Die HV-Serie der Herforder HiFi-Schmiede T+A hat nicht zuletzt dank ihres kompromisslosen Konzepts für Furore gesorgt. Inzwischen gibt es unter anderem ein neues Vollverstärkermodell und wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, den T+A PA 3100 HV persönlich zum Objekt unserer Klangforschung zu machen.

Wunder der Wissenschaft

Wenn man sich sogar als relativ abgebrühter Testredakteur beim Betrachten des Testgerätes fragt, ob das Wort „Bolide“ noch als adäquate Beschreibung ausreicht, weiß man, dass einem kein ganz gewöhnlicher Test ins Haus steht. Ein Vollverstärker vom Kaliber des T+A PA 3100 HV kommt einem auch wirklich nicht alle Tage unter.

Aber wir wollen nicht vorgreifen. Falls es wider Erwartens jemanden da draußen geben sollte, der noch nicht mit T+A vertraut ist, hier erst mal eine kurze Vorstellung: T+A steht für Theorie und Anwendung, und wie der Name vermuten lässt, versteht sich T+A selbst als Wissenschaftler im Auftrag des Wohlklangs. Das Vorantreiben der Entwicklung im Audio-Bereich ist hier absolut als Mission-Statement zu verstehen, dem sich das Team aus Physikern, Ingenieuren und Technikern verschrieben hat. So wundert es auch nicht, dass die Firma teils eng mit Universitäten und Hochschulen zusammenarbeitet. Auch ist die Qualität in letzter Instanz immer der Entscheidungsträger und nicht etwa die Preispolitik.

Letztes Jahr feierte die Firma aus Herford in Nordrhein-Westfalen ihr 40-jähriges Firmenjubiläum. Aber auch als die innerhalb kürzester Zeit Berühmtheit erlangende HV Serie 2013 ihr Debüt feierte, war es das erklärte Ziel, die über Dekaden gesammelte Erfahrung des Herstellers in seiner höchsten Form zu destillieren.

Test T+A PA 3100 HV Vollverstärker Review Amp Stereovollverstärker

Der kompromisslose Doppel-Mono Aufbau der Schaltung zieht eine etwas ungewöhnliche, aber vollkommen plausible Verteilung der Anschlüsse auf der Geräterückseite nach sich

High Voltage

HV steht übrigens, wie die Überschrift schon verrät, für nichts anderes als High Voltage. In diesem Falle heißt das, dass die Verstärkerstufen sämtlicher Gerätschaften der Serie durchgängig mit sehr hohen Betriebsspannung arbeiten, wodurch nicht nur eine entsprechend hohe Dynamik und hervorragende Linearität gewährleistet werden soll, sondern man auch die fein zeichnende Wiedergabecharakteristik von Röhrenschaltungen reproduzieren will. Aber eben in reiner Transistortechnik, ohne die Anfälligkeiten und Probleme der beheizten Glaskolben.

Ein hehres Ziel, dass sich das T+A Entwicklungslabor da gesetzt hat. Aber schließlich ist auch der Anspruch für diese Produktfamilie, absolute High- End Geräte, im wahrsten Sinne des Wortes zu entwickeln. Und diese Prämisse wird, wenig überraschend, bis ins letzte Details verfolgt. Das fängt bei der peniblen Selektion der Bauteile im eigenen Betrieb an – schließlich kann man das ja nicht irgendwem überlassen – und setzt sich im konsequent symmetrischen Doppel-Mono Aufbau aller Modelle der Serie fort. Das bedeutet wirklich, dass sich in keinem Mitglied der HV-Familie an irgendeiner Stelle im Signalweg die beiden separaten Monokanäle Baugruppe teilen müssen und man durch symmetrischen Aufbau Störspannungen von vorneherein keine Chance lässt.

Als ob das nicht beeindruckend genug wäre, sind die kompletten Schaltungen auch noch diskret, also ohne Operationsverstärker aufgebaut. Der Aufwand für eine derartige Konstruktionsweise ist gelinde gesagt enorm! Aber bevor wir das Innere unseres Testprobanden im Detail betrachten, fangen wir ganz von vorne an. Oder besser gesagt: von außen.

Test T+A PA 3100 HV Vollverstärker Review Amp Stereovollverstärker

Um dem Nutzer die Möglichkeit einzuräumen, sich selbst ein Bild vom hervorragenden Schaltungsaufbau zu machen, wurde die Gehäusedecke mit einem kleinen Fenster versehen

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Bildquellen:

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