Dänische Gelassenheit

Sie tun's schon wieder! Dynaudio hat mit zwei neuen Modellen seine beliebte Xeo-Serie aufgestockt und legt wiederum eine Spielfreude und Musikalität in die Lautsprecher, die ihresgleichen sucht – aber kaum findet.

Knapp zweihundert Mitarbeiter arbeiten nach etwas mehr als vierzig Jahren Firmengeschichte am Erfolg der Produkte des hoch dekorierten HiFi-Herstellers Dynaudio. Dass das Unternehmen innerhalb weniger Jahrzehnte ein so beachtliches Wachstum verzeichnen durfte, lässt sich getrost damit in Verbindung bringen, dass Dynaudio frühzeitig in der Lage war, seinen eigenen Anspruch „Authentic Fidelity“ als Optimierung von bloßem HiFi zu erfüllen und den Kunden mit diesen innovativen und ehrlichen Lautsprecherkonzepten zu überzeugen. Da Lautsprecherbau in Dänemark durchaus Tradition hat, griffen die Ingenieure aus Skanderborg auf mannigfache Forschungsergebnisse zurück.

In Kooperation mit Universitäten in Aalborg und Aarhus entwickelte man so unter anderem das hauseigene Membran-Material Magnesium-Silikat-Polymer, welches noch heute in Lautsprechern aus dem Hause Dynaudio Verwendung findet. Dass mit dem Erscheinen des Lautsprechers Consequence im Jahr 1983 eine beispiellose Erfolgsgeschichte eingeläutet werden sollte, ist somit nur wenig verwunderlich. Immer wieder wurde Dynaudio seit jeher großes Lob seitens der Presse zuteil, auf Messen sind die Präsentationsräume der Dänen stets bestens besucht. Auch wir freuen uns immer wieder auf Neuigkeiten aus Skanderborg. Spätestens mit der heutigen Contour Reihe, insbesondere der Contour 30 hat sich Dynaudio in unseren Redaktionsräumen selbst ein Denkmal gesetzt – wir kennen keinen Lautsprecher, der in dieser Preisklasse besser aufspielt.

Dänische Qualität

Kein Wunder also, dass diese Klangwunder bei likehifi.de als Referenzsystem dienen. Die detailgetreu und unaufgeregt aufspielenden Lautsprecher zogen uns schon bei unserer ersten Begegnung direkt in ihren Bann und dienen seitdem als ein solider Vergleichswert für alle Lautsprecher auf unserem Prüfstand. Wiederum zur letzten Ausgabe der Mitteldeutschen HiFi-Tage präsentierte der Hersteller aus dem dänischen Skanderborg den Kompaktlautsprecher Special Forty (►lesen Sie hier unseren Test der Dynaudio Special Forty), das Jubiläumsmodell zu vierzig Jahren Firmengeschichte diente sogar als das „Gesicht“ der HiFi-Messe in Leipzig.

Es verstand sich für daher von selbst, dass wir mit dem Erscheinen neuer Xeo-Modelle prompt ein Testmuster in die Redaktion ordern mussten. Fünf Klanggeber umfasst die Reihe. Neben den beiden Standlautsprechern Xeo 6 und Xeo 30 zählen die drei Kompaktmodelle Xeo 2, Xeo 4 und Xeo 20 dazu. Letzterer thront nun im Duett auf Stativen zwischen seinen Kollegen aus der Contour-Serie und wartet auf seinen Einsatz. Bevor es soweit ist, wollen wir Ihnen den Prüfling jedoch etwas genauer vorstellen.

Test: Dynaudio Xeo 20 Aktive Kompaktlautsprecher

An der Rückseite des Xeo 20 finden wir das Anschlussterminal des Lautsprechers mit seinen diversen Einstellungsmöglichkeiten

Dynaudio Xeo 20

Die Designsprache des Xeo 20 entpsricht dem für Dynaudio typischen, skandinavischen Minimalismus. Gerundete Kanten an der Vorderseite verleihen dem Lautsprecher eine klar definierte und dennoch zurückhaltende Form. Hinter einer schlichten schwarzen Textilblende versteckt sich das Treiberensemble des Xeo 20, bestehend aus einem 140 Millimeter (mm) Tieftonchassis mit einer Magnesium-Silikat-Polymer-Membran und einem 28 mm Gewebehochtöner. Darunter finden wir den Infrarotempfänger, welcher beim Vorgängermodell des Xeo 20 noch über dem Hochtöner verortet war. Wie auch seine Mitstreiter aus der Xeo-Serie, arbeitet der Xeo 20 als digitaler Aktivlausprecher im Master-Slave-Prinzip.

Ein Lautsprecher übernimmt somit die Rolle des Masters, welcher sowohl kabellos per Bluetooth, als auch analog über Stereo-Cinch, 3,5mm Klinke oder digital über Toslink mit einem Signal von bis zu 192 kHz zu 24 Bit gefüttert werden kann. Für weitere Signalquellen empfiehlt der Hersteller die Dynaudio Connect Box. Kabellos gibt der Master, welcher übrigens sowohl links als auch rechts des Panoramas zum Einsatz kommen kann, das Signal auf einer Frequenz von 5,2-GHz mit Übertragungskapazitäten bis 96 kHz zu 24 Bit an sein Gegenstück (den „Slave“) weiter. Dieser verfügt, wie auch der Master, über einen eigenen Digitalverstärker von Texas Instruments mit 65 Watt (W) Leistung und eine DSP-basierte 2-Wege-Frequenzweiche. Diese trennt das Signal bei 4700 Hertz (Hz), wobei sich beide Chassis in ihrem Frequenzbereich weit überlappen, wodurch sich Dynaudio ein über das gesamte Spektrum hinweg sehr konsistentes Klangbild verspricht. Außerdem wurde das weicheninterne Limiting optimiert, sodass der Lautsprecher auch bei hohen Pegelspitzen die Kontrolle über die Lautstärke behält.

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