Die Heos-Speaker gelten als eine der größten Verkaufsschlager Denons im Bereich Wireless-Speaker. Mit der Home-Kollektion treten jetzt drei Modelle deren Nachfolge an. Wir haben mit dem Denon Home 150 den „kleinsten“ Vertreter der neuen Produktreihe getestet.

Lifestyle + Fidelity = Denon Home

Lifestyle-Elektronik und hochfideler Sound galten lange Zeit als nur schwer vereinbar. Wer regelmäßig die AUDIO TEST studiert, wird wissen, dass mittlerweile einige Hersteller mit diesem Credo zu brechen versuchen. Gerade im Bereich Smart- und Wireless-Speaker hat sich in den letzten Jahren viel getan. Aufgrund mannigfacher Anwendungsbereiche von Stereo bis Multiroom erfreuen sich flexible Kompaktsysteme stetig zunehmender Beliebtheit. Besonders hoch im Kurs standen hier lange die Heos-Bestseller von Denon. Da Denon Fertigung und Vertrieb von Hardware der Marke Heos kürzlich einstellte, sind die stylischen Geräte nun nur noch als Restposten bei dem ein oder anderen Fachhändler oder online verfügbar.

Denon Home

Doch freilich soll dies nicht bedeuten, dass sich Denon somit komplett aus dem äußerst lukrativen Geschäft um Smart- und Wireless-Speaker zurückzieht. Ganz im Gegenteil: Mit der neuen Home-Kollektion präsentierte Denon Anfang dieses Jahres die vielseitig modernisierte Nachfolge der Heos-Serie. Mit dem Flaggschiff Denon Home 350, dem Denon Home 250 und dem kompakten Denon Home 150 umfasst die neue Produktreihe drei umfänglich neu gestaltete Wireless-Lautsprecher für verschiedenste Anwendungsbereiche. Auf den ersten Blick möchte man fast meinen, es handle sich um eine erwachsenere Variante der ausrangierten Heos-Modelle, kommen die Home-Speaker doch deutlich weniger extravagant und mit zeitloser Eleganz daher. Gleichzeitig bleibt den Nutzern jedoch die Heos-typische Benutzerfreundlichkeit erhalten, da Heos Built-In trotz Hardware-Reformation als Software-Standard bestehen bleibt. Aus der ehemaligen Marke Heos ist somit eine neue hauseigene Denon-Multiroom- Technologie entstanden, die noch dazu abwärtskompatibel ist. Eventuell vorhandene Heos-Lautsprecher mit den neuen Denon Home kombinieren: Kein Problem. Für diesen Test haben wir uns zwei Modelle des kleinsten Vertreters der neuen Home-Kollektion von Denon ausgesucht.

Testbericht Denon Home 150 Test Review Bluetooth Lautsprecher Speaker Multiroom
Besonders schick: Die berührungsempfindlichen Bedienelemente des Denon Home 150 werden illuminiert, sobald sich die Hand der Oberfläche nähert

Denon Home 150

Wie auch die anderen Home-Speaker ist dieser in schwarz oder weiß erhältlich. Mit einem Preis von 249 Euro liegt der Home 150 übrigens weit unter dem Durchschnittspreis von 1 737 Euro, den die zahllosen Testgeräte aus dem Hause Denon in den vergangenen zehn Jahren aufweisen. Das spricht auch für unsere Vermutung, dass sich der Hersteller mit dem Home 150 also vor allem an Kunden richtet, welche etwa den Sound in Küche oder Büro etwas aufpolieren möchten. Auch wenn es zwar möglich ist, verstehen wir den Home 150 nicht in erster Linie als ausgewachsenen Stereopartner, aber auch dazu später mehr. Zuerst wollen wir den handlichen Wireless-Speaker aus technischer Sicht genauer unter die Lupe nehmen.

Ausstattung

Das auf 12 mal 12 Zentimeter (cm) Grundfläche knapp 19 cm hohe Leichtgewicht von 1,7 Kilogramm (kg) beherbergt zwei energiesparende Class-D-Verstärker, welche jeweils einen 2,5 cm Hochtöner und einen 8,9 cm messenden Tief-Mitteltöner antreiben. Neben einem Bluetooth-Chip steht dem Home 150 ein W-Lan-Modul für die kabellose Anbindung nach IEEE 802.11e-Standard zur Verfügung. Natürlich lässt sich der Speaker allerdings auch via Ethernetkabel mit dem heimischen Netzwerk verbinden. Außerdem verfügt der 150er sowohl über einen 3,5 mm Klinke-Input sowie einen USB-A-Slot, um auf ein externes Speichermedium zugreifen zu können. Im Gegensatz zu seinen größeren Geschwistern, handelt es sich beim Home 150 übrigens um einen Mono-Lautsprecher. Daher empfiehlt er sich vor allem für das Streamen von Podcasts und Hörbüchern, es sei denn man greift gleich auf zwei Modelle zurück, welche sich wiederum problemlos zu einem Stereopaar zusammenführen lassen, wie wir später erläutern wollen. Neben der bereits erwähnten eleganten und schlichten Formensprache des Gehäusedesigns wollen wir an dieser Stelle noch auf das besonders hübsch aufbereitete Bedienfeld eingehen. Dieses befindet sich an der Oberseite des Speakers und ist zunächst unsichtbar. Denn die sechs berührungsempfindlichen Bedienelemente sind mit einem Annäherungssensor ausgestattet und werden somit erst illuminiert, wenn sich die Hand des Nutzers der Oberfläche nähert. Eine überaus stilvolle Lösung, für die sich Denon hier entschied, wie wir finden. Neben drei Transportschaltern (Titel vor, zurück und Play/Pause) entdecken wir drei Schnellwahltasten, auf welchen sich etwa favorisierte Radio- Stationen oder Spotify-Playlists speichern lassen.

