Pünktlich zum Release der nuPro A-500 im Januar konnten wir das neue Aktivgespann schon in unserem Hörraum begrüßen. Wir sind gespannt, was Nubert mit den A-500 klanglich geleistet hat.

Eine der besten Klangschmieden Deutschlands hat ihren Sitz in Schwäbisch-Gmünd. Sie wurde 1975 als Ein-Mann-Betrieb gegründet und wuchs seitdem rasant, räumt auch regelmäßig bei AUDIO TEST vordere Plätze ab und steht in der Lesergunst weit vorn. Erst vor wenigen Tagen erfolgte der erste Spatenstich für ein neues Entwicklungs- und Vertriebszentrum der Lautsprecherspezialisten. Die Rede ist natürlich von der Nubert electronic GmbH. Nun wollen die Schwaben mit den aktiven Standlautsprecher der nuPro-Line 2016 wieder der Konkurrenz das Fürchten lehren. Wir freuen uns, als einer der ersten Redaktionen die schicken A-500 testen zu können. Die nuPro-Reihe bestand bisher nur aus Kompaktlautsprechern, Subwoofer und einer Soundbar. Jetzt kommen noch die neuen HiFi-Standlautsprecher dazu. Der Einsatzbereich der Systemlautsprecher reicht von Multimediaanwendungen über die HiFi-Wiedergabe bis ins Musikstudio. Im Vergleich zu anderen Aktivlautsprechern ist die Ausstattung der nuPro-Line hervorragend. Eine neu hinzugekommene Endstufe, vier automatisch gepegelte Eingänge für unterschiedliche Tonquellen und eine einfach gehaltene Steuerung per Fernbedienung sind die Details, mit denen Nubert punkten will. Nubert liefert mit der A-500 und der A-700 zwei Modelle aus, die im Aufbau ähnlich sind, sich jedoch in Größe der Chassis und Zahl der verbauten Treiber unterscheiden. Dadurch haben die größeren Modelle mehr Maximalschalldruck und Tiefgang. Wir haben uns für unseren Hörraum für die A-500 entschieden, die bei einer Raumgröße von bis zu 40 m2 aus unserer Sicht klanglich bereits optimal liefert. Beide Standlautsprechervarianten verfügen zusätzlich zu den kleineren Modellen noch über einen USB-Versorgungsausgang zum Anschluss eines Wireless-Adapters. Die Ecken der nuPro sind abgerundet um Klangverwirbelungen entgegenzuwirken.

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Den Hochtöner verziert das Logo von Nubert. Einzig die vielen Schrauben stören bei der Ansicht ohne Verblendung

Aufbau und Anschluss

Der Aufbau ist anfangs etwas schwierig zu bewerkstelligen und definitiv für zwei Personen zu empfehlen. Man muss den Lautsprecher auf den Kopf stellen, um die schwere Bodenplatte mit den Füßen anzuschrauben. Da die A-500 relativ schmal sind ist das ein recht kniffliges Unterfangen, so dass wir empfehlen, die Speaker für die Montage hinzulegen. Gut gelöst ist ist die kleine Öffnung in der Bodenplatte zum Durchführen der Kabel. Stehen sie einmal, sind die nuPro fix angeschlossen. Nubert legt jeder ausgelieferten A-500 ein ganzes Set an Zubehör bei, welches wirklich sehr umfangreich ist. Ob eine Fernbedienung oder die entsprechenden Kabel, alles ist reichlich vorhanden.

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Schlicht und einfach: alle digitalen und analogen Eingänge

Ebenso liefert Nubert ein Stereo-Cinch-Kabel auf Klinke mit, um „smarte“ Quellen wie ein Handy anzuschließen. Mit dem optischen Kabel kann man ohne Datenverlust auch das TV-Gerät, Netzwerkplayer, Spielekonsole oder einen Receiver koppeln. Mit Hilfe des USB-Einganges Typ B wird die A-500 zur externen Soundanlage eines Laptops oder Computers. Ein solch bunter Strauß an Anschlussmöglichkeiten ist für Nubert typisch, begeistert uns aber immer wieder aufs Neue, zumal viele andere Hersteller an dieser Stelle eher sparen. Eine Auto-On-Funktion ist in den Aktivlautsprechern verbaut. Sobald ein digitales Signal die Masterbox erreicht, schaltet sie sich und die Slavebox automatisch ein. Andersherum funktioniert es auch und der Stand-by-Modus wird aktiviert. In unserem Test lieferten die nuPros das sicher ab. Beide Lautsprecher werden mit einem 5-Meter-langen Systemkabel verbunden, was ausreichend Platz für ein perfektes Stereopanorama bietet. Dem linken Schallgeber sagen wir noch kurz, dass er tatsächlich links steht und schon kann es losgehen.

Innenleben

Dank der 12-Zentimeter-Chassis ist die A-500 bedeutend schlanker als ihre große Schwester A-700. Dies hat in kleineren Wohnzimmern einen optischen Vorteil und natürlich auch eine Platzersparnis zur Folge, wenn man von der etwas größeren Bodenplatte absieht. Klanglich muss sie sich dabei nicht verstecken. Im Inneren arbeitet eine aktive Weiche sowie drei Digitalverstärker für den Hoch-, Mitten- und Tiefbereich. Die Trennung der Frequenzbereiche erfolgt vor der Verstärkung und gewährleistet eine saubere Verarbeitung des Signals. Jedes analoge Signal wird digitalisiert, dann in die Frequenzbereiche getrennt und an die Endstufen geschickt. Einmal digitalisiert, bleibt das Signal so, bis es wieder ausgegeben wird. Sollte man schon digitale Signale zuführen (beispielsweise per CD-Player), können diese über die drei Digitaleingänge (USB, S/PDIF optisch und elektrisch) an die Aktivbox angeschlossen werden. An dieser Stelle sollte man noch kurz den Ausgang für einen aktiven Subwoofer erwähnen, den jeder der Lautsprecher besitzt. Durch diese symetrische Bauweise ist es möglich, den Weg zu den angeschlossenen Geräten relativ kurz zu halten. Mit nuFunk hat die baden-württembergische Klangschmiede zudem ein Produkt auf Lager, das digital (toslink) oder analog angeschlossen werden kann und die Verbindung kabellos herstellt. Die Empfindlichkeit der analogen Eingänge werden durch die intelligente Elektronik der nuPro bestimmt. Erreicht eine zu hohe Spannung die Eingänge, verringert die A-500 automatisch die Empfindlichkeit. Das Display bