Kontext das, was du da tust, auch passen muss. Also ein Stück wie »M zum O« oder »Momomomoses Pelham« hätte es auf »Geteiltes Leid« einfach nicht gegeben. Versteh mich nicht falsch. Ich finde gerade »Geteiltes Leid 3« eine wunderbare Platte, aber ich möchte jetzt etwas anderes machen.

Was ist die Idee hinter dem Album »Herz«?

Also »Herz« ist kein Konzeptalbum oder so etwas, ne? »Herz« ist die Sammlung der 12 stärksten Stücke, die in den vergangenen fünf Jahren unter der Überschrift »Moses Pelham rappt« passiert sind. Erst im Verlauf der Platte…ich habe seitenlange Ideen für einen Namen für diese Platte gehabt, ne? Wenn du dir 15 Jahre in der ganzen »Geteiltes Leid«-Trilogie nie irgendeinen anderen Namen als »2« und »3« überlegen durftest, dann hat sich viel angestaut. (lacht) Und »Herz« war aber dann was, unter dem sich das, was da passierte, für mich wunderbar fassen ließ. Das war einfach eine schöne Überschrift dafür.

Weißt du, diese naheliegenden Assoziationen: Das selber ausschütten, es öffnen, das Goethe-Zitat »Es muss von Herzen kommen, was von Herzen wirken soll.« und dergleichen. Auch das Herz, das in dieser Perspektive steckt, weißt du, dessen Verletzungen ein Grund für »Geteiltes Leid« war, das sich aber befreien will von diesem Teufelskreis des verletzt werden, sich darüber beschweren, allein auf Grund dessen wieder verletzt werden.

Wann war dann der Punkt angelangt, an dem du gesagt hast: »Das ist fertig, das ist ›Herz!‹«?

Ja, also, Anfang des Jahres war für mich eigentlich klar, dass ich die Stücke für »Herz« zusammenhabe und es nur noch um Details in der Produktion dieser Stücke geht. Wie gesagt, ich habe auf dem Weg ganz viele Stücke gesammelt, die zum Teil nicht fertiggestellt wurden, andere sind pretty much fertiggestellt worden.

Aber diese Sammlung machte für mich irgendwie einen guten Eindruck. Man fängt dann auch, als ich fange dann auch relativ früh an, da alleine, wenn ich mir Playlists mache, Reihenfolgen zu testen und das fühlte sich so im Ablauf vernünftig an. Wie gesagt, da gab es bei einzelnen Stücken immer noch Baustellen, wo man sagt: »Ja, mit dem Gesang bin ich noch nicht zufrieden, müssen wir noch ein bisschen bearbeiten.« Man ist dann ja doch bis zur letzten Minute dran, auch wenn man längst fertig ist. (lacht) Aber so Anfang des Jahres wusste ich, wo die Reise hingeht. Ich schickte ja auch zu Weihnachten an die Mitglieder des Supporterclubs schon »Neubeginn« – »Kameraden, wir sind dran!« (lacht)

Moses Pelham HerzWie schreibst du denn deine Texte?

Ach diese Textschreiberei, du. (lacht) Also es ist so, dass ich in der Regel ein rudimentäres Playback habe. Das sind meist so vier bis acht Takte, die im Loop laufen, in denen genug passiert, das ich dadurch inspiriert werde und mich flasht. Aber kein Arrangement oder dergleichen, das ablenkt. Das ist in der Regel echt die Essenz, aus der dieses Lied dann entsteht.

Und das höre ich stundenlang. Und dann kommen Dinge zu mir. Ich mache mir Notizen – manchmal gereimt, manchmal noch ungereimt. Ich versuche, das so unterbewusst wie möglich zu halten, weil diese Dinge passieren können, die für mich so wunderbar, weil so unkontrollierbar sind.

