Smart und kabellos: Mit diesen beiden Attributen schmücken sich immer mehr Geräte aus dem Hause Canton. Dabei sind die Geräte meist frei kombinierbar – Wir entscheiden uns daher für ein 5.1-Set aus Canton Smart Soundbox 3, Canton Smart Soundbar 9 und Canton Smart Sub 8.

Sommer, Sonne, Ferienzeit. Ganz Deutschland genießt die Sommerpause am See in der Sonne brutzelnd oder auf der Autobahn gen Süden. Ganz Deutschland? Nein! Denn in einem kleinen Redaktionsraum eines unermüdlichen HiFi-Jounals sind die dicken Akustikvorhänge zugezogen. Denn während sich die meisten am prallen Sonnenlicht der Sommermonate ergötzen, soll das Hörlabor der AUDIO TEST (Anm.: und Likehifi.de Redaktion) davon bestmöglich verschont bleiben. Es stört beim Filme schauen. Und leider Gottes gehört dies nun mal zur Vorbereitung einer Ausgabe unter dem Stern Mehrkanal-Setups und Install-Lösungen dazu. Den ironischen Unterton werden Sie sich denken können.

In der Tat stellt das aktuelle Heft auch für alle Tester eine spannende Abwechslung dar. Allerdings war hin und wieder auch viel Geduld bei Aufbau und Einmessung gefragt. Nicht so bei dem Test, den Sie hier gerade lesen. Frank Göbl, Technical Director bei Canton, erinnerte sich vermutlich gut an die Mühen, welche er für die AUDIO TEST 07/17 auf sich nahm, als er ein komplettes Atmos-Set aus Cantons Vento-Speakern nach Leipzig chauffierte. Dort angekommen, verbrachten wir dann gut einige Stunden, bis endlich alles aufgebaut und eingemessen war. Für das Klangspektakel lohnte sich der Aufwand durchaus, doch dieses Mal soll es ein weitaus installationsfreudigeres Arrangement rocken. Und zwar handelt es sich dabei um Vertreter Cantons Smart Wireless-Serie. Genauer gesagt um eine Zusammenstellung aus Canton Smart Soundbox 3, Canton Smart Soundbar 9 und Canton Smart Sub 8, welche wir für unseren Test zu einem 5.1-System zusammenbringen wollen.

Testbericht: Canton Surround
Die Anschluss-Sektion der Soundbox 3 ist recht überschaubar – Smart Speaker eben

Canton Smart Wireless

Cantons Produktreihe Smart Wireless umfasst mittlerweile acht Produkte. Dabei handelt es sich nicht nur um komplett neu entwickelte Kreationen. So wurden zum Beispiel Cantons Jubiläums-Lautsprecher A 45 sowie zwei Modelle der Vento-Reihe in die digitale Welt überführt. Letztere hatten wir übrigens erst neulich im Testlabor. In den Ausgaben 02/19 und 03/19 stellten wir Ihnen den kompakten Canton Smart Vento 3 (► lesen Sie hier unseren Test) und den Standlautsprecher Canton Smart Vento 9 (► lesen Sie hier unseren Test) vor. Beide kombinieren die elektroakustische Kompetenz der Canton Vento-Serie mit den technischen Möglichkeiten eines DSPs, der uns zuvor bereits beim Test des aktiven Standlautsprechers Canton GLE 496.2 begegnete (siehe AUDIO TEST Ausgabe 08/17). Alle drei Probanden wussten große Begeisterung bei uns zu entfachen. Die Vielzahl verschiedener Konfigurationen, sowie eine spielend leichte Einrichtung und klangliche Feinjustierung verhalfen allen drei Modellen zu hervorragenden Endnoten. Mittlerweile ist die Smart Wireless-Kollektion um zwei Soundbars, einen Subwoofer und den handlichen Lautsprecher Smart Soundbox 3 angewachsen. Und es kann getrost damit gerechnet werden, dass Canton dieses Repertoire sukzessive um weitere Geräte erweitern wird. Doch womit haben wir es nun aktuell genau zu tun?

Testbericht: Canton Surround
Anfangs teils kryptisch, aber irgendwann sitzt’s: die Buchstabenkürzel der Settings

Canton Smart Soundbox 3 im Test

Cantons Smart Soundbox 3 wirkt mit seinen Maßen von gerade mal 21 Zentimetern (cm) Höhe auf 12 cm Breite und Tiefe auf den ersten Blick wie ein eher unscheinbarer Zeitgenosse aus der Kategorie Hintergrundbeschallung. Jedoch hat es der kleine Aktivlautsprecher mit einer Nennleistung von 120 Watt (W) und einem Frequenzgang von 40 Hertz (Hz) bis 30 kHz faustdick hinter der Blende. Dort sind an der Vorderseite zwei Chassis verbaut: ein 9,5 cm messender Tief-Mitteltontreiber aus Aluminium, sowie Gewebe-Hochtöner von 1,9 cm Durchmesser. Der Clue am Treiber-Ensemble sind jedoch die beiden seitlich eingelassenen Passiv-Membranen mit einer Grundfläche von 10 mal 5,7 cm. Diese sollen dem Klangbild zum einen zu mehr Volumen verhelfen und zum anderen die Räumlichkeit der Smart Soundbox 3 erhöhen. Die verwendete Elektronik des Speakers ähnelt dem DSP der Smart Ventos oder des GLE 496.2.

So sind auch hier umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten gegeben. So lässt sich zwischen drei EQ-Presets wählen, um den Lautsprecher seiner Positionierung im Raum entsprechend einzustellen: Frei im Raum, von einer Rück- oder Seitenwand umgeben oder in einer Raumecke positioniert. Für ein bisschen mehr Feintuning wurde der Smart Soundbox 3 ein Dreiband-Equalizer spendiert. Zusätzlich lassen sich über die Funktion „Sprachverständlichkeit“ die Mitten etwas anheben. Zudem verfügt der Speaker über reichlich nützliche Funktionen. Darunter eine wählbare Maximallautstärke, ein Sleep-Timer und ein automatischer Standby-Modus. Alles lässt sich bequem über die mitgelieferte Fernbedienung konfigurieren. Auf dieser finden wir übrigens drei Preset-Tasten. Diese sind auch auf dem Gerät selbst zu finden. Hier lassen sich beispielsweise favorisierte Radio-Stationen oder Spotify-Playlists ablegen, oder auch Einstellungen speichern, möchte man etwa zwischen verschiedenen EQ-Einstellungen wählen.

Canton Smart Soundbar 9 im Test

Der Klangriegel Smart Soundbar 9 ähnelt auf den ersten Blick der Soundbar DM 5, welche wir in Ausgabe 02/18 genauer unter die Lupe nehmen durften. Mit einer Länge von 89 cm ist sie gute zehn Zentimeter kürzer als die Smart Soundbar 10. Dennoch findet sich hier Platz für ganze 10 Chassis! Vier Tieftöner mit einer Aluminium-Membran von 5 cm Durchmesser, zwei Mitteltöner von ebenfalls 5 cm Durchmesser, zwei Hochtöner aus 1,9 cm Gewebekalotten und zwei ovale Passivtreiber aus Aluminium von 14,7 mal 5,7 cm Fläche. Während die Smart Soundbox 3 nur eine analoge Anschlussmöglichkeit in Form einer 3.5 mm Klinkenbuchse aufweist, lässt sich die Smart Soundbar 9 neben gleich drei HDMI-Inputs auch über Cinch, Koaxial-Kabel oder TOSLink in eine Gerätekette einfügen. Obendrein verfügt sie über einen Sub-Out, zwei Netzwerkanschlüsse und einen HDMI-Ausgang. Wie auch der Smart Soundbox spendierte man der Smart Soundbar Chromecast Built-in für Multiroom-Anwendungen, sowie Spotify Connect. Wird die Soundbar alleinstehend betrieben, vermag sie übrigens, sowohl Dolby Digital-Formate, als auch DTS Digital Surround zu dekodieren. In unserem Test-Setup wird die Smart Soundbar 9 jedoch als Center-Speaker dienen und im Frequenzkeller durch einen aktiven Subwoofer unterstützt.