Testbericht Denon Home 150 Test Review Bluetooth Lautsprecher Speaker Multiroom
Die frontseitige LED gibt vor allem bei der Einrichtung des Denon Home 150 Information darüber, wie weit der Einrichtungs-Prozess fortgeschritten ist

Einrichtung

Die Installation des Denon Home 150 funktioniert komplett über die Heos-App auf iOS- oder Android- Geräten. Mit einem Step-by-Step-Guide führt die App durch die Einrichtung des Speakers, welcher somit nach wenigen Minuten einsatzbereit ist. Die Heos- Software begegnete uns ja bereits einige Male, etwa beim Test des Stereovollverstärkers PM7000N von Marantz in Ausgabe 08/19 der AUDIO TEST ( lesen Sie hier unseren Test). Die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und schnell überblickt. Ohne Weiteres finden wir uns zurecht und können unsere beiden Testmuster nach Belieben konfigurieren – egal, ob in getrennten Räumen oder als Stereopaar. Hierfür müssen einfach beide Lautsprecher in der App gruppiert werden, indem sie per Drag & Drop aufeinander geschoben werden. Auch ein Subwoofer mit Heos Built-In ließe sich so ohne Weiteres als zusätzliche Verstärkung im Frequenzkeller dazuschalten.

Performance

Testbericht Denon Home 150 Test Review Bluetooth Lautsprecher Speaker Multiroom
Neben den Netzwerkanschlüssen und dem USB-Input ist auch ein AUX-Weg gegeben

Zu Beginn des Praxistests wollen wir den Denon Home 150 auf seine Qualitäten als Teil eines Stereopaars hin untersuchen. Also postieren wir beide Testmuster in gut drei Metern Entfernung zu einander und vom Hörplatz aus auf Stativen und legen los mit dem Titel „Dead End Thrills“ der niederländischen Band Cubicolor. Wir müssen gestehen, dass wir uns von der handlichen Größe des Home 150 auf die falsche Fährte haben führen lassen und sind beeindruckt, mit welchem Selbstbewusstsein das Stereo-Duett aufzuspielen weiß. Freilich reicht es vor allem in puncto Tiefgang und Räumlichkeit nicht an etwas voluminösere Kompaktlautsprecher heran. Jedoch ist der Sound von stolzer Sättigung und bei weitem nicht so matt, wie wir es von anderen Geräten dieser Kategorie kennen. Ganz im Gegenteil. Gerade Synthesizer und Vocals kommen mit einer tollen Strahlkraft daher. Für eine flexible Lösung in Büro oder Schlafzimmer kommen zwei Home 150er also durchaus infrage! Nicht zuletzt die Möglichkeit, im Handumdrehen über die Heos-App Wiedergabelisten zu erstellen, welche dann als Preset gespeichert werden können, beschert dem Lautsprecher Punkte in Sachen User-Experience. Auch als Satelliten in einem 5.1-System, basierend auf Denons DHT-S716H geben Denons 150er zweifelsohne eine gute Figur ab. Bei der Anwendung im Multiroom- Kontext birgt der Home 150 dann doch die baubedingte Einschränkung eines Monolautsprechers. Wobei sich das Gerät für musikalische Hintergrundbeschallung auch solo als durchsetzungsstark und klanglich gut differenziert präsentiert. Wir bevorzugen hier jedoch die Möglichkeit, Radio, Podcasts und Hörbücher zu streamen, welche nicht zwangsläufig auf eine Stereowiedergabe angewiesen sind. Die Speicherung eines Senders oder der Zugriff auf einen angeschlossenen USB-Stick lässt sich über das kurze Gedrückthalten einer Quick Select-Taste als Preset speichern und nun im vorübergehen abrufen. Es lässt sich abschließend festhalten, dass Denon mit dem Home 150 ein klangstarkes Einstiegsmodell für die Nachfolge der Heos-Lautsprecher präsentiert, welcher nicht nur wegen seiner Musikalität, sondern vor allem ob der großen Flexibilität bei der Anwendung punkten kann.

Weitere Informationen: www.denon.com/de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 3/2020.

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Test: Denon Home 150 Multiroom Lautsprecher - Lifestyle + Fidelity
Denon knüpft mit der Home-Reihe genau dort an, wo man mit der Bestseller-Kollektion Heos stehenblieb: Klanglich hochwertige Elektronik trifft auf hohe Benutzerfreundlichkeit und flexible Anwendungsmöglichkeiten. Hat man das Design im Vergleich zu den Heos-Geräten etwas zeitloser gehalten, gibt sich in diesem Fall der Home 150 durch Touchpanel mit Näherungssensor überaus modern.
Wiedergabequalität84%
Ausstattung/Verarbeitung85%
Benutzerfreundlichkeit96%
Preis-/Leistungsverhältnis100%
Vorteile
  • große Benutzerfreundlichkeit
  • in diversen Setups anwendbar
89%Gesamtergebnis
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Bildquellen:

  • _MG_4589: Testbericht: Denon Home 150
  • Testbericht: Denon Home 150: Auerbach Verlag
  • Denon Home 150 Detail: Auerbach Verlag
  • Denon Home 150: Auerbach Verlag