Willkommen zum zweiten Teil unseres Erfahrungsberichts über die Zusammenkunft mit Cantons Smart Vento Aktivlautsprechern.

Vor Kurzem stellten wir Ihnen mit dem Smart Vento 3 Cantons jüngst präsentierte Aktiv-Variante des Regal-Lautsprechers Vento 836.2 vor. Dass uns seine Performance beeindruckt hätte, wäre eine dreiste Untertreibung: Wir waren schlichtweg überwältigt davon, mit welch einer lockeren Selbstverständlichkeit der Smart Vento 3 aufzuspielen wusste. Beherzt ging der Lautsprecher zu Werk, durch nichts ließ er sich aus der Reserve locken. Wir bekamen es mit einem hochfidelen Lautsprecher zu tun, welcher Filmton mit der selben Hingabe zum Besten gab, wie Glenn Gould eine Goldberg-Variation. Und der auch eine Goldberg-Variation erklingen lassen konnte, als säße man selbst an der Klaviatur. Wir haben Ihnen versprochen, den Erfahrungsbericht in dieser Ausgabe mit einer Präsentation seines „großen Bruders“, dem aktiven Standlautsprecher Canton Smart Vento 9 fortzusetzen. Zuvor möchten wir jedoch allen, die das vorangegangene Heft (bzw. den kürzlichen Online-Test) nicht studieren konnten, die Möglichkeit geben, auf den aktuellen Stand der Dinge zu kommen. Ausgangspunkt ist Cantons Klangwandler-Kollektion Vento, welche wir bereits in kompletter Mannschaftsstärke als Atmos-Ensemble erfahren durften (nachzulesen in AUDIO TEST 07/17). Nun begab es sich, dass Canton dem Zeitgeist Vis-à-vis den Beschluss fasste, zeitgemäße Ansprüche, modernste Technik und kreative Konzepte in die Neuerfindung bereits bewährter Produkte einfließen zu lassen und voilá: Der Smart Vento ward geboren. Momentan gibt es seiner Art zwei – den kompakten Smart Vento 3 und den Standlautsprecher Smart Vento 9. Es ist wohl zur Zeit auch kaum davon auszugehen, dass Canton bald die gesamte Serie mit dem digitalen Upgrade versehen wird, denn erst kürzlich taten die Weilroder kund, dass als nächstes die beiden Modelle A 25 und A 45 – ihrerseits ebenfalls Verkaufsschlager – mit dem Prädikat Smart in den State of the Art erhoben werden.

Testbericht Test Review Canton Smart Vento 9 Aktivlautsprecher Standlautsprecher Speaker Smart
18 Zentimeter misst die Membran des Titanium-Mitteltöners, welcher am oberen Ende des Gehäuses mit einer flexiblen Wave-Sicke ins Chassis eingelassen ist

Synergien der Canton Lautsprecher

Im Wesenskern eines Lautsprechers unterscheiden sich weder der Smart Vento 3 noch der Smart Vento 9 von ihren passiven Doppelgängern. Um beim Protagonisten dieses Berichts zu bleiben: Der Smart Vento 9 gleicht seinem Vorbild, dem Standlautsprecher 896.2 in Format, Design und Aus- stattung fast bis in den Draht. Beide arbeiten als 3-Wege-Systeme mit Bassreflex, wobei sich zwei im Durchmesser 20 Zentimeter (cm) messende Tieftontreiber den Signaltransport bis 3100 Hertz (Hz) mit einem 18 cm Mitteltöner teilen. Alle drei Einheiten arbeiten mit einer Titaniummembran, welche durch eine flexible Wave-Sicke mit dem Chassis verbunden ist. Für eine brillante Höhenauflösung zeichnet sich zwischen Tief- und Mitteltönern eine 2,5 cm Keramikkalotte verantwortlich. Um seinen Titel Smart Vento 9 macht sich unser Testmuster ob der Elektronik verdient, welche Chefentwickler Frank Göbl ihm spendierte. Dabei handelt es sich um ein um- fangreiches DSP-Modul mit Digitalverstärker, welches dem des GLE 496.2 BT entlehnt ist. Während dieser sich jedoch die Arbeit des Prozessors noch mit einem passiven „Slave“ teilen muss, liefert Canton bei der Bestellung eines Smart Vento-Duetts zwei fast baugleiche Aktivlautsprecher aus, die erst durch die entsprechende Konfiguration des Nutzers ein Arbeitsverhältnis eingehen. Von Haus aus kommt ein Smart Vento 9 also mit der Leistung zweier GLE-Lautsprecher daher. Insgesamt also einer Nennleistung von satten 600 Watt pro Lautsprecher. Die Unterteilung in „Master“- und „Slave“-Lautsprecher wird jedoch auch bei den Smart Ventos vor- genommen. So wird der „Master“-Vento 9 an unseren Zuspieler, den BluRay-Player CXUHD von Cambridge Audio angeschlossen. Für diese Verbindung verwenden wir eine optische Leitung. Die komplexe Menüführung des Smart Vento 9 kommuniziert der Lautsprecher ausschließlich über einen kleinen LCD-Bildschirm. Hier müssen zunächst die einzelnen Rollen des Speaker-Setups vergeben werden. Also weisen wir dem linken Lautsprecher die des „Masters“ zu. Als nächstes sucht der Lautsprecher nach einem Spielpartner. Wird nun der Lautsprecher vorne rechts eingeschaltet, verbinden sich beide Geräte automatisch und warten auf weitere Anweisungen. Jedoch empfiehlt es sich an dieser Stelle, zunächst mal über die Distance-Control, angezeigt als DST, festzuhalten, in welcher Entfernung vom Sweet Spot sich die Lautsprecher befinden. Diese stimmen infolge dessen selbstständig die Ausrichtung des Stereo-Panoramas ab. Im Falle verschiedener Hörplätze, wie etwa in Wohnküchen, lassen sich die verschiedenen Distanzen ganz einfach über die beigelegte Fernbedienung als Preset speichern. Tatsächlich lassen sich alle vorgenommenen Einstellungen als Presets speichern, also auch Feinjustagen des 2-Band-Equalisers. Zusätzlich stellt Canton in Zusammenarbeit mit den Dolby Laboratories eine so genante Dynamic Range Control zur Verfügung. Im DRC-Menü können codierte Signale leicht komprimiert werden, sodass Lautstärkeunterschiede minimiert werden. Dafür werden laute Signale etwas abgesenkt, während leise Passagen etwas angehoben werden. In der durch den Menüpunkt VOI ausgewiesenen Voice-Control-Option lässt sich die Sprachverständlichkeit verbessern, indem der Lautsprecher ein entsprechendes Frequenzband in den Mitten etwas anzieht.

Testbericht Test Review Canton Smart Vento 9 Aktivlautsprecher Standlautsprecher Speaker Smart
Brillanz und Reaktionsfreude – der in D’Appolito-Formation zwischen Mittel- und Tieftöner verbaute Hochtontreiber weiß mit ebendiesen Kompetenzen aufzuspielen

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Bildquellen:

  • Canton Smart Vento Detail: Bild: Auerbach Verlag
  • Canton Smart Vento Detail: Bild: Auerbach Verlag
  • Canton Smart Vento Detail: Bild: Auerbach Verlag
  • Canton Smart Vento 9: Bild: Auerbach Verlag