Philips Fidelio B1 Nano: Die Verantwortlichen von Philips müssen sich etwas bei der Namensfindung für Ihr kompaktes Soundsystem gedacht haben. Assoziationen zur berühmten Beethoven-Oper sind wohl erwünscht. Ob das Gerät diesen hohen Ansprüchen gerecht wird, kann nur ein ausführlicher Test zeigen.

Was Unterhaltungselektronik angeht, hatte Philips schon oft die richtigen Ideen zur rechten Zeit. Gemeinsam mit Sony entwickelten die Niederländer beispielsweise die CD und haben bereits 1972 den weltweit ersten Videorecorder zum Privatgebrauch produziert. Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Bei der Entwicklung von Soundbars ließ sich trotz aufwendiger Recherche Philips Vorreiterrolle nicht nachweisen. Diese Lorbeeren gebühren Altec Lansing.

Hinter dem Abdeckgitter der Fidelio B1 befindet sich geschützt das Display

Technologie

Nichtsdestotrotz muss in dem relativ kleinen Fidelio B1 Nano jede Menge ausgereifte Technik stecken. Wie sollte sonst das zum Fidelio gemachte Soundversprechen bei derart kompakten Ausmaßen eingehalten werden können? Die sogenannte Microbeam-Technologie soll es ermöglichen. Vier über Kreuz angeordnete Treiber sorgen nach Herstellerangaben für eine Raumklangabdeckung von 180 Grad. Hier die ideale Hörposition zu finden, sollte lösbar sein. Für den Hochtonbereich sind auf der Oberseite zwei Hochtöner installiert. Über das Waveguide genannte System werden, wie der Name schon suggeriert, Schallwellen über exakt achtzehn kleine Gehäuseöffnungen zu der gewünschten Position manövriert. Von dort reflektieren Wände je nach Beschaffenheit des Raumes den Sound zurück zum Hörer und erzeugen so das erwünschte Raumklanggefühl. Zur Unterstützung steht ein, ebenso wie das gesamte System, kabellos anzusteuernder Subwoofer bereit. Getreu seinem Konzept ist der Tieftöner in einem relativ kleinen und unscheinbaren Gehäuse untergebracht. Durch seine Abmessungen kann der Subwoofer wahlweise stehend oder unter einem Sofa auch liegend platziert werden. Für dieses Design geht ein weiterer Punkt an Philips.

Die Philips-Soundbar bietet ein paar Quellen Anschluss – die Wichtigsten sind dabei

Insgesamt bilden die sechs integrierten Verstärker zusammen mit dem Subwoofer B1 ein ausgewachsenes 5.1 System.

Inbetriebnahme

Rein optisch betrachtet erscheint das Fidelio B1 Nano als sprichwörtlicher Wolf im Schafspelz. Es präsentiert sich im unauffälligen Schwarz und der Hersteller verzichtet weitestgehend auf gestalterische Experimente. Dennoch wirkt das Gerät solide und ist hochwertig verarbeitet. So manch andere Marke sollte sich hier ein Beispiel nehmen und ihr Geld ebenso lieber in die Technik, anstatt in überflüssigen Chic, stecken. Mit dem Lieferumfang erhält der Käufer die IR-Fernbedienung, Netzkabel und gut. Die Inbetriebnahme gestaltet sich simpel. Gewünschte Position wählen und den kabellosen Empfang synchronisieren. Vorher nicht vergessen, die Quelle anzuschließen. Das kann auf vielfältige Art und Weise geschehen. Zur Verfügung stehen Toslink-, HDMI-, USB- und 3,5-mm-Audio-Anschluss. Zusätzlich bietet Philips mit dem Fidelio B1 Nano Streaming von gängigen Musikformaten über Smartphones, Tablets oder anderen Bluetooth-Quellen an.

Klangtest

Zum Klangtest wählten wir die optische Digitalverbindung via Toslink. Erklingen durfte die mittlerweile schon etwas ältere Aufnahme eines Konzerts, das Sting zusammen mit den Royal Philharmonic Orchester London in Berlin aufführte. Es ertönt „Englishman In New York“, um eine dritte Stadt ins Spiel zu bringen.

Mit angenehmer Schärfe klingt Stings charakteristische Stimme durch den Konzertsaal. Erstaunlich effektiv verrichten dabei die beiden Hochtöner ihre Aufgabe. Ob das nun ausgerechnet an den zielgerichteten schon beschriebenen 18 Öffnungen des Waveguide-Systems liegt, mag dahingestellt sein. Tatsächlich werden hohe Frequenzen sehr gut abgebildet. Bezüglich der Räumlichkeit muss konstatiert werden, dass der virtuelle 5.1-Klang von Philips vielen bisher gehörten klassischen System in nichts nachsteht. Ganz im Gegenteil: uns offenbaren sich musikalische Qualitäten, die an dieser Stelle zum aufgerufenen Preis überraschen. Selbst der Subwoofer kann, auch dank der ausgeklügelten Position beider Bassröhren, mit einem breiten unterem Frequenzband begeistern. Dabei tüncht das Testgerät nicht mit dickem Pinselstrich dunkle Klangfarben in den Raum. Als fein und reich an Details kann der Bass uneingeschränkt gelten.

So auch bei zweiten Titel, dem unvergessenen Red Hot Chili Peppers-Konzert „Live At Slane Castle 2003“. Hier festigten die US-Amerikaner mit einem anarchischem Auftritt den Ruf als Punk-Rock-Band. In ihrer Glanzzeit konnten die Red Hot Chili Peppers nicht nur hartgesottene Punk-Rock Fans begeistern. Eingängige Melodien sorgten für einen Charterfolg nach dem anderem. Dank der aufgebotenen Technik lässt der getestete Soundbar das Großereignis noch einmal aufleben und sorgt im Hörraum für gute Stimmung und eine tolle Atmosphäre.

weitere Infos unter: www.philips.de

Test: Philips Fidelio B1 Nano - Große Oper für Philips
Die Performance des Fidelio B1 Nano überzeugt rundum. Philips leistet sich bei diesem kompakten Soundbar-System keinen Fehler. Insbesondere begeisterte die auffallend hohe Auflösung, welche oft nur weitaus potenter aufgebaute HiFi-Ketten bieten. Beim Fidelio ist alles handlich verpackt und klingt dank aufwändiger Technik dennoch satt und erwachsen.
Wiedergabequalität81%
Ausstattung/Verarbeitung83%
Benutzerfreundlichkeit80%
Preis-/Leistungsverhältnis82%
Vorteile
  • Waveguide-Hochtöner
  • detailliert im Klang
  • kompakt in den Ausmaßen
Nachteile
  • keine
81%Philips Fidelio B1 Nano
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