Mit dem Pulse Flex 2i legt Bluesound nicht nur die zweite Generation ihres Pulse Flex vor, sondern auch einen mobilen Streaming Lautsprecher, der ins Sachen Flexibilität seinem Namen alle Ehre macht.

Schon in seiner ersten Iteration war der Pulse Flex von Bluesound seinem Namen entsprechend ein äußerst flexibel einsetzbarer Bluetooth-Lautsprecher, der sich mittels des optionalen Pulse Flex Battery Pack auch von den Fesseln des heimischen Stromnetzes befreien ließ, um mit ihm in die weite Welt hinauszuziehen. Daran hat sich auch bei der neuen Variante – dem Bluesound Pulse Flex 2i – nichts geändert. Wenn überhaupt, legt die zweite Generation in Sachen Features und Wandlungsfähigkeit noch eins drauf. Aber dazu später mehr. Wir stellen den Bluesound Pulse Flex 2i auch erst mal allen Lesern vor, die mit seinem Vorgänger noch nicht vertraut sind und gehen dabei natürlich auch auf Bluesounds Multiroom-Streaming-Plattform BluOS näher ein.

Bluesound Pulse Flex 2i Streaming Lautsprecher Speaker Multiroom BluOs Test Review
Über den mitgelieferten Adapter lassen sich auch optische Signale über den 3,5mm-TRS-Klinken-Eingang zum Pulse Flex 2i leiten

Raumfahrt oder HiFi?

Das Design unseres Testprobanden kommt, nicht zuletzt auch ob seines weißen Anstrichs, ganz schön spacig daher. Wir können uns den Bluesound Pulse Flex 2i zumindest genauso gut im heimischen Wohnzimmer vorstellen wie beim Picknick in einer Marslandschaft – die Zukunft eingebaut, sozusagen. Oder vielleicht auch einfach nur im Park, falls man keinen Raumanzug sein Eigen nennt. Zugegeben erinnert das schon erwähnte Battery Pack ein wenig an die Sauerstofftanks eines solchen Raumanzugs, wie es da so am Rücken des Pulse Flex 2i andockt. Im Inneren befinden sich übrigens erfreulicher Weise ganz normale Ni-Mh-Akkus, die sich somit problemlos austauschen lassen. Die maximale Wiedergabe-Laufzeit mit geladenem Battery Pack beträgt übrigens etwa 6 Stunden. Will man seinen Pulse Flex 2i mit auf Reisen nehmen werden für das Akku-Paket nochmals 80 Euro fällig. Und nur fürs Protokoll: Unser Testproband ist natürlich auch in Schwarz erhältlich. Die gummierten Oberflächen beider Farbgebungen bieten nicht nur eine angenehme Haptik, sondern sind auch unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und Artverwandtem.

Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck und dank des feinmaschigen aber stabilen Frontgitters aus Metall, sind die Treiber des Pulse Flex 2i auch beim Transport ausreichend geschützt. Apropos Treiber: Bei unserem Testkandidaten handelt es sich übrigens um eine 2-Wege-Konstruktion, die mit einem 25 Millimeter (mm) Hochtöner, sowie einem 102mm Tiefmitteltöner bestückt ist. Angetrieben werden diese durch einen 25 Watt starken DirectDigital-Verstärker, dessen Technologie vom Traditionshersteller und Schwesterunternehmen NAD entliehen ist. Die Verstärkersektion arbeitet mit 0,030 Prozent Total Harmonic Distortion (%THD) laut Datenblatt absolut sauber und der mit 45 Hertz (Hz) bis 20 Kilohertz (kHz) angegebene Frequenzgang lässt, trotz der für den mobilen Einsatz notwendiger Weise limitierten Dimensionen, auf ein solides Bassfundament hoffen.