Testbericht: Canton Surround
Die Verarbeitung durchgeschleiften Videosignals wird von der Smart Soundbar 9 übernommen. Ein paar analoge Eingänge stehen hier eben- falls zur Verfügung, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf der kabellosen Einbindung ruht

Canton Smart Sub 8 im Test

Cantons aktiver Subwoofer Smart Sub 8 wird in unserem Arrangement für die ordnungsgemäße Wiedergabe des Bassfundaments Sorge tragen. Der 33 cm hohe Würfel tritt zwar augenscheinlich nicht auf wie ein Koloss, jedoch lassen die 200 W Leistung zwischen 30 und 200 Hz auf einen ordentlichen Schalldruck hoffen. Zwar verfügt der Sub über einen Cinch-Eingang, jedoch wäre das Prädikat „Smart“ wohl fehlplatziert, ließe sich der Smart Sub 8 nicht ebenfalls kabellos ins Arrangement einfügen. Doch dazu an späterer Stelle mehr. Der Smart Sub 8 arbeitet mit einer 22 cm messenden Cellulose/Graphit-Membran in Downfire-Manier. Das heißt, dass die Bässe nach unten abgestrahlt werden. Dies hat den Vorteil, dass sich der Klang diffuser im Raum verteilt und eine Ortung erschwert. Auf der anderen Seite sollte darauf geachtet werden, den Sub auf einer möglichst glatten Oberfläche zu positionieren. Ein Hochflorteppich kann bereits erheblichen Einfluss auf die Bassperformance nehmen, da die vom Subwoofer ausgegebenen Schallwellen umgehend teilweise absorbiert und somit stark gedämpft werden.

Einrichtung

Jeder, der einmal ein Mehrkanalsystem einrichten durfte, wird nachvollziehen können, welch ein Aufwand hierfür betrieben werden muss. Kabel wollen so verlegt werden, dass sie möglichst unsichtbar hinter Möbelstücken und unter Teppichen verlaufen. Zudem ist ein AV-Receiver vonnöten, welcher in seiner Anschaffung meist nicht unwesentlich zu Buche schlägt. Canton ist hier bereits einige Schritte weiter. Denn für die Einrichtung des 5.1-Arrangements brauchen wir keine halbe Stunde. Sobald alle Lautsprecher auf Position sind, wird zunächst der „Master“-Speaker ans Stromnetz gehangen. Auch eine physische Verbindung zum heimischen Netzwerk sollte hergestellt werden. Über die App „Google Home“ wird in unserem Falle die vordere linke Smart Soundbox 3 sofort erkannt. Über die Fernbedienung kann nun das übrige Ensemble hinzugeschaltet werden.

Dafür wird über das Wireless-Setup „WIS“ das Menü zur Kopplung weiterer Wireless-Speaker „WSP“ aufgerufen. Hier wird zunächst die Rolle des „Masters“ zugewiesen. Danach wählen wir den den nächsten Lautsprecher vorne rechts „FR“ aus, die Statusanzeige des „Masters“ zeigt die Buchstaben „PIR“ an und wartet somit auf die Erkennung des „Slaves“, welchen wir nun einschalten. Nach wenigen Sekunden sind beide Lautsprecher miteinander verbunden. Dieses Prozedere wiederholen wir mit den verbleibenden vier Lautsprechern. Im Anschluss werden noch die Entfernungen von Hörposition konfiguriert, sowie eine HDMI-Verbindung zwischen Blue-Ray-Player und Fernseher über die Smart Soundbox 9 hergestellt. Und schon ist das Ensemble einsatzbereit.

