Regelmäßige Leser dieses Magazins werden es schon mitbekommen haben. AudioQuests Spannungsaufbereitungs-Lösungen der Niagara Serie haben bereits ihre Freunde in der Redaktion gefunden. Wir testen nun das Flaggschiff der Netzfilter – den AudioQuest Niagara 7000.

Es gibt Orte im eigenen Zuhause, da hilft kein Staubwedel, Putzlappen und auch kein Besen. Wir reden über die elektrische Verkabelung in der Wand. Gemessen an der rapiden Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen, kann man unser Stromnetz getrost als archaisch bezeichnen. Und ganz bestimmt hat bei dessen Konzeption vor über hundert Jahren niemand an die Anforderungen moderner Verstärker, DACs, Streamer oder 4K-Monitore und PCs gedacht. Oder daran, dass sich diese Geräte am selben Netz wie Kühlschränke, Stehlampen mit Dimmern, Internet-Routern und dem Sandwich-Toaster, den eigentlich niemand benutzt, hängen.

Die Quellen für potentielle Störspannungen sind, wie man sieht, zahlreich. Von elektromagnetischen Einstreuungen und der zunehmenden Dichte an Radiofrequenzen die durch den heimischen Luftraum sausen mal ganz zu schweigen. Aber bei AudioQuest lässt man sich bekanntlich von solchen Herausforderungen nicht abschrecken, sondern bietet lieber hochwertige Lösungen an.

Pro Bank kommen zwei solide Ringkerntrafos zum Einsatz

AudioQuest Niagara: Blitzblankes Design

Hinter dem Design der AudioQuest Niagara Serie steht kein unbekannter, sonder ein Veteran der Stromaufbereitung könnte man sagen. Garth Powell war, bevor er bei AudioQuest anheuerte, viele Jahre bei der Firma Furman tätig. Deren Power Conditioner sind vor allem im Pro Audio Segment nicht wegzudenken und finden sich in unzähligen Liveund Studio-Racks. Aber kommen wir zum in Frage stehenden Gerät selbst. Optisch unterscheidet den 7000er auf den ersten Blick nicht viel vom 5000er Modell. Aber schon beim Auspacken werden die ersten Unterschiede evident.

Mit 37 Kilogramm ist der AudioQuest Niagara 7000 beinahe doppelt so schwer, wie sein kleiner Bruder. Und hat man den Boliden erst mal an seinen Bestimmungsort verfrachtet, erkennt man beim zweiten Blick auch, dass sich hier auf der blitzblanken Chromfront einige Schalter verbergen. Da wäre einmal der GFCI-Schalter der eine spezielle Schutzschaltung, den soganannten Ground Fault Circuit Interrupter, für die Schuko-Anschlüsse 5 bis 12 des Niagara testet. Ähnlich wie der Testschalter am FI im Sicherungskasten.

Die beiden versenkten Schalter, die die Beschriftung XLMR1 und XLMR2 tragen, sind die Reset-Knöpfe für die Sicherungen für die Steckdosen in den Bänken 2 und 3. Falls mal die angeschlossenen Geräte an einer Bank mehr als 3 Ampere (A) ziehen sollten und die Sicherung fliegt, kann man sie hier bequem zurücksetzten. Wo wir gerade schon beim Thema sind. Der AudioQuest Niagara 7000 verfügt über drei komplett voneinander isolierte Bänke á jeweils vier Schuko-Buchsen.

Macht also insgesamt zwölf Steckdosenplätze, was auch für komplexe Systeme reichen sollte. In der Bank 1 (Anschlüsse 1 bis 4), die mit der Bezeichnung High Current/Low-Z Power Correction beschriftet ist, empfi ehlt es sich Vollverstärker, Endstufen und aktive Subwoofer anzuschließen, denn diese sind mit AudioQuests Transient Power Correction Technologie ausgestattet, die es ermöglicht kurzfristig bis zu 80 Ampere für die saubere Verarbeitung von Pegelspitzen zur Verfügung zu stellen. Die Bänke 2 (Anschlüsse 5-8) und 3 (Anschlüsse 9-12) sind über jeweils einen dielektrisch vorgespannten AC Trenntrafo isoliert.

Die 12 Steckdosen des AudioQuest Niagara 7000 sind in drei komplett voneinander isolierte Bänke aufgeteilt. Absolut ausreichend auch für umfangreiche Geräteketten

Diese von AudioQuest patentierten Trafos sollen sich im Verhältnis gegenüber magnetbasierten Systemen durch eine höhere Linearität und verbesserte Rauschableitung auszeichnen. Und sind wohl auch am Gewichtzuwachs des 7000er Modells nicht unschuldig. Die Bänke 2 und 3 bieten sich für Zuspieler und Videoequipment an, wobei AudioQuest empfiehlt analoge Line-Level Geräte, wie Vorstufen und Plattenspieler, und digitale Gerätschaften je auf getrennte Bänke zu verteilen.

Darüber hinaus schützt der Chromkoloss angeschlossene Geräte auch vor Spannungsspitzen. Einerseits durch einen Überspannungsschutz der bis zu 6 000 Volt (V) und 3 000 Ampere abfangen kann und anderseits schaltet sich der Niagara 7000 in unter einer Viertelsekunde Reaktionszeit automatisch ab, sollte die anliegende Wechselspannung 270 V überschreiten. Und natürlich ist auch das Ground Noise Dissipation System und die Ultra-Linear Noise-Dissipation Technology mit an Board um Interferenzen über die Erdung des Wechselstroms und jede Form von Gleichtaktrauschen zuverlässig zu verhindern.

Blitzblanker Strom

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Die Niagara Serie gehört zu den besten für Geld zu bekommenden Spannungsaufbereitungs-Lösungen. Wenig überraschend bildet das 7000er Modell hier keine Ausnahme. Nachdem wir unser komplettes Referenz-Setup an den AudioQuest Niagara 7000 angeschlossen haben sind die klanglichen Verbesserungen unmöglich zu bestreiten. Die Wiedergabe ist plastischer und hat mehr Tiefe. Transienten profitieren ebenfalls ungemein und lassen speziell perkussive Signale förmlich spürbar werden. Generell gewinnen alle Signale an Dynamik und auch jede Spur von Grundrauschen im Leerlauf ist passé. Wir empfehlen allen, sich einfach selbst zu überzeugen.

Weitere Infos unter: www.audioquest.com

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 4/2019.

► Lesen Sie hier unseren Test vom AudioQuest Niagara 7000 Netzfilter

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Test: AudioQuest Niagara 7000 Netzfilter - Frühjahrsputz fürs Stromnetz
Mit dem Flaggschiff der Niagara Serie legt AudioQuest die Messlatte für alle anderen Spannungsaufbereitungs-Lösungen ein gutes Stück höher. Das hat zwar auch seinen Preis, aber löst dafür auch gleich sämtliche Probleme der Spannungsversorgung ein für alle Mal. Speziell wer eine highendige Anlage sein Eigen nennt, sollte mal selber horchen ob nicht ein Niagara 7000 den letzten Schritt zum perfekten Klangerlebnis darstellt.
Wiedergabequalität97%
Ausstattung/Verarbeitung95%
Benutzerfreundlichkeit99%
Preis/Leistung85%
Vorteile
  • klare Wiedergabe
  • Transienten
Nachteile
  • keine
95%Gesamtwertung
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Bildquellen:

  • _MG_0023: Bild: Auerbach Verlag
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  • _MG_9996: Bild: Auerbach Verlag