Darüber hinaus unterstützt der Pulse Flex 2i nativ Auflösungen bis zu 24 Bit und Samplingraten von bis zu 192kHz. Es werden auch sämtliche gängigen Codecs wie MP3, AAC, WMA, OGG, WMA-L, ALAC und OPUS, bis hin zu verlustfreien Formaten wie FLAC, MQA, WAV und AIFF unterstützt. In Sachen Konnektivität bietet der kleine Klang-Kosmonaut sowohl einen 3,5mmTRS-Klinken-Eingang für analoge Signale, der mittels mitgeliefertem Adapter ebenfalls für optische Signale verwendbar ist, wie auch einen Kopfhörer-Ausgang im gleichen Format. Wer ein USB-Speichermedium direkt am Pulse Flex 2i anschließen möchte, kann dies über dessen USB-A-Anschluss tun. Der mini-USB-B-Anschluss dient lediglich der Produktwartung und ist daher für den Endkonsumenten nicht wirklich relevant. Eine RJ-45-Buchse zum Einbinden in lokale Netzwerke gibt es natürlich ebenso, wie die Option, sich via WLAN mit dem mobilen Lautsprecher zu verbinden.

Wo wir gerade schon beim Thema kabellose Verbindungen sind. Zwei der größten Neuerungen gegenüber dem Pulse Flex sind, dass nun sowohl aptX 4.1 Bluetooth wie auch Apple Airplay 2 unterstützt werden. In Sachen Bedienelemente am Gerät selbst gibt sich unser Testproband eher spartanisch. Hier finden sich lediglich Drucktaster für den Transport und die Lautstärke, sowie fünf Knöpfe zum direkten Aufrufen von Presets. Die Presets können in Name, Quelle und Lautstärke über die BluOS App konfiguriert werden, über die auch der Löwenanteil der restlichen Bedienung abläuft.

Bluesound Pulse Flex 2i Streaming Lautsprecher Speaker Multiroom BluOs Test Review
Das optionale Battery Pack wird mittels der vorgesehenen Halterung am Rücken des Pulse Flex 2i montiert und bietet bis zu sechs Stunden Akku-Laufzeit

Der BluOS-Kosmos

Die BluOS Controller App ist sowohl für Mobilgeräte mit iOS, Android oder Kindle Fire, sowie in der Desktop Variante für Mac und PC kostenlos erhältlich. Mit ihr lässt sich natürlich nicht nur der Pulse Flex 2i steuern, sondern sämtliche kompatiblen Geräte. Darunter fallen nicht nur Produkte von Bluesound selbst, sondern auch bestimmte Gerätschaften von NAD und Dali. So lassen sich kinderleicht Multiroom-Systeme aus einer Vielzahl an Komponenten je nach der persönlichen Bedürfnislage erstellen. Es kann etwa über Airplay 2 ein POWERNODE 2i (lesen Sie hier unseren Test) über große Standlautsprecher im Wohnzimmer aufspielen, während der Pulse Flex 2i zum Beispiel den selben Song in der Küche spielt. Oder auch einen anderen, ganz wie Sie wollen. Für Heimkino-Fans ist die Option, zum Beispiel eine Bluesound Soundbar mit zwei Pulse Flex 2i als Rear-Lautsprecher zu einem Surround-Setup zusammenzufassen interessant. Das die Bedienung sämtlicher Komponenten dabei über die BluOS App und damit von einem einzigen Gerät aus geschieht, ist unheimlich praktisch.

Aber damit nicht genug, denn BluOS bietet Ihnen die Möglichkeit, sowohl Ihre lokale, wie auch zum Beispiel auf einem NAS im selben Netzwerk liegende Musikbibliotheken abzuspielen und kann dabei bis zu 200000 Songs erfassen. Wem die eigene Sammlung nicht reicht, der wird sich über die Integration so ziemlich jeder bekannten Streaming-Plattform von Spotify, Amazon Music HD, TIDAL und Deezer bis zu Qobuz, HighResAudio, Napster, KKBox, Bugs, Taihe Music ZONE, SoundMachine und auch IDAGIO freuen. Und sollte das immer noch nicht reichen, lassen sich auch diverse Internetradio-Service, wie unter anderem iHeartRadio oder Radio Paradise direkt mit der App nutzen. Bluesound gibt einem damit ein effektives und fast allumfassendes Kontrollzentrum für den digitalen Musikgenuss an die Hand. Bei Bedarf ist es nun auch möglich, mittels BluOS Voice Skills Amazon Alexa, Google Assistent oder Apples Siri zur Sprachsteuerung von Bluesound Produkten zu nutzen. Und bevor wir es vergessen, die Einrichtung der Player, also hier des Bluesound Pulse Flex 2i, übernimmt die App natürlich auch. Einfach sobald das Gerät mit dem Strom verbunden ist, die App starten und die Option „Player hinzufügen“ auswählen. Die Verbindung findet automatisch über das heimische WLAN statt. Nach einem kurzen Update ist unser Testkandidat einsatzbereit.

