BeoSound Moment ist ein Streaming-Musiksystem, das sich jeder Zeit an ihre Stimmung anpasst. Wie es funktioniert, haben wir untersucht. Für den richtigen Sound nehmen wir gleich die BeoLab 17 mit ins Labor.

Der BeoSound Moment und die BeoLab 17 von Bang & Olufsen sind dieses Mal bei uns im Testraum auf dem Prüfstand. Schon alleine das Aufstellen ist eine große Freude. Der Beosound Moment besteht aus zwei Komponenten. Einmal der Hub, der auch als „SoundHeart“ bezeichnet wird, und die abnehmbare Steuerungseinheit „Jukebox“. Letztere hat auf einer Seite eine grafische Touch-Oberfläche und auf anderen eine Massivholz-Bedienoberfläche. Eine Voraussetzung, dass alle Funktionen optimal zusammen-arbeiten, ist ein Premium-Abonnement bei Deezer, ein 12-monatiges Probe-Abonnement liegt bereits bei. Außerdem kann man Internet- Radio über TuneIn über das Musiksystem hören, selbstverständlich auch die eigene Musiksammlung. Doch bevor es losgeht, braucht man einen Internetanschluss. Das Soundheart wird entweder per WLAN oder Ethernet-Kabel mit dem eigenen Heimnetzwerk verbunden. Auch die bis zu acht Lautsprecher, in unserem Fall zwei BeoLab 17, sollten im Vorfeld mit dem Hub per Kabel verbunden werden oder eingeschalten werden, falls man diese drahtlos verbinden möchte. Dann kann es losgehen. Die Ersteinstellung ist relativ unkompliziert, wenn man schon Erfahrungen beim Einrichten eines Netzwerkes gesammelt hat. Wenn nicht, dann hilft die grafische Oberfläche der „Jukebox“ ohne Probleme weiter. Während der Ersteinstellung erscheinen alle notwendigen Menüs automatisch. Auch das spätere Hinzufügen von weiteren Lautsprechern ist unkompliziert. Dazu drückt man einfach die Taste für die drahtlosen Lautsprecher auf der Rückseite des Hubs. Möchte man Zugriff auf die Einstellungen haben, braucht man nur die Buchsenabdeckung auf der Rückseite des BeoSound Moment abzunehmen und schon erscheint sie auf der Steuereinheit. Dies ist nötig, wenn man zum Beispiel ein neues Bluetooth-Gerät verlinken möchte. Setzt man die Abdeckung wieder auf, verschwindet das Einstellungsmenü und man kann das Gerät wieder normal weiterbedienen.

Mit Hilfe der abnehmenbaren „Jukebox“-Einheit lässt sich die BeoSound Moment und die angeschlossenen Lautsprecher problemlos von überall steuern

Mit Hilfe der abnehmenbaren „Jukebox“-Einheit lässt sich die BeoSound Moment und die angeschlossenen Lautsprecher problemlos von überall steuern

„Jukebox“ & App

Die Steuerung übernimmt die „Jukebox“. Ebenso kann diese per App erfolgen. Das Steuerungsrad hat B&O auf beiden Seiten der „Jukebox“ angebracht. Einmal auf der Aluminium-Seite und ebenso auf der Massivholz-Seite der Steuereinheit. Es dient für die Lautstärkeeinstellung, wenn man einen Titel oder Radiosender vor- oder zurückspringen möchte, oder auch, um die Musik kurz pausieren zu lassen. Das grafische Display hat drei Hauptansichten: MoodWheel, Musikkollektion und aktuelle Wiedergabe. In der Musikkollektion kann man zwischen den Lieblingsradiosendern bei TuneIn, der eigenen Musiksammlung oder den Musiklisten bei Deezer wählen. Ob man nach Künstlern, einer Playlist oder nach einem Radiosender sucht, alles geht unkompliziert und schnell. B&O hat auf Wunsch vieler Kunden einen Schieber, um innerhalb eines Musikstückes zu springen, eingebaut. So kann man seine Lieblingsstelle seinen Freunden vorspielen, ohne jedes Mal das ganze Musikstück hören zu müssen. Die App-Steuerung der BeoMusic-App ist ebenfalls schlicht gehalten. Einfach die Software aus dem jeweiligen Store auf sein Smartphone oder Tablet aufspielen und los geht’s. Steuerbar soll das Musiksystem auch per Apple Watch sein. Leider konnten wir es nicht ausprobieren. Der gerade abgespielte Titel wird, wenn ein Cover-Bild da ist, auf jeden Steuerungsgerät angezeigt. Auch die Multiroom-Steuerung war ein leichtes. Doch davon später mehr.