Ich habe da ja in den letzten Platten immer wieder neue Formulierungen gefunden: Ich glaube, in »Ein schöner Tag« sage ich »Gott flüstert in mein Ohr und ich schreib’ nieder, was er sagt«. Oder in »Für die Ewigkeit« sage ich »Sie denken, ich sei Autor, dabei ist das mehr wie Channeling.« In »You remember« sage ich »Bitte gib mir Zettel und Stift, Homie, Gott diktiert mir gerade ›Da ist Rettung in Sicht‹.« Das ist das, was da passiert.

Wie gesagt, ich glaube, dass das, was da passiert mich deshalb so fasziniert, weil es ganz und gar außerhalb meiner Kontrolle liegt. Ich habe in »Wenn ich schreib’« auf »Geteiltes Leid 2« auch schon mal formuliert, dass dabei Dinge über mich auf dem Blatt landen, von denen ich überhaupt nichts wusste. Das ist eine verrückte, aber auch ganz, ganz wunderbare Art und Weise sich selbst kennenzulernen.

Und wir sprachen ja auch schon mal darüber, dass dieses Reimen und das Experimentieren mit den Silben da auch noch mal etwas freisetzt. Das ist echt schwer in zwei oder drei Sätze zu fassen. Am schönsten ist es wirklich, wenn da keine Kontrolle ist und wenn es nicht so ist: »Ah, was will ich denn sagen?«, sondern ich einfach aufschreibe, was da ist. Und viel später beginne ich, das in eine Form zu bringen und auszusortieren. Ich habe da oft irgendetwas zwischen acht und 16 Seiten, die dann zusammengekürzt werden und dann auch oft erst Reime gefunden werden. Das ist oft auch eine ziemliche Bastelei, aber macht mir auch große Freude.

Gibt es denn trotzdem so etwas wie Inspiration und wenn ja, woraus ziehst du die?

Es gibt da zwei Komponenten aus meiner Sicht. Oder sagen wir drei. Zum einen ist da dieses kleine Stück Musik, dass da die ganze Zeit läuft, ohne dass da auch nix passiert. Ich schreibe nicht ohne Musik. Ich mache mir mal Notizen über einen Reim, den ich gefunden habe oder eine Zeile, die ich witzig finde oder so etwas, aber kein…das ist dann eine Zeile oder ein Wort oder dergleichen. Zu einem…in irgendeinem Kontext passiert das nur, wenn Musik läuft. Also ist diese Musik Inspiration.

Ich kann nur über Dinge schreiben, die ich erlebt hab oder gefühlt hab oder empfunden habe. Also würde ich sagen: Das Leben ist Inspiration. Und dabei, das will ich keines Falles unterschlagen, die Dinge, die auch an Kunst anderer – es muss nicht mal Kunst sein, sondern Geschichten, die ich gehört habe, was auch immer – schon durch mich gingen. Ein Stück von Menschen, die ich überhaupt nicht kenne, prägt ja auch meinen Umgang mit den Dingen, die in mir sind. Ich glaube, davon…also bewusst oder unbewusst wirkt das alles, weißte, manches mehr, manches weniger, aber während man sich damit auseinandersetzt ist das schon alles da und mitverantwortlich für das, was dabei zu Tage gefördert wird. 

Es gibt klassische Rap-Tracks, auch einen Drum’n’Bass-Break und ein bisschen was rockiges – wie würdest du den Sound von »Herz« beschreiben?

Der Sound dieser Platte ist, glaube ich jetzt mal, grundsätzlich schon so ein typischer Sound für das, was wir so machen. Aber so in den letzten Jahren – und das ist wahrscheinlich auch der größte Unterschied zu »Geteiltes Leid 3« und das hört man auch auf den anderen beiden Platten, die ich in den letzten anderthalb Jahren veröffentlichte, »Nicht von dieser Welt 2« und »Kraft« – ich hab so viel Freude an der Bearbeitung von Aufnahmen. Also selbst hergestellte Aufnahmen, die dann noch unfassbar bearbeitet werden.