Bluesound Pulse Flex 2i Streaming Lautsprecher Speaker Multiroom BluOs Test Review
Neben den Transport-Kontrollen befinden sich auf der Oberseite des Gerätes auch fünf über die BluOS App frei konfigurierbare Tasten für Presets

Schubstarker Antrieb

Aber die Vielseitigkeit von Gerät und App nützen im HiFi-Bereich natürlich nur bedingt, wenn der Klang nicht stimmt. Zum Glück können wir dem Pulse Flex 2i auch hier absolut gesunde Qualitäten attestieren. Gerade in den tiefen Frequenzen wirkt der portable Aktivlautsprecher überraschend erwachsen. Klar sind hier keine Subbass-Orgien zu erwarten, aber ein schubstarkes Bass-Fundament wird allemal geboten. Und das auch bei etwas höheren Pegeln. Der Pulse Flex 2i kann zwar auch lauter arbeiten, als für ihn selber gut ist, sprich in einen Pegel-Bereich, in dem sich hörbar leichte Verzerrungen einschleichen, aber dann befinden wir uns in Regionen für die Schlichtweg anderes Besteck angebracht gewesen wäre.

In vertretbaren Lautstärken arbeitet unser Testobjekt, wie zu erwarten, sauber. Und des weiteren besitzt der Pulse Flex 2i auch eine angenehme Direktheit im Klang, die sich besonders unterwegs auszahlen wird. Und trotz des Mono-Betriebs, mit eben nur einem Pulse Flex 2i, bleiben die Elemente im Mix auch bei komplexeren Arrangements erstaunlich trennscharf. Wer also Interesse hat, sich im Multiroom-Bereich mit BluOS mal auszuprobieren, oder einfach nur einen portablen und aktiven Lautsprecher mit vielseitiger Anbindung sucht, hat hier einen Grund, zuzuschlagen. Ganz besonders, wenn Sie schon ein anderes BluOS fähiges Gerät besitzen.

Weitere Infos unter: www.bluesound-deutschland.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 1/2020.

► Lesen Sie hier unseren Test vom Bluesound Powernode 2i Multiroom Streaming Verstärker

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Test: Bluesound Pulse Flex 2i Streaming Lautsprecher - Nomen est omen
Mit dem Pulse Flex 2i stellt Bluesound die neueste Version ihres – mittels dem optionalen Battery Pack auch mobil einsetzbaren – Multiroom-Aktiv-Lautsprechers vor. Dieser glänzt sowohl durch die neue aptX 4.1 Bluetooth und Apple Airplay 2 Unterstützung, wie auch die neu hinzugekommene Sprachsteuerungs-Optionen und seine vielseitige Einsetzbarkeit im BluOS-Kosmos. Und seine im besten Sinne eigenwillige Raumfahrt-Optik.
Wiedergabequalität84%
Ausstattung/Verarbeitung85%
Benutzerfreundlichkeit88%
Preis/Leistung90%
Vorteile
  • Vielseitigkeit
  • erwachsener Klang
Nachteile
  • keine
86%Gesamtwertung
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Bildquellen:

  • _MG_1549: Auerbach Verlag
  • _MG_1562: Auerbach Verlag
  • _MG_1541: Auerbach Verlag
  • Bluesound Pulse Flex 2i: Auerbach Verlag