Wer mit dem Namen Cyrus etwas anfangen kann, weiß um die detailverliebte Qualitätsarbeit des englischen Herstellers. Mit dem Cyrus Lyric bietet das Unternehmen nun ein vielseitiges Allround-Paket für echte HiFi-Liebhaber.

Beim HiFi-Hersteller Cyrus Audio aus dem englischen Huntingdon handelt es sich in der Tat um einen Betrieb mit einem großen Erfahrungsschatz. Vom CD-Player über den Verstärker zum Streamer – es gibt kaum etwas, das im Hause Cyrus nicht zu finden ist. So wartet das britische Unternehmen seit den 1980er-Jahren mit einer großen Zahl hochwertiger Produkte auf und ermöglicht dem Kunden neben dem Erwerb ganzer Systeme oder einzelner Komponenten, auch die Erweiterung dieser durch einzelne Schaltmodule, wie den Cyrus Qx DAC. Dabei handelt es sich um nichts weiter, als eine Konverter-Platine, welche als Upgrade verbaut werden kann. Nicht zuletzt dutzende von Auszeichnungen unterstreichen zudem den qualitativen Mehrwert diverser Produkte von Cyrus. Dass nach dem ebenfalls mit Auszeichnungen gerühmten Streamline 2 nun der Cyrus Lyric Stealth (auch erhältlich in den Ausführungen Stone und Silver) als Optimierung des Lyric 05 den HiFi-Markt bereichert, ist daher nur eine logische Konsequenz der technischen Verliebtheit des Unternehmens. Ob der vielseitige Stereoverstärker mit eingebautem CD-Player an die Qualität seines Vorgängers anknüpft, haben wir für Sie getestet.

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Viele Einstellmöglichkeiten überzeugen

Simpel und Schick

Beim Auspacken des Cyrus Lyric entfleucht uns sogleich ein Laut des Staunens. Denn umgehend stechen im Vergleich zum Vorgänger diverse optische Neuerungen ins Auge. Kam der Streamline 2 noch im Bauhausprinzip daher, punktet der Cyrus Lyric nun durch den Verzicht auf klobige Steuerelemente und den einfarbigen LCD-Bildschirm des vorangegangenen Modells. Zwar ist das robuste Metall-Gehäuse erhalten geblieben, jedoch findet sich an der Vorderseite nun eine verheißungsvolle Hochglanzverkleidung. Das Gerät ist schnell und reibungslos dank beigelegten Stromkabel angeschlossen und per Lautsprecherkabel mit Bananenstecker mit den Referenzlautsprechern verbunden. Nun bringt der Verstärker bei Berührung des Firmenlogos auf der Hochglanzfront seine ganze visuelle Raffinesse zum Vorschein. Auf dem schwarzen Panel illuminieren die Schaltelemente links und rechts neben dem farbigen Bildschirm. Beim Stöbern durch das Menü fallen sofort die reichhaltigen Einstellungsmöglichkeiten auf. So können beispielsweise alle fünfzehn Eingänge mit anderen Namen versehen werden, je nach angedachter Benutzung. Insgesamt ist das Menü sehr benutzerfreundlich aufgearbeitet und vor allem bei Rückschau auf den Streamline 2 ist das optisch ansprechende Display lobend zu erwähnen. Dieses passt seine Helligkeit an die Lichtverhältnisse der Umgebung an und dimmt automatisch nach ausbleibender Bedienung. Eine durchweg clevere Lösung ist außerdem der Näherungssensor, welcher den Bildschirm aufleuchten lässt, sobald man sich in die Nähe des Cyrus Lyric begibt. Also kein sinnloses Tastendrücken mehr – Bravo!

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Die rückseitigen Anschlüsse sind durchaus solide verarbeitet

Das Multitalent

Der Cyrus Lyric ist von Haus aus mit einer sogenannten Speaker Impedance Detection (SID) ausgestattet, welche dem Verstärker ermöglicht, binnen weniger Sekunden die angeschlossenen Lautsprecher zu erkennen und an deren Impendanz anzupassen. Dies erfolgt ganz automatisch und beschert dem Hörer ein großes Plus in Sachen Benutzerfreundlichkeit. Die Werkseinstellungen setzen eine Kopplung des Systems mit einem Stereopaar voraus. Allerdings besteht die Möglichkeit, bei Benutzung eines Subwoofers die Einstellungen im Menü entsprechend anzupassen. Darüber hinaus ist die Manuelle Anwendung eines High-Pass-Filters einstellbar. Je nach Wunsch kann hier der Roll-Off zwischen 60 Hertz (Hz) und 350 Hz gesetzt werden. Im direkten Vergleich mit unserem Referenzverstärker zeigt sich der Cyrus Lyric durchaus klangstark und verleiht dem Song „If I had a heart“, der jungen schwedischen Sängerin Karin Elisabeth Dreijer Andersson eine wohlig warme Note. Sowohl mit Kompakt-, als auch Standlautsprechern weiß der Verstärker ein klanglich hochwertiges Bündnis einzugehen.