Preis: EUR 7,99
Ich glaube, der entscheidendste Unterschied zu »Geteiltes Leid 3« ist: Während wir immer noch Gitarre und Cello aus meiner Band auf der Platte benutzen, ist das Drumming rein programmiert. Also: Programmiert, aufgenommen und wieder bearbeitet, während auf »Geteiltes Leid 3« einfach der Moritz aus meiner Band die ganze Zeit getrommelt hat. Das ist…während die anderen Bandelemente immer noch da sind, macht das aber so einen Unterschied in dem Gefühl, das man dabei hat. Das andere hat mehr so nach Live-Band geklungen und das hier ist mehr so elektronischer, würde ich sagen. Das ist so der Unterschied zu »Geteiltes Leid 3« und »Herz«.

Und produktionstechnisch sind die letzten drei Platten schon alle sehr nah beieinander, weil sie halt in einer Phase entstanden und die ästhetische Vorstellung da dieselbe ist. Das ist nicht: »Bei der Platte muss es so sein und bei der Platte muss es so sein!«, sondern das ist das, worauf ich gerade steh’, wie’s mir gerade ganz einfach gut gefällt. Wahrscheinlich ist »Herz« die reduzierteste von den drei Platten, die ich in den letzten anderthalb Jahren veröffentlichte, was aber eine Sache ist, nach der ich mich schon ganz lange sehne. Es gelingt mir nur so selten. Es ist auch eh nicht so, dass man sagt: »Wir haben weniger aufgenommen«, sondern wir hatten am Ende halt den Mut, viel wieder rauszuschmeißen. 

Hat die Teilnahme an der VOX-Sendung »Sing meinen Song« auch deine Herangehensweise an die Musik verändert?

Ne, »Sing meinen Song« kann alleine deshalb auf meine Herangehensweise an diese Platte keinen Einfluss haben, weil ich von der Sendung viel zu kurz weiß. Ich erfuhr im Oktober letzten Jahres, glaube ich, von der Möglichkeit, diese Sendung zu machen und ich arbeite seit 2013 an der Platte. (lacht) Dennoch hat natürlich, weißte, »M zum O«, »Momomomoses Pelham«, »Meine Heimat«  und »You remember« wären bestimmt nicht auf der Platte, hätte ich nicht an der Sendung teilgenommen.

Was würde denn der Moses Pelham von vor 20 oder 25 Jahren zu diesem Album sagen.

(lacht) Oh. Naja, also ehrlich gesagt, für den Moses Pelham von vor 25 Jahren, wenn der zu dieser Platte etwas sagen müsste, ist doch bestimmt so, dass ein Paar Details für ihn wie Zauberei aussehen müssten. Also technisch.

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02. Bgmb

Naja, »Bgmb«, ich meine ist doch klar. Wenn du so eine Session anlegst, dann hat der Track meistens noch irgendeinen Arbeitstitel. Irgendwann kristallisiert sich heraus wie der heißt. Und weil wir alle faul sind, wird das immer abgekürzt. Später normalerweise wird es dann ausgeschrieben, nur ich habe mich so daran gewöhnt, dass »Bgmb«, was ja irgendwie »Bitte gib mir bös’« eigentlich abkürzt, da steht, dass ich es nicht mehr ändern konnte. Also es musste einfach »Bmgb« bleiben. Das war einfach eine Anekdote. Naja, inhaltlich ist es natürlich wieder so ein Stück aus dieser Reihe »Vermeintliche Liebeslieder«, wobei es natürlich ein Liebeslied ist – nur eben nicht an einen Menschen. 

03. Aus dem Refugium Gerade

»Aus dem Refugium« hat halt so eine Jazz-Stimmung, in der es einfach so rausfließt. Das ist nicht »Ah, guck mal, das wollte ich euch mal sagen!«, sondern das hält einfach fest, wie es im Zentrum der Veränderung der…meiner Hauptwirkungsstätte in dieser Zurückgezogenheit, während man an dem Zeug bastelt ist und nicht mehr und nicht weniger.

