oBravo entwickelt und erforscht seit 2006 Audiosysteme. Ihr Fokus liegt dabei auf Kopfhörern der Extraklasse. Dazu gehören auf jeden Fall die 7 000 Euro teuren oBravo Ra-c. Die InEars sollen nun beweisen, ob sie ihr Geld wert sind.

InEars zu testen ist gar nicht so einfach. Immerhin hängt der Klang dieser im Ohr zu tragenden Kopfhörer sehr davon ab, wie sie im Gehörgang platziert sind. Da genügt es schon, wenn sie leicht rausrutschen und schon wird aus dem satten Bass ein sanftes Bässlein. Deshalb ist der Sitz solcher Kopfhörer fast noch wichtiger als die verbaute Technik.

oBravo macht es bei seinen Premium-Ohrhörern oBravo Ra-c (Eamt-0c) absolut richtig, denn sechs unterschiedlich große Ohrstöpsel liegen bei. Einige bestehen aus dem bekannten Silikon und andere aus einem weichen Schaumstoff, der sich wie Ohropax in den Gehörgang schmiegt. Zudem haben sie einen Silikon-Bügel beigelegt, der über den Ohrhörer gespannt wird und dann in der Ohrmuschel für zusätzlichen Halt sorgt. So kann – zumindest bei normaler Nutzung – der Kopfhörer nicht verrutschen. Der Sound bleibt immer klar und die Bässe schön satt.

Doch zur eigentlichen Klangbewertung kommen wir später. Vorher noch ein Wort zum Sport, denn gerade InEars sind bei Joggern, Walkern usw. sehr beliebt. Die oBravo können wir dafür allerdings nicht empfehlen. Jeder der beiden Ohrhörer kommt allein auf sechs Gramm Gewicht. Die daraus resultierende Trägheit sorgt dafür, dass sie bei Erschütterungen aus dem Ohr gleiten können.

oBravo: Modellvielfalt

Die oBravo Ra gibt es in fünf Varianten, wobei der Ra-c-Cu auf Kupfer für den Hauptkörper setzt und mit seinen 9 999 US-Dollar am teuersten ist. Unser Testmodell der Ra-c besteht aus einem Aluminiumkörper mit einer Abdeckung aus Holz und einer Präzisionskeramiktülle, welche den Sound zielsicher ins Ohr befördert. Die InEars lassen sich übrigens vom mitgelieferten Kabel trennen. Das ist 1,2 Meter lang und nutzt den klassischen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss. Ein Adapter auf 6,3 Millimeter liegt bei. Gebaut sind die Ohrhörer alle offen. Wenn die Lautstärke also entsprechend laut ist, kann die Umgebung mithören. Auch Geräusche von außen dringen dann zum Hörer. Damit schirmt der oBravo also nicht vollständig von der Umgebung ab.

Hochtöner deluxe

Der oBravo Ra-c gibt einen Frequenzbereich von 10 Hz bis 45 kHz wieder und fühlt sich damit im Verbund mit einem HiRes-Zuspieler am wohlsten. Die Empfindlichkeit der Ohrhörer liegt bei 93 dB und als Hochtöner kommt der AMT-8II zum Einsatz. Der allein ist ein kleines Meisterwerk der Audiotechnik, denn es handelt sich dabei um einen waschechten Air Motion Transformer. Bei dieser Technik wird keine glatte Membran verwendet, sondern eine in Form einer Ziehharmonika gefaltete. Diese Konstruktion erlaubt es, die Luft viel schneller zu bewegen, als plane Membranen. Hohe Frequenzen klingen deshalb sehr detailliert und klar.

In-Ear-Kopfhörer oBravo Ra-c

Die Keramiktülle der oBravo wird noch mit einem Ohrstöpsel ausgestattet und kann dann in den Gehörgang gesteckt werden. Das Kabel ist übrigens abnehmbar

Die Technik wurde übrigens vom deutschen Physiker Oskar Heil entwickelt und ist sehr schwierig zu miniaturisieren – also für einen Ohrhörer zu entwickeln. Der AMT 8II verwendet zudem Mylar als Material der Membran. Das ist eine Folie aus Polyethylenterephthalat und zeichnet sich besonders durch seine hohe Zugfestigkeit, chemische, mechanische und thermische Stabilität aus. Das Mylar-Band wird beim AMT 8II mit einem leitfähigen Aluminiumstreifen verbunden. So hat die Membran an sich nur eine sehr geringe Masse und kann die Luft bis zu fünf Mal schneller bewegen als vergleichbare Konstruktionen. Wieder ein Punkt, der dafür spricht, dass bei den Hochtönen den oBravo Ra-c wohl niemand etwas vormachen kann. Ob das stimmt?

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Bildquellen:

  • oBravo Ra-c: Bild: Auerbach Verlag
  • oBravo Ra-c: Bild: Auerbach Verlag
  • oBravo Ra-c: Bild: Auerbach Verlag