Im Paket inbegriffen sind massiv ausgeführte Spikes, die dem Lautsprecher sicheren Stand und saubere Entkoppelung liefern

Klang

Unser erster Klangeindruck war ein klassischer Wow-Effekt. Wo andere Lautsprecher die Hallfahnen abschneiden, da fangen die 300er an zu strahlen. Wir sind überrascht von der grandiosen Tiefenstaffelung der Bühne. Die 3-Wege-Box, wenn man die Bass-Reflex-Ports mal ausklammert, zaubern eine berauschende Auflösung. Der Unterschied zu herkömmlichen 2-Wege Lautsprechern wird drastisch deutlich. Ortbarkeit und Lokalisation sind einfach exzeptionell. Wenn man sonst vielleicht oft eher klassische 2-Wege Lautsprecher hört oder diese gewohnt ist, wird man überrascht sein, wie schön dedizierte Mitten klingen können und was so manche 2-Wege-Standard-Box an wertvollen Informationen verschluckt. 

Der Sound wird vor allem bei Streichern schön griffg im Anstrich. Für den ein oder anderen ist das vielleicht ein Mü zu dick zwischen 1 und 3 Kilohertz, das ist aber eine klare Geschmacksfrage. In diesem Fall kann es helfen, die Lautsprecher nicht absolut auf den Hörplatz auszurichten, sondern sie einen Tick nach außen zu öffnen. Das verteilt zudem die oberen Mitten und Höhen schön im Raum und trägt ungemein zur Fülle und Immersion bei. Was den Bass betrifft, so können wir mit absoluter Integrität behaupten: Die Gold 300 spielt so manche Box der doppelten Größe an die Wand. Die Lautsprecher blühen im Bass richtig auf, wenn man ihnen mindestens 50 Zentimeter Abstand zur Wand gibt, gerne mehr. Die beigelegten Bass-Plugs zum Bedämpfen der Reflex-Kanäle, machen das Fundament etwas kontrollierter und moderater, erlauben dann also auch die Bespielung von kleineren Räumen. Aber erst ohne, mit offenen Rohren und in einem Raum ab 20 Quadratmeter oder größer gibt es das echte Konzert- und Kinofeeling auf die Brust. Einer unserer Lieblingstitel für diesen Fall ist „Eat The Sun Pt. I“ von Oskar Rózsas Meisterwerk „Under My Spell“. Der abwechslungsreiche Track ist für jeden Lautsprecher eine geeignete Probe aufs Exempel, denn das Spektrum der Signale reicht von sphärisch schwebenden Chören über feines ziseliertes Schlagwerk bis hin zu postmodernen Symbiosen aus Synthesizern, Electrobeats, Operngesang und Orchester. Sowohl frequenziell als auch dynamisch das volle Programm also. 

Die Bassreflex-Ports können bei Bedarf auch bedämpft werden

Der Bass- und vor allem der Tiefbassbereich hat uns restlos überzeugt. Ein Subwoofer wird gefühlt überflüssig, sollte man mit den 300ern als Surround-Setup liebäugeln. Dabei gelingt dem Lautsprecher ein beachtenswerter Spagat. Der Grundklang ist voll, voluminös, satt und mit Körper – so, dass die Seele eines Kontrabass zum Beispiel unmittelbar erfahrbar wird: typisch Bassreflex. Trotzdem klingt der Bass druckvoll und klar, wie man es eher von Lautsprechern mit einer geschlossenen Bauform erwarten würde! Inklusive Gänsehaut. Ob das die Magie der hauseigenen Metallchassis ist? Oder ob hier einfach eine verdammt musikalische Abstimmung der Treiber gefunden wurde? Wir sind uns in der Redaktion noch nicht ganz sicher. Aber in einem Punkt waren wir uns alle einig: Monitor Audios Gold 300 ist unter den klassischen, passiven Standlautsprechern in der Preisklasse bis 6 000 Euro pro Paar das Beste, was es derzeit zu kaufen gibt.

Mehr Infos unter www.DerBesteKlang.de

Dieser Artikel erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 4/2019

Test: Monitor Audio Gold 300 Referenzklasse-Standlautsprecher
Es gibt viele mittelmäßige Lautsprecher, es gibt die ein oder anderen wirklich gelungenen Lautsprecher und dann gibt es noch diese eine Kategorie von außergewöhnlichen Lautsprechern, an die man sich auch noch Monate und Jahre später erinnern wird. Die Gold-Serie ist so ein Fall. Muss man gehört haben.
Wiedergabequalität98%
Ausstattung/Verarbeitung98%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis/Leistung93%
Vorteile
  • straffer, großer Bass
  • klare Raumzeichnung
Nachteile
  • keine
95%Gesamtwertung
Leserwertung: (32 Votes)
52%

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  • Monitor Audio Gold 300: Bildrechte beim Autor