Nach Abnahme der Rückabdeckung werden die Anschlüsse für den BeoSound Moment sichtbar

Nach Abnahme der Rückabdeckung werden die Anschlüsse für den BeoSound Moment sichtbar

MoodWheel und PatternPlay

Nachdem alle Einstellungen vorgenommen wurden, ist das Musiksystem einsatzbereit. Hat man viele Musiktitel in der eigenen Musiksammlung, dann kann es eine Weile dauern bis der Hub alle Titel identifiziert hat. Dies ist für die Funktion MoodWheel wichtig. Es ist in Ringe und Farben unterteilt. MoodWheel ordnet die Musik bestimmten Farben zu und je nach Stimmung genügt eine Berührung auf die gewünschte Farbe, um die dementsprechende Musik abzuspielen. Die drei Ringe stehen für die verschiedenen Musiksammlungen. Der innere Ring spielt nur Musik aus der eigenen Sammlung, der mittlere die Musik von Deezer, die der eigenen Kollektion ähnlich ist. Der äußere Ring streamt nur Musik aus dem weltweiten Deezer-Katalog, die den Farben zugeordnet wurden. Gelb zum Beispiel ist „fröhlich“. Gegenüber befindet sich die gegensätzliche Stimmung „melancholisch“ in Pink. Sollte ein Musiktitel gefallen, genügt nur ein Wischen auf dem Steuerungsrad nach oben, um den Titel mit „mag ich“ zu markieren. Ein Wischen nach unten bedeutet, dass der Musiktitel dem Hörer nicht gefällt und dieser wird sofort mit einem anderen ausgetauscht. Der BeoSound Moment merkt sich dies und bei erneuter Verwendung wird der Titel nicht wieder erklingen. Die Funktion MoodWheel durchsucht die komplette Musik von Deezer, welche in 99 Stimmungsdeskriptoren eingeteilt ist und spielt den passenden Titel aus 35 Millionen Musikstücken ab. Bei einem erneuten Druck auf die gleiche Stelle des Stimmungsrades, wird nicht der gleiche Track abgespielt, sondern ein anderer Musiktitel. So wird es nie langweilig. Außerdem registriert das BeoSound Moment System unsere Nutzung. Wann haben wir welche Musik in welcher Stimmung gehört. Haben wir zum Beispiel immer Country-Musik weggewischt, dann werden wir auch keine solche Musikrichtung mehr zu hören bekommen. Hören wir stattdessen viel klassische Musik, wird ein Großteil der ausgesuchten Musik aus diesem Bereich kommen. Diese Innovation nennt Bang & Olufsen PatternPlay. Die Funktion lernt uns immer besser kennen. Hören wir früh morgens nur beschwingte Pop-Musik, nachmittags nach der Arbeit nur unseren Lieblingsradiosender und abends Orchesterwerke, dann wird PatternPlay beim Start gleich diese Musik abspielen, ohne dass wir es noch aktivieren müssen. PatternPlay funktioniert jedoch nur, wenn die Massivholz-Seite der „Jukebox“ oben auf liegt und wir die Mitte des Holzringes berühren. Das heißt, ein kurzer Druck in diesen Kreis startet das System und unsere Lieblingsmusik wird abgespielt. Einfacher geht es nicht.

MoodWheel – die Farben geben die Musikrichtung vor und sichtbaren Ringe woher die abgespielte Musik kommt (eigene Sammlung oder Deezer-Bibliothek)

MoodWheel – die Farben geben die Musikrichtung vor und sichtbaren Ringe woher die abgespielte Musik kommt (eigene Sammlung oder Deezer-Bibliothek)

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