Apple HomePod Generation 2 in Weiß

Test: Apple HomePod (2023 / 2. Generation) – Smart Speaker

Mit dem neuen 2023er HomePod in der zweiten Generation wird Apples Smartspeaker um viele Verbesserungen und Modernisierungen ergänzt. Zudem ist er nun mit 3D-Audio kompatibel. Wir haben den neuen Lautsprecher mit Echtzeit-Finetuning und automatischer Raumerkennung getestet und uns gleich zwei Lautsprecher als Stereo-Paar in den Hörraum geladen.

Alles Automatisiert 

In manchen Kreisen sind Ankündigungen neuer Produkte des US-amerikanischen Tech-Giganten Apple schon beinahe ein popkulturelles Ereignis. Der Erfinder des iPhones ist ja dank iTunes, Apple Music und so weiter nicht mehr aus der Musikwelt wegzudenken und seit einigen Jahren spielen sie auch im Multimedia- und Smart Home-Bereich mit.

Der Apple HomePod ist ein schlauer Lautsprecher, welcher sowohl für ein Multiroom-Setup als auch für klassische Musikwiedergabe genutzt werden kann. Außerdem lässt er sich nahtlos mit einem Apple TV verbinden. Wir testen den Apple HomePod mit einem Augenmerk auf seine Fähigkeiten als HiFi-Lautsprecher, weshalb wir gleich zwei dieser in unserem Hörlabor begrüßen dürfen, um sie im Laufe des Tests als Stereopaar zu koppeln. 

Vor nun bereits 5 Jahren fand sich bereits die erste Generation des HomePods in den Redaktionsräumen der AUDIO TEST für die Ausgabe 6/2018 wieder. Damals erreichte der Apple-Lautsprecher eine Wertung von 82%. Wir lobten die erste Generation für ihre starke Basswiedergabe und die präzisen Mitten. Ein Hauptkritikpunkt war die recht überschaubare Funktionalität des Sprachassistenten Siri. Wir sind gespannt, welche Verbesserungen die neue Ausführung mit sich bringt. 

Computer Audio

Der neue HomePod schmückt sich, wie es von Apple zu erwarten ist, in einem zeitlos schicken sowie modernen Design. Er ist Zylinderförmig mit abgerundeten Ecken und knapp 17 Zentimeter hoch. Eine wirklich erkennbare Vorderseite gibt es nicht. Der Lautsprecher ist ringsherum von einem nahtlosen Netzgewebe umspannt, welches entweder in Weiß oder in Mitternacht-Schwarz erhältlich ist und aus recyceltem Material besteht.

Auf der Oberseite befindet sich ein beleuchtetes Touchfeld, das zur Bedienung dient. Dann gibt es noch einen Anschluss für das Stromkabel. Mehr hat der HomePod optisch nicht zu bieten. Er ist minimalistisch und unaufgeregt. Doch im Inneren des Lautsprechers verstecken sich einige spannende Technologien, die wir natürlich nicht unerwähnt lassen wollen. 

Kein klassischer Lautsprecher

Der Apple HomePod ist kein klassischer HiFi-Lautsprecher mit zwei oder drei Chassis, einer Frequenzweiche, einem integrierten Verstärker und so weiter. Er vereint in seinem kompakten Gehäuse das Zusammenspiel aus diversen Treibern und Mikrofonen, die es dem HomePod erlauben, die Klangwiedergabe in Echtzeit anzupassen.

Hierzu kommt der S7 Chip von Apple zum Einsatz, der komplexe Modelle verarbeitet, um je nach Umwelt die Schallwandlung automatisch optimiert. Außerdem misst die Systemerkennung den mechanischen und elektrischen Zustand des Apple HomePods und stellt die Wiedergabe immer so ein, das volle Potenzial des Lautsprechers auszuschöpfen.

Apple HomePod 2
Der neue HomePod ist in einer schwarzen und einer weißen Ausführung erhältlich.

Technik im Inneren

Ein Array aus vier Mikrofonen misst den externen Druck und optimiert zudem den Tieftonbereich. Sie werden außerdem für den Sprachassistenten genutzt. Um noch mehr aus der Basswiedergabe herauszuholen, ist ein Mikrofon im Inneren des Apple HomePods verbaut. Dieses misst den internen Druck, welcher durch die Bewegung des Tieftöners entsteht, um dessen Wiedergabe ebenfalls in Echtzeit möglichst glatt und gleichmäßig tief zu gestalten.

Der Lautsprecher verfügt darüber hinaus über eine automatische Raumerkennung. Soll heißen, er erkennt Reflexionen von naheliegenden Oberflächen und versteht so, wie der Raum aussieht und wo er sich in diesem befindet. Mit diesen Informationen adaptiert er die Wiedergabe und direktionalisiert sie, sodass wichtige Elemente, wie die Stimme mittig zur Hörposition schallen, während Sekundäres ambient in den Raum verteilt wird. 

Zur Schallwandlung besitzt der Apple HomePod einen Tieftöner, welcher mit 20 Millimetern Hub enorm kraftvoll ist, und ein Beamforming-Array von fünf Hochtönern. Diese lenken Schall nach unten aus dem Gehäuse, wodurch verhindert wird, dass der Schall vermatscht. Jeder Hochtöner ist, wie Apple sagt, „ultra-spezialisiert“ für hohe Klänge. Außerdem soll das Ensemble aus maßgeschneidertem Wandler, Horn und Neodymmagnet einen detaillierten, klaren Klang bewirken. 

Einrichtung vom HomePod, Siri und Home 

Die Funktionalität von Siri wurde ebenfalls überarbeitet. So kann der Apple HomePod im Multiroomkontext auch als Intercom genutzt werden. Außerdem fungiert er in einem Smart Home dank der Home App von Apple als Fernsteuerung für diverse Automationen. 

Um den Apple Smartspeaker einzurichten, benötigt man ein Apple-Gerät mit der aktuellen iOS-Version. Nun hält man dieses circa fünf Zentimeter nah an den Apple HomePod heran und es erschient ein Dialogfenster zur Einrichtung des Lautsprechers. Dieser Prozess kann etwas nervenaufreibend sein, denn es ist schwer einzuschätzen, ob der Lautsprecher fertig eingerichtet ist oder ob der Vorgang abgebrochen wurde, vor allem, wenn man zum ersten Mal mit dem Gerät in Berührung kommt.

Außerdem will sich das Funktionalitätsupdate des Apple HomePods in unserem Test einfach nicht herunterladen. Erst nach einigen Stunden ist der Smartspeaker in der Lage das Update zu laden. Das Koppeln der beiden Speaker verläuft problemlos mittels der Home App

Musikwiedergabe mittels Siri funktioniert, wie beim Vorgänger lediglich mit Apples eigenen Musikdiensten. Möchte man andere Apps nutzen, kann man Sound via AirPlay 2 auf den HomePod streamen. 

Apple HomePod Gen2 von Oben. Eine große Touchfläche mit Puls und Minus
Das Touchfeld leuchtet je nach Status in verschiedenen Farben. Mittels Tippen lässt sich die Wiedergabe anhalten oder Siri starten.

Klangtest: Immersiver Klang

Etwas zurückhaltend wirkt hingegen der Hochtonbereich. Dieser ist teilweise etwas zu zart, um gegen den robusten Bass anzukommen. Dennoch klingt der Apple HomePod nicht unausgewogen, da er auch die Mitten sehr detailliert und greifbar darstellt. Stimmen setzen sich sehr gut durch. 

Dennoch scheint in unserem Test der Tiefgang der Smartspeaker die Höhen etwas zu überschatten – so auch bei „Church Girl“ von Beyoncé in der Dolby Atmos Version. Hier ist jeder Bassschlag sehr präsent und macht ordentlich Dampf. Leider wirkt das moderne R&B-Stück mit Gospeleinflüssen streckenweise ein wenig zu dumpf für unseren Geschmack.

Auch eine wirkliche Tiefenstaffelung schafft der Apple HomePod Lautsprecher nicht zu vermitteln. Durch die ambiente Abstrahlung einzelner Elemente entsteht zwar ein immersives Klangbild, welches dennoch nicht mit dem klassischer Lautsprecher zu vergleichen ist, da diese bekanntlich stärker auf psychoakustische Effekte, wie Phantomschallquellen und Laufzeitunterschiede beruhen.

Dolby Atmos Sounds

Der Apple HomePod hingegen schickt zum Beispiel ein hintergründiges Element nicht direkt zum Hörer, sondern zur Rückwand, von wo es zur Hörposition reflektiert wird. So entsteht ein recht aufgeräumtes, immersives Klangerlebnis, was auch bei Dolby Atmos-Produktionen gut funktioniert. Die Überkopfebene des 3D-Tonformates ist zwar nicht so deutlich dargestellt wie mit dezidierten Deckenlautsprechern, jedoch tut sich eine sehr angenehme Höhendimension auf. Dieser Effekt funktioniert von Song zu Song unterschiedlich gut, was vor allem an der Qualität der Dolby Atmos-Produktion abhängt.

Besonders gut kam die klangliche Leistung des Apple HomePod zum Beispiel bei dem Indierock-Song „Shotgun“ der US-amerikanischen Musikerin Soccer Mommy, beziehungsweise Sophie Allison. Hier schallen die Percussions hörbar von oben, wodurch ein eindrucksvolles Klangerlebnis entsteht.

Im Allgemein macht der Apple HomePod eine gute Arbeit, ganz gleich ob in puncto Musik oder selbst Multimedia. Die klangliche Leistung des recht kleinen Smartspeakers ist erstaunlich und auch dank seiner Dolby Atmos-Fähigkeiten für das Wohnzimmer interessant. Die leicht zurückhaltenden Höhen sind Geschmacksache. Vor allem Fans von mächtigem Bass kommen beim Apple HomePod auf ihre Kosten. Dieser ist derart kraftvoll, dass der Apple Smartspeaker in kleinen bis mittleren Räumen einen Subwoofer hinfällig macht. 

Preis und Verfügbarkeit

Den Apple HomePod (2. Generation, 2023) gibt es zum Preis vom 349 Euro (UVP) im Fachhandel oder direkt bei Apple zu kaufen. Farbausführungen: Mitternach (schwarz) und Weiß.

Webseite: www.apple.com/de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 05/2023

▶ Lesen Sie hier: Test: Apple HomePod – Schlaues Klangwunder?

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Fazit
Die zweite Generation des HomePod von Apple verbessert viele alte Kritikpunkte. Die Sprachsteuerung und die Smart Home-Fähigkeiten wurden unter anderem optimiert. Die klangliche Performance ist dank aufwändigem Computer-Audio des S7 Chips sehr immersiv. Außerdem ist der smarte Lautsprecher Dolby Atmos kompatibel und die Einbindung in das Apple Ökosystem verläuft nahtlos.
Wiedergabequalität
85
Ausstattung/Verarbeitung
80
Benutzerfreundlichkeit
80
Preis/Leistung
90
Leserwertung2 Bewertungen
50
Vorteile
kräftiger Bass
klare Mitten
Nachteile
etwas dumpfer Klang
85
Gesamtergebnis