Nichts für zwischendurch

Jedes Mal geben wir uns Mühe, frisch und unbefangen an einen Produkt-Test heranzutreten. Bei Lautsprechern aus dem Hause Canton fällt uns dies zunehmend schwer. Künftig ein weiterer Grund dafür: der Standlautsprecher Reference 7 K.

Wir geben es zu: Wir sind Fans von Canton. Jedes Mal, wenn ein Paket aus Weilrod in unseren Redaktionsräumen eintrifft oder Chefentwickler Frank Göbl uns gar persönlich ein Testgerät vorbeibringt, freuen wir uns bereits auf eine tolle Hörsession. Enttäuscht wurden wir bisher von keinem Produkt des Familienunternehmens um Firmengründer Günther Seitz. Von der kleinen Soundbar DM5, über den Aktivmonitor AM5 zur Dolby-Atmos-Anlage der Vento-Serie – bisher war es immer wieder eine Freude, auf Geräten mit der Aufschrift Canton Musik zu hören oder Heimkino zu erleben. Stöbert man eine Weile durch die Fachjournale, wird man sehen, dass wir von der AUDIO TEST mit dieser Meinung bei Weitem nicht allein dastehen. Es liegt eben etwas Besonderes in einem Canton-Lautsprecher. Nicht ohne Grund ist bei Messen, wie den letzten Mitteldeutschen HiFi-Tagen, in Cantons Ausstellungsräumen stets ein unbändiger Andrang zu verzeichnen. Auch auf der anstehenden HIGH END in München wird das Interesse wieder groß sein, man darf gespannt sein, welche Geräte Canton seinen Anhängern in ein paar Tagen präsentiert.

Höchstwahrscheinlich wird der ein oder andere Schallwandler aus Cantons Flaggschiff-Serie zum Einsatz kommen. Wir haben für diesen Testbericht zum dritten Mal die Ehre, mit einem Reference K-Lautsprecher in Berührung zu kommen. Nach dem kompakten Reference 9 K und dem Schwergewicht Reference 3 K ziert nämlich gerade der „kleinste“ Standlautsprecher aus Cantons Premium-Serie in doppelter Ausführung unser Hörlabor: der Reference 7 K. Wir müssen eingestehen, dass es uns nach all den positiven Test-Erfahrungen immer schwerer fällt, unbefangen an die Musterung eines Lautsprechers aus Weilrod heranzutreten. Vor allem, wenn das Testmuster das Attribut Reference K im Namen trägt, müssen wir von einer überzeugenden Vorstellung des Probanden ausgehen. So auch beim Reference 7 K Standlautsprecher. Doch was macht einen Lautsprecher dieser Produktreihe denn überhaupt zum Referenzmodell?

Test: Canton Reference 7K Standlautsprecher High End

Hochwertig verarbeitet ist auch das Bi-Wiring-Terminal des Reference 7 K – vergoldete Vollmetall-Anschlüsse bieten sicheren Halt für die Kabel

Penibel konzipiert

Die Liste ist lang. Angefangen beim geschwungenen Gehäuse aus 50 Millimeter dicken Mehrschichtlaminat, welches bei Cantons Reference-Serie prinzipiell auf parallele Wände verzichtet. Trick siebzehn um das Aufkommen stehender Wellen zu unterbinden. Zusätzlich wird der mehrfach lackierte Korpus eines Reference-Speakers von innen mehrfach versteift, sodass der Lautsprecher auch unter hoher Belastung keine Eigenresonanzen entwickelt. Alle Standlautsprecher der Reference-Serie sind nach unten geöffnet – Das Downfire-Bassreflexsystem arbeitet mit einem so genannten Bass-Guide. Die aufwendig errechnete Formgebung des Bass-Guides ermöglicht eine kontrollierte Abgabe der Bässe ohne Strömungsgeräusche. Außerdem wird die Aufstellung des Standlautsprechers somit flexibler, da von umliegenden Wänden unabhängig. Jedoch steckt die wahre Referenz-Qualität der sieben Reference K-Modelle in ihrer technischen Ausstattung. Eigens für diese Speaker entwickelte, pro Phase sechs Adern zählende High-End-Kabel sind mit der Signalübertragung beauftragt. Von den vergoldeten Vollmetall-Anschlüssen des Bi-Wiring-Terminals geht es nämlich zum Herzstück eines Reference K-Lautsprechers: seiner Frequenzweiche. Diese teilt das Signal bei allen Lautsprechern der Serie (abgesehen vom Kompaktmodell 9 K) in drei diskret von einander getrennte Wege. Dies geschieht durch hochwertige Luftspulen und Ferritkern-Induktoren. Canton betont immer wieder, dass es bei der Frequenzweiche um grundlegende, klangbildende Maßnahmen geht, weshalb dieser Komponente viel Zuneigung gewidmet wird. Mehr als nur ein „Fix-It-Device“ lautet hier das Credo. Beim Reference 7 K teilt die Weiche das Signal zum einen bei 220 Hertz (Hz) mit einer Flankensteilheit von zwölf Dezibel (dB) und zum anderen bei 3000 Hz mit einer Flankensteilheit von sogar 18 dB. Diese schnellere Abwicklung der Übergangsfrequenz wirkt sich schonend auf den Hochtöner aus. Womit wir schon beim nächsten Premium-Feature eines Reference K-Lautsprechers wären: seinem Treiber-Ensemble.Test: Canton Reference 7K Standlautsprecher High End

Wie bei seinen Mitstreitern, kommt auch beim Reference 7 K ab 3000 Hertz der sogenannte ADT-25 Hochtöner mit einer 25 Millimeter Aluminum-Keramik-Oxid-Kalotte zum Einsatz. In den Mitten arbeitet ein Chassis von 180 mm Durchmesser, in den Bässen sind zwei dieser Treiber in Aktion. Alle drei Chassis wurden mit Aluminium-Keramik-Wolfram-Membran versehen. Diese verbaut Canton ausschließlich in seiner Reference K-Serie. Der Fertigungsprozess eines solchen Chassis geht auch nicht gerade leicht von der Hand. So wird nämlich die Molekülstruktur des Aluminum-Konus zu einem Fünftel in die von Keramik umgewandelt, bevor die Membran etwa vierzig Minuten in einer Elektrolyse-Lösung gebadet und mit Wolfram angereichert wird. Die im Resultat authentisch cremefarbene Membran befindet sich nun in einem optimalen Verhältnis zwischen Steifigkeit und Impulsfreude. Zusätzliche Flexibilität erlangt die Membran durch eine mehrfach gewölbte Wave-Sicke aus äußerst elastischem Kunststoff. Angetrieben wird die Membran schließlich mit Hilfe eines massiven Doppel-Ferrit-Magneten und einer Kupferschwingspule. Alles entspringt der hauseigenen Fertigung, sodass der hohe Qualitätsanspruch erfüllt werden kann. So viel zum technischen Hintergrund. Doch wie klingt so ein Reference 7 K Standlautsprecher denn eigentlich?

Test: Canton Reference 7K Standlautsprecher High End

Die authentische Färbung der Chassis ist ein Resultat der aufwendigen Strukturumwandlung der Aluminium-Keramik-Wolfram-Membran

 

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