04. Mehr Licht

»Mehr Licht« sollen die letzten Worte von Goethe gewesen sein. Der Hesse witzelt dann »Mehr Licht hier so schlecht!« Ja gut, das ist auch so ein Thema, das sich durch meine ganze Karriere zieht. Mein erstes selbstproduziertes Album hieß »The Bastard Lookin’ 4 The Light«. So die Suche nach dem Licht, die möglicherweise auch nur eine Frage der Haltung ist auf das es auf einen fällt, beschäftigt mich einfach sehr. Nicht mehr und nicht weniger wird in diesem Stück hier deutlich. Ich komme dabei zu so ein paar ganz interessanten Erkenntnissen, finde ich. (lacht)

05. An alle Engel

Naja, »An alle Engel« ist erst mal musikalisch und soundtechnisch ein Stück, das auch auf »Geteiltes Leid 3« noch hätte sein können. Das empfinde ich bei keinem anderen Stück auf der Platte so. Weißte mit der Cassandra und so dem ganzen Flavour. Ich finde, man kann sich da auch ein richtiges Drumming von einem richtigen Drummer vorstellen. Das hätte sich da in dem Dingen gut gemacht und wird sich live bestimmt auch gut machen. Du, das ist halt so ein Aufruf, auch an mich selbst, ne, an uns alle: Das, was da in uns ist und unsere Bestimmung ist oder sein kann, wenn wir sie annehmen, auszupacken, anzupacken, loszulegen.

06. M zum O

Oah, »M zum O« ist wie gesagt so ein Stück, das erstens ohne den Kontext von »Sing meinen Song« nie entstanden wäre, weil es sich eigentlich an zwei Boss-Hoss-Lieder abarbeitet und bestimmt auch ein Stück, dass ich mir im »Geteiles Leid«-Kontext verboten hätte. Ich finde, es macht vor allem Spaß – und ballert.

07. You Remember

Gut, »You remember« ist natürlich auch ein Stück, dass es ohne »Sing meinen Song« nicht gegeben hätte und ist aber echt so ein schönes Beispiel für was da passiert, wenn – in dem Fall sind es halt acht Takte – im…wirklich ganz rudimentär nur dieses Klavier, mehrere Tage einfach laufen und man in sich hineinhorcht und irgendetwas zu Tage fördert und ich wusste gar nicht, dass mir das so präsent ist. Auch diese Details. Und es war auch so rührend für mich. Wie nah mir diese Zeit von vor 25 Jahren noch ist und wie die noch in mir wirkt. Das ist mir echt eine große Freude, das Stück, und ich glaub, ich hab damit so den Brüdern und Schwestern, die da dabei waren so eine kleine Hymne für das, was…wo wir herkommen gebastelt. Sehr dankbar für das Stück, es gefällt mir immer noch wahnsinnig gut. Und es löst auch in mir so eine unfassbare Dankbarkeit aus, ne? Weil es echt so…wir haben keine Chance – aber dafür nutzen wir sie. Wie sich das natürlich aus heutiger Perspektive bewahrheitet ist schon…also ich bin sehr, sehr dankbar für das, was da beschrieben wird – also die Begebenheit, die tatsächliche – und ich bin auch sehr, sehr froh, dass es gelang, das in so ein Stück zu packen. Also da haben echt schon so ein paar Leute bei mir zuhause Wasser in den Augen gehabt.

08. Momomomomosespelham

»Momomomomosespelham« macht schon, wenn man den Titel sagt, Freude, finde ich. (lacht) Ja, das ist noch so ein Stück, das es im Kontext von »Geteiles Leid« einfach so nicht gegeben hätte. Weißt du, das wir aufgenommen, produziert hätten und dann gesagt hätten: »Ja, ist geil und war witzig, aber das hat auf dieser Platte hier nichts zu suchen.« Und ich sehne mich danach, dass so eine Platte…weiße, die kann nie das ganze Leben abbilden. Und auch nicht mein ganzes Leben abbilden. Manche Dinge gelingen dir halt auch überhaupt nicht, die kommen nicht zu dir, die werden nicht zu Stücken. Obwohl sie dich sehr beschäftigen. Zumindest in diesen Momenten nicht. Aber Dinge, die zu dir kommen, zu Stücken werden, die dir Freude machen und in dem Fall halt auch Spaß machen – da dann zu sagen »Ne, das halte ich aber raus.« finde ich falsch. Ich bin froh, dass das da drauf ist und ich musste einen langen Weg gehen, um mein Lachen in der Intensität, in der ich es jetzt habe, wiederzubekommen und ich finde es gut, wenn man mal lachen kann auch bei einer Platte. Weißte, das ist keine Faschingsmusik und das ist eine ernst Sache und so, weißte, für mich Mittelpunkt meines Lebens und so, und da werden auch durchaus ernste und tiefe Dinge besprochen, aber das kann doch nicht bedeuten, dass man hier nicht mal nen Spruch rocken darf und nicht aufrichtig lächeln oder aufrichtig loslachen darf.

09. Cococococostameronianakis

Gut, »Cococococostameronianakis« lässt sich einfach nicht so gut singen wie »Momomomomosespelham«. (lacht) Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Das ist wirklich so passiert, wie wir es aufgenommen haben. Wir wollten eigentlich…wir wollten schon einen Skit aufnehmen und der Costa hatte alles mögliche andere vorbereitet und gemacht, getan – aber dieser Versuch das zu Singen war für mich einfach das Witzigste.

10. Meine Heimat

Gut, »Meine Heimat« ist auch ein Stück, das ohne »Sing meinen Song« ganz bestimmt nicht auf dieser Platte wäre. Gut, das ist letztlich ein Lied über Liebe, über den Anker, der sie ist. Wenn ich da von »Herz« rede, dann meine ich Liebe. Das wir letztlich aus der Liebe kommen und nur in ihr leben können und wenn wir uns dessen bewusst werden wahrscheinlich auch ein bisschen anders handeln. Und auch so dieses sich darauf verlassen und darauf vertrauen. Das ist natürlich in meinem Leben voll das Thema. Weil Liebe immer so eine irrsinnige Rolle spielte. »Aber, ey, guck mal: Die sind so asozial – gegen die müssen wir uns anders verteidigen.« Und dabei verlierst du halt was von dir selbst. Gut, damit will sich dieses Stück auseinandersetzen. 

11. Geheime Welt

»Geheime Welt« hat so ein bisschen was von einem Trip. Auch musikalisch. Ein bisschen wie auf LSD. Das kommt eigentlich wirklich nur durch das Playback. Das hat mich irgendwie so angerührt, dass da diese Sachen rausflossen. So ein bisschen Schweben ist das für mich. 

12. Wir sind eins (Sagt ihr)

Ja, guck mal, diese Stücke auf dieser Platte die sind alle für mich besondere Stücke, sonst wäre sie nicht auf der Platte. Die haben andere verdrängt, die da ebenso gut hätten sein können. Aber ich…das wird man immer gefragt: »Was ist denn dein Lieblingslied auf der Platte?« Und das Beste für mich ist »Wir sind eins«, das mit Abstand beste Lied auf der Platte. Das intimste, persönlichste, aber mit so einer Energie und Intensität, dass ich mir eigentlich kaum vorstellen kann, dass das nicht irgendwen auch erreicht. Ich glaube, wenn man sich das anhört, dann merkt man, wie sehr mich die Sache rührt. Ich halte das für eines der stärksten Stücke, die je zu mir kamen. Ich weiß nicht, was ich dazu mehr sagen soll. Das ist auf jeden Fall aus meiner Sicht ein wunderbarer Abschluss für »Herz«, auch gerade für eine Platte, die »Herz« heißt. (lacht) Wahrscheinlich für jede Platte.

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