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Dank Fernbedienung ist der Verstärker bequem vom Hörplatz aus steuerbar

Die Bässe klingen satt und warm, Höhen setzen sich ab, ohne das Klangbild unausgewogen wirken zu lassen. Selbst bei hohen Lautstärken sind auf keinem der angeschlossenen Lautsprecherpaare unangenehme Maskierungen zu vernehmen. Es tönt bei uns mittlerweile „Ships Will Come“, das Debütalbum der jungen Leipziger Band Warm Graves aus den Boxen. Nicht ohne dies lautstark kundzutun, liest der CD-Spieler das Medium. Ein kleines mechanisches Manko, das jedoch gern in Kauf genommen werden kann. Etwas bedauerlicher jedoch ist die Einstellung des integrierten Equalizers (EQ). Dort vorgenommene Änderungen sind nur minimal vernehmbar. Allerdings lässt sich, davon einmal abgesehen, durchaus sagen, dass der Cyrus Lyric durch eine schlichtweg brillante Wiedergabe aufzutrumpfen weiß. Der verbaute 32-bit Digital-Analog-Converter (DAC) gewährleistet in Verbindung mit dem Klirrfaktor von nur 0,008 % in der Tat höchsten Hörgenuss. Auch bei Verwendung anderer Eingänge lassen sich kaum Abstriche verzeichnen. Sowohl über Bluetooth oder TOSLink, als auch über USB oder Koaxial lässt sich das Gerät mit der Lieblingsmusik füttern und gibt diese originalgetreu wieder. Dabei erscheinen auf dem Display entweder der ausgegebene Schalldruckpegel in Dezibel (dB) oder schicke mehrfarbige Visualisierungen. Man hat sich im Hause Cyrus also in der Tat auf gestalterische Weiterentwicklungen eingelassen. Des Weiteren ist die Verbindung mit einem Heimnetzwerk konfigurierbar, dank welcher sich kabellos Musikbibliotheken von ebenfalls mit dem Netzwerk verbundenen Computern oder Festplatten streamen lassen.

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Im Stand-By liegt die Bedienoberflächer hinter dem schwarzen Hochglanzpanel verborgen

Dabei lässt sich der Cyrus Lyric ganz bequem per Fernbedienung oder Smartphone, bzw. Tablet steuern. Die Cyrus Audio Cadance App ermöglicht neben der Konfiguration von Eingangssignal und EQ, das Erstellen von Wiedergabelisten innerhalb digitaler Musikdatenbanken, das optionale Umschalten zwischen verschiedenen Cyrus-Einheiten und das Entdecken und Speichern von favorisierten Radiostationen. Und dabei ist dank des TuneIn Radios ein Durchforsten von über tausend Radiostationen in aller Welt gegeben. Erhältlich ist die App kostenfrei für Apple- und Android-Geräte. Erstere lassen sich natürlich ebenfalls über USB als Klangquelle verwenden. Von solch einem Gerät spielt nun auch Valentina Lisitisas Interpretation des Totentanz, der virtuosen Klavierkomposition von Franz Liszt. Die Leistung von 230 Watt pro Kanal verspricht hier auch bei hoher Lautstärke verlustfreien Hörgenuss, und das zu recht. Es lassen sich mitnichten klangliche Einbußen verzeichnen. Auch wird Dynamik ohne unschöne Schalldruckschwankungen zu hohen Ausmaßes transportiert. Im Pianissimo behält das Spiel Ausdruck ohne nach unten wegzubrechen. Im Fortissimo wiederum klingt das Klavier stets klar und deutlich. Für leise Momente befindet sich übrigens etwas versteckt an der Rückseite des Lyric ein Kopfhörerausgang. Handelsübliche 3,5 Millimeter Klinke-Stecker lassen sich hier anwenden, wenn es einen mal nach einer intimen Rezeption der Lieblingsstücke sehnt, bei welcher die Nachbarn ungestört bleiben sollen.

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Der eingebaute grafische Equalizer

Cyrus Lyric (Stealth): Ein echtes Liebhaberstück
Wiedergabequalität 88%
Ausstattung/Verarbeitung90%
Benutzerfreundlichkeit91%
Preis/Leistung82%
88%Gesamtwertung
Leserwertung: (17 Votes)
54%

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