Schon mal was von säkularem schamanistischen Humanismus gehört? Gut, wir auch nicht. Das neue Album „Chemical Trance“ von Patrick Krief soll sich ganz um dergleichen drehen. Als Veröffentlichungsdatum hat sich das Label Indica den 14. August 2020 vorgenommen. Vorab gibt es schon mal eine kleine Einstimmung in unserer Runde.

Patrick Krief hat einfach Spaß

Der Kanadier Patrick Krief ist bekannt für seinen mystischen Sound. Dafür spendet er der Musik auch viel Persönliches. „Chemical Trance“ macht da keine Ausnahme.

„Ich habe es mir wie eine Ayahuasca-Reise vorgestellt“, erklärt er. „Als hätte man die Droge genommen und würde sich mit seiner ganzen Vergangenheit konfrontieren – mit den dunkelsten Dingen. Aber man durchlebt es nicht auf normale Weise, es ist übertrieben: Gefühle erscheinen als Dämonen und so weiter.“

Mit der neuen Platte sollen allerdings auch alte Zöpfe abgeschnitten werden.

„[Im Gegensatz zu meiner früheren Arbeit] wollte ich ein Album schreiben, das aus einer Stimmung heraus entstanden ist. Ein kontinuierliches Hören“, erklärt Krief. „Um das zu tun, brachte ich mich an den Punkt zurück, an dem ich mich in der Musik verlor; einfach Spaß zu haben, Kunst zu machen, weil sie mir gefällt. Die Lieder gaben mir das Gefühl, jung zu sein.“

Jede Freiheit wird genommen

I Am The Pillar Of Darkness

Lassen wir mal die Intention des Künstlers aus Acht und hören auf den Sound der Platte. Alle, die sich nach so viel Transzendenz abgeschreckt fühlen, seien beruhigt und eingeladen, diesem Werk eine Chance zu geben. Patrick Krief sind fantastische Songs gelungen, die in der Tat einem Leonhard Cohen zur Ehre gereichen. Doch nicht nur hier scheinen Parallelen zu existieren. Auf „Chemical Trance“ nimmt sich der Künstler jede Freiheit, die er zum Ausdruck seiner Musik braucht und beweist damit ebenso seine unglaubliche Wandlungfähigkeit.

Weiter entdeckt man Anleihen an den bombastischen und ausladenden Pop-Sinfonien der siebziger Jahre. Lange und wunderbar ekstatisch aufgebaute E-Gitarren-Riffs, wie in „The Light Between Your Eyes“ stehen im Kontrast zur verträumten Pianobegleitung im Song „Never Without You“. Aus dem Munde von Patrick Krief klingt das folgendermaßen:

„Lege es auf wie ein Mediations-Tape“ und weiter „Setze deine Kopfhörer auf, schließe die Augen, und wenn die letzte Note erklingt, musst du sie neu starten, weil dein Geist in eine andere Ebene abgedriftet ist.“

Musik: Chemical Trance - Patrick Krief
AUFNAHMEQUALITÄT
ATMOSPHÄRE
KULTFAKTOR
ANSPRUCH
4.4Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Krief_I-Am-The-Pillar-Of-Darkness-In-Your-Life_Single-Artwork_HighRes150: popup-records
  • Krief_06_Chemical Trance_Credit_Juie Clermont_LowRes: popup-records