Vom 5. bis 8. Mai 2016 findet die 35. Ausgabe der international renommierten HIGH END Messe in München statt. Geschäftsführer Branko Glisovic stellt sich unseren Fragen.

1. Die HIGH END gibt es jetzt schon seit 35 Jahren und ist die größte Audio-Messe in Europa. Warum ist sie seit Jahren die Nummer 1?

Gerade in einer schnelllebigen Zeit sehnen sich die Menschen nach Beständigkeit und Verlässlichkeit. Die HIGH END ist im Laufe ihrer 35-jährigen Geschichte langsam gewachsen und hat sich in der Messelandschaft zu einer festen Größe entwickelt, die weltweit hohes Ansehen genießt. Der Erfolg der Messe beruht darauf, dass die HIG END einerseits ihren Fokus – der auf der hochwertigen Tonwiedergabe liegt – nie verändert hat und dabei andererseits dennoch ein klares und modernes Profil repräsentiert. Stillstand ist schließlich stets auch Rückschritt. Immer am Puls der Zeit zu bleiben ist in unserer schnelllebigen Branche der Schlüssel zum Erfolg.

2. Die Messe findet nun zum 13. Mal im MOC statt. Gibt es neue Entwicklungen in puncto Location?

Nein, das MOC ist für unsere Branche ein idealer Messestandort. Die moderne Architektur und Infrastruktur bieten ideale Voraussetzungen und Präsentationsmöglichkeiten für unsere Branche. Das MOC vereinigt die Vorzüge von Tagungshotels und Kongresszentren mit der funktionalen Struktur einer Messegesellschaft. Den Ausstellern werden vielfältige Kombinations- und Aufteilungsmöglichkeiten geboten. Über 145 individuell gestaltbare Raumeinheiten um die Atrien und zahlreiche Hörkabinen in den Messehallen ermöglichen akustische und visuelle Präsentationsmöglichkeiten, die in der Vielfalt und Größe einmalig sind.

3. Wie viele Aussteller und Besucher erwarten Sie dieses Jahr? Gibt es Schwankungen zum Vorjahren?

Wir können berichten, dass die diesjährige HIGH END auf dem gleichen Niveau stattfinden wird, was die Ausstellerzahl angeht, allerdings ist das „Sammeln“ von immer mehr Ausstellern und Marken auch keinesfalls unser Ziel oder unser Bestreben. Unser Wunsch ist es, dass sich unsere Branche optimal präsentieren kann und wenn sich das auch zunehmend weltweit „herumgesprochen hat“, dann nehmen wir das natürlich mit Freude und Stolz zur Kenntnis.

Branko Glisovic 2016

Branko Glisovic, Geschäftsführer der High End Society, stellt sich den Fragen der AUDIO TEST

4. Welche Trends im Audio-Sektor stehen dieses Jahr an?

Immer mehr audiophile Klang-Gourmets wollen ihre Lieblingsmusik in optimaler Qualität genießen. Ähnlich wie das Fernsehbild im HD-Standard insgesamt viermal mehr Pixel als früher liefert und das Bild dadurch klarer, schöner und schärfer wurde, stecken auch in HiRes-Audio rund viermal mehr Klangdetails, als in den Daten einer Musik-CD. High Resolution Audio ist auf dem Vormarsch und auf der Messe HIGH END allgegenwärtig. Hier finden die Besucher die gesamte Bandbreite an High Resolution Abspielgeräten sowie zahlreiche Online-Musikdienste, die qualitativ hochwertige Audio-Dateien in verschiedenen Formaten zum Download anbieten. Dieser revolutionäre Innovationsschub hin zur besseren Klangqualität ist auf der HIGH END erlebbar.

5. Gibt es dieses Jahr Start-Up-Unternehmen, die man auf der Messe besuchen sollte?

Unternehmensgründer haben auf der HIGH END 2016 wieder die Möglichkeit, Ihre Ideen und Entwicklungen kostenlos zu präsentieren. In diesem Jahr sorgen acht junge Start-up- Unternehmen für Technologietransfer und neue Ideen. Mit dabei ist unter anderem die Firma xivero aus Deutschland. Sie stellt ein softwarebasiertes, präzises „Messinstrument“ vor, das „MusicScope“, welches als Audio-Mikroskop verstanden werden will und die verschiedenen Qualitätsmerkmale einer digitalen Musikfile oder Musiksammlung visualisiert. Digitale Musikalben und analoge Quellen können einer Analyse unterzogen werden, ohne jedoch das umfangreiche Spezialwissen eines Toningenieurs besitzen zu müssen. Beispielsweise kann hiermit die Echtheit einer Aufnahme, die durch das Up-Sampling von Standardaufnahmen erstellt wurden, leicht verifiziert und nachgewiesen werden. Als Ergänzung zu unseren Ohren ermöglicht dieses Messinstrument eine quantitative Aussage über die technische Qualität einer Musikaufnahme.

