Klangjuwelen

Ein knappes Jahr der Entwicklung floss in die Klangboliden PM-KI und SA-KI, aus Ken Ishiwatas Signature-Serie. In Erinnerung an Marantz’ Referenzen der 10er Serie freuen wir uns auf einen Test der Extraklasse.

Test Marantz PM-KI Ruby Vollverstärker Review Ruby Serie Ishiwata Amp Integrated Amplifier

Vielleicht erinnern Sie sich an Ausgabe 07/17 der AUDIO TEST?! Darin war zu bezeugen, wie Redaktionskollege Johannes Strom Bekanntschaft machte mit einer Gerätekette, welche er mit schwärmenden Worten zur neuen Referenz adelte. Tatsächlich schloss er sich damit den Lobeshymnen an, welche in der ganzen HiFi-Szene angestimmt wurden, angesichts dieser zwei Emporkömmlinge, welche die Vorurteile von Analog und Digital zu sprengen wussten. Die Rede ist vom Stereo-Vollverstärker PM-10 und dem „significant other“, dem omnipotenten SACD-Spieler und DA-Wandler SA-10. Den Köpfen hinter Marantz 10er Serie, Rainer Finck und Ken Ishiwata, sei mit den beiden Geräten ein wahrer Meilenstein der Audiophilie gelungen. Ishiwata ist nun seit nunmehr über vierzig Jahren für Marantz tätig. Kaum ein anderes Unternehmen der Branche hat sich so lange konstant auf den Geist eines Vordenkers verlassen, wie Marantz. Als offizieller Firmenbotschafter war es in den vergangenen Jahren natürlich nur schwer möglich, die Aufgaben der Entwicklung komplett alleine zu schultern, zumal sich der Hersteller immer mit höchsten Erwartungen konfrontiert sieht. Teamarbeit ist da gefragt und das quer über den Globus hinweg. Rainer Finck und sein Team stehen in stetiger Korrespondenz mit den Kollegen in Japan, um neue Geräte für den europäischen Markt zu optimieren. Anlässlich des vierzigsten Firmenjubiläums Ken Ishiwatas trumpft Marantz jetzt ein weiteres Mal auf – mit Ishiwatas Signature-Serie, der KI Ruby Series. Diese umfasst wieder einen High-End-Vollverstärker (PM-KI Ruby) und einen Player (SA-KI Ruby). Beide greifen Errungenschaften der 10er Serie auf, wie etwa das hauseigene Wandler-System, welches von Marantz zum Patent angemeldet wurde und beim Test des SA-10 für schiere Begeisterung zu sorgen wusste. Wir konnten uns daher natürlich nicht entgehen lassen, die beiden neuen Premium-Kreationen von Finck und Ishiwata in den Hörraum zu ordern. Als wir uns schließlich voll gespannter Vorfreude ans Entpacken der beiden Testmuster machen durften, hielten wir zuerst eine Urkunde in Händen. Das mit einer Prägung und Rubinmotiv versehene Zertifikat beglückwünschte uns zum Besitz eines Gerätes der Ken Ishiwata Ruby-Kollektion. Da wurde uns gleich etwas schwer ums Herz, da wir die beiden Geräte natürlich nicht behalten würden. Handschriftlich ist auf dem Dokument die Stückzahl der streng limitierten Serie vermerkt. Gerade einmal 999 Exemplare umfasst die Ruby-Serie. Somit ist jedes Gerät ein Sammlerstück. Laut der Urkunde in unseren Händen schmücken die allerersten Geräte der Kollektion unseren Hörraum: Exemplar 000 von 999. Nummer Tausend also, wenn man es genau nimmt. Laut Senior Electronics Engineer und Chefentwickler von Marantz Europe steht die Nummer 000 für das offizielle Presse-Muster. Aber immerhin, der erste Eindruck ist nicht von schlechten Eltern. Bevor wir Ihnen jedoch von den praktischen Qualitäten des Ensembles berichten, wollen wir Sie zunächst mit etwas Hintergrundwissen behelligen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

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Die Rückwand des SA-KI Ruby zeugt von dem hohen Qualitätsanspruch bei Marantz. Alles ist sehr sorgfältig und robust verbaut

SA-KI Ruby

Herzstück des Players ist zweifelsfrei der beeindruckende D/A-Wandler, welcher den SA-KI Ruby neben der bloßen Wiedergabe von CDs auch für die Verarbeitung hochauflösender Files bis 384 kHz zu 32 Bit qualifiziert. Dass DSD allerdings noch immer ein Quäntchen Qualität daraufzusetzen weiß, entging Marantz jedoch nicht, weshalb der Wandler der 10er, beziehungsweise der KI Ruby Serie in der Lage ist, Signale auf DSD hochzurechnen und mit einem Datenstrom von 1 Bit zu 11,2 Megahertz fast schon Analogsignale zu erzeugen. Dies geschieht mithilfe eines proprietären Marantz Musical Mastering Converter. Eine entsprechende Konvertierungsstufe übernimmt schließlich die Wandlung. Natürlich lässt sich der SA-KI, welcher offensichtlich mehr ist, als bloß ein CD-Player, auch direkt mit DSD-Files füttern. Dies kann zum einen physisch geschehen via SACD, CD, CD-ROM oder DVD- ROM. Hierfür entwickelte Marantz bereits für den SA-10 ein gänzlich neues Laufwerk mit dem Namen SACDM-3. Während viele Hersteller auf Laufwerke zurückgreifen, die für universelle Anwendungen im Computer-Bereich entwickelt wurden, entwickelte Marantz also kurzerhand ein eigenes Laufwerk, welches wirklich ausschließlich für die Audio-Wiedergabe konzipiert wurde. Von MP3 über ALAC bis hin zu High-Res FLAC und DSD128 wird hier also der großen Diversität digitaler Datenbanken Rechnung getragen. Zum anderen verfügt der SA-KI Ruby über jeweils einen optischen, einen koaxialen und einen USB-B-Eingang. Diese sind alle mit höchster Sorgfalt isoliert, um klangverfälschende Einstreuungen zu vermeiden. Ausgegeben wird das Signal entweder per Lichtleiterkabel oder koaxial. Die dafür zuständige Ausgangsstufe mit Marantz‘ hauseigener HDAM-SA3 Technologie wurde ebenfalls für die Premium-Wandler der 10er und der Ruby Serie entwickelt. Ein dedizierter Kopfhörerverstärker mit HDAM-SA2-Technologie ermöglicht obendrein eine absolut hochwertige Ausgangsleistung im 6,3mm Klinken-Format. Beide Ausgangsstufen verfügen über eine geringe Impedanz, so dass auch hochohmige Kopfhörer ordentlich angetrieben werden können.

PM-KI Ruby

Auch beim Vollverstärker PM-KI Ruby sorgte man für eine absolut hochwertige technische Ausarbeitung. Der diskrete, zweistufige Schaltungsaufbau gestattet jeweils Vor- und Endstufe eigene Netzteile, um eine höchstmägliche Signalreinheit zu erzielen. Zwar genügt ein Netzkabel für den Betrieb des Verstärkers, jedoch arbeitet ein Ringkerntrafo mit rauscharmer Spannungsstabilisierung diskret für den Vorverstärker samt Phono-Stufe. Die beiden Endstufen arbeiten zusätzlich mit einem Schaltnetzteil. Man kann also sagen, dass Marantz hier eine ausgewachsene Vor-/ Endstufenkombination in einem Gehäuse untergebracht hat. Ins- gesamt kommt damit Energie für eine Ausgangsleistung von 200 Watt pro Kanal an 4 Ohm-Lautsprecher zusammen. Im Angesicht der wieder auflebenden Vinyl-Kultur haben Rainer Finck und Ken Ishiwata auch die Phono-Vorstufe einer umfassenden Optimierung unterzogen. Diese Komponente wurde in den letzten Jahren etwas vernachlässigt, wie uns Finck gesteht. Jedoch sah man sich veranlasst, ob der wiederkehrenden Popularität der Analog-Sektion, dieser Sparte wieder etwas mehr Aufmerksamkeit, Energie und Hingabe zu widmen.

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Bildquellen:

  • PM_Front: Testbericht Marantz Ruby
  • SA_Back: Testbericht Marantz Ruby
  • PM_Back: Testbericht Marantz Ruby
  • Marantz SA-KI Ruby SACD-Player: Auerbach Verlag