Testbericht: Canton Surround
Über die drei Preset-Tasten können z.B. Spotify-Playlists abgerufen werden

Performance

Wer die AUDIO TEST regelmäßig studiert, wird wissen, dass wir bisher noch nie von Geräten der Weilroder enttäuscht worden sind. Dies wird sich mit diesem Test nicht ändern. Eine Szene aus „James Bond 007: Skyfall“ mit Javier Bardem als Bösewicht Raoul Silva genügt, um uns in blankes Staunen zu versetzen. Naturgemäß verlaufen klangliche Erwartungen in etwa proportional zur Größe des zuständigen Lautsprechers. Allerdings hätten wir es nach den zahlreichen Begegnungen mit Canton-Speakern besser wissen können. Denn der Sound, den Smart Soundbox 3, Smart Soundbar 9 und Smart Sub 8 zusammenstellen ist schlicht monströs. Als 007 den flüchtigen Silva in Londons Unterwelt zu stellen scheint, explodiert ein Teil des Gemäuers, bevor ein Zug mit viel Getöse durchs Gewölbe kracht. Dies ist nicht nur im Bild beeindruckend, sondern auch durch Cantons smartes 5.1-Setup überaus gewaltig. Es donnert und scheppert im ganzen Raum.

Hätten wir nicht bereits in vorangegangenen Tests den Eindruck gewonnen, dass Canton bisweilen die Grenzen des physisch machbaren infrage stellt, hätten wir wohl unseren eigenen Ohren nicht getraut. Dabei empfeheln wir den Sub zu integrieren, da er für die Vollendung der baßlastigen Punches im unteren Frequenzbereich sorgt. Es ist immer wieder erstaunlich, was uns die Weilroder präsentieren. Und mit den flexibel einsetzbaren Smart Soundbox 3, Smart Soundbar 9 und Smart Sub 8 erhebt Canton wieder einmal Anspruch auf die Pole-Position in Sachen klangstarkes Soundprocessing in der preislichen Mittelklasse. Bravo!

Weitere Informationen: www.canton.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 7/2019.

► Lesen Sie auch:

Test: Canton Smart Wireless 5.1 Set - Die Zukunft ist jetzt
Sowohl analog als auch digital lässt sich Cantons Smart Soundbar 9 vielseitig einsetzen, wobei der Fokus natürlich eindeutig auf der Verwendung als Komponente eines Mehrkanal-Setups liegt. Eine spielend leichte Einrichtung lässt hier freie Bahn für einen brillanten und weiträumigen Sound! Auf den ersten Blick würde man wohl nicht vermuten, wie viel Schub die kleine Smart Soundbox 3 zu leisten vermag. Ob als Stand Alone im Multiroom-Kontext oder als Teil eines Mehrkanal-Setups: Die Smart Soundbox 3 erweist sich als Universalgenie. Die Integration von Spotify-Connect und Googles Home-Assistant bescheren hier zusätzlich Punkte in der Kategorie Benutzerfreundlichkeit. Druckvoll, definiert und unkompliziert. Das sind wohl die drei ausschlaggebenden Attribute, um den Smart Sub 8 von Canton zu beschreiben. Die elegante Aufmachung des Downfire-Subwoofers muss sich dabei nicht verstecken und lässt sich ob der überschaubaren Maße prima in den heimischen Gerätekontext integrieren. Dieser Sub ist ein echter Geheimtipp!
Wiedergabequalität86%
Ausstattung/Verarbeitung90%
Benutzerfreundlichkeit100%
Preis-/Leistungsverhältnis100%
Vorteile
  • kraftvoller Klang
  • kinderleichte Einrichtung
  • vielseitig einsetzbar
94%Gesamtergebnis
Leserwertung: (18 Votes)
37%

Bildquellen:

  • Smart Box Back: Bild: Auerbach Verlag
  • Smart Box Detail: Bild: Auerbach Verlag
  • Smart Soundbar Back: Bild: Auerbach Verlag
  • Remote: Bild: Auerbach Verlag
  • Canton Smart Surround: Bild: Auerbach Verlag