6. Was unternehmen Sie, dass die HIGH END auch jüngere Besucher erhält?

Unsere Marketing-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist darauf ausgerichtet, alle Musikfreunde anzusprechen, natürlich auch junge Menschen. Zum einen kommunizieren wir, dass die HIGH END nicht nur ein Mekka für Liebhaber exklusiver und teurer Gerätschaften aus der Welt der Unterhaltungselektronik ist, sondern auch HiFi-Neulingen und Einsteigern erstklassige HiFi-Produkte für den kleinen Geldbeutel bietet. Andererseits markiert die HIGH END auch Trends auf dem Weg in die Zukunft und atmet den Geist der Innovation. Neben kompletten Musikservern inklusive Streamermodulen mit Netzwerkanschluss sowie digitalen Wireless-Systemen und Multimediastationen, kann der Besucher noch vieles mehr in Ohren- und Augenschein nehmen.
Darüber hinaus richtet sich unsere Außen- und Direktwerbung auch an ein junges Publikum. Wir betreiben ein offensives Hochschulmarketing inklusive Plakatierung und Flyerverteilung in Studentenwohnheimen. In diesem Jahr haben wir exklusiv für Studenten ein Preisausschreiben mit der attraktiven Verlosung von insgesamt 50 hochwertigen Kopfhörern lanciert.

7. Mit der HIGH END ON TOUR versuchen Sie die verschiedenen Regionen in Deutschland zu erreichen. Wie erfolgreich ist das Konzept im Vergleich zu HIGH END in München?

Bei diesen beiden Veranstaltungen handelt es sich um zwei unterschiedliche Konzepte. Die HIGH END ist die internationale Leitmesse der Audiobranche. Nahezu alle relevanten Marken der weltweit agierenden Branche, präsentieren in München ihr aktuelles und innovatives Produkt-Portfolio. Die HIGH END konzentriert die komplette Marktübersicht unter einem Dach. Die HIGH END ON TOUR ist eine ergänzende, regionale Messe, die wir an verschiedenen Standorten in Deutschland veranstalten. Wir haben diese Veranstaltung ins Leben gerufen, um den Menschen in einer Region das genussvolle Erlebnis zu vermitteln, Musik über eine qualitativ hochwertige Anlage zu hören. Zusätzlich präsentieren sich bei dieser Veranstaltung auch Fachhändler einer Stadt oder Region.

8. HIGH END ON WHEELS läuft nun seit mehreren Jahren. Wird es angenommen?

Aus meiner Sicht gibt es da nichts „anzunehmen“, denn es geht ja lediglich darum, dass mittlerweile viele Unternehmen unserer Branche die Zulieferer hochwertiger Soundsysteme geworden sind, die ein Neuwagenkäufer direkt in der Preisliste mitbestellen kann. Darauf kann unsere Branche stolz sein und insofern liegt es bei unseren (Audio-) Ausstellern, welche Art von Produkten sie bei der laufenden Messe vorstellen wollen. Manchmal in Form eines Soundsystems in einem PKW und manchmal eben „nur“ als Heim-Installation. Unsere Aussteller sind eben explizit NICHT die Autohersteller. Dennoch kann ich Ihnen versichern, dass die Besucher der HIGH END auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit haben werden, außergewöhnliche Soundanlagen hören zu dürfen, die von unseren Ausstellern entwickelt wurden.

9. Zwei Drittel der Fachbesucher kommen aus 71 Ländern. Können Sie erklären, warum die Nachfrage so groß ist?

Die HIGH END bietet nicht nur ein breites, sondern auch ein internationales Angebotsspektrum und ist ein Schaufenster für die Innovationskraft der gesamten Branche. Als Leitmesse der Audiobranche ist sie ein absolutes Muss für alle Profis aus dem Bereich der hochwertigen Unterhaltungselektronik. Neue Technologien entwickeln sich immer rasanter. Neben der hohen internationalen Beteiligung sind auch die deutschen Unternehmen besonders stark vertreten. Das Messegeschäft boomt, weil auch im Zeitalter von Social Media und Cloud-Computing viele Firmen erkannt haben, dass der persönliche Kontakt zum potentiellen Kunden auf einer Messe durch nichts zu ersetzen ist. Die HIGH END hat sich mit ihrem überzeugenden Konzept erfolgreich in der internationalen Messelandschaft für die hochwertige Unterhaltungselektronik etabliert und wird von zahlreichen Ausstellern auch für
die weltweit erste Präsentation ihrer Produktneuheiten genutzt.

Vielen Dank für das Interview.

http://www.highendsociety.de/

 

Über den Autor

Erik Schober

Als Musiker und Dirigent verschiedener Orchester und Ensembles weiß ich genau, wie sich live die verschiedenen Instrumente und die menschliche Stimme anhört. Demzufolge habe ich hohe Erwartungen an eine Hifi-Anlage. Diesem schweren Urteil muss sich jeder Lautsprecher und das Zubehör bei mir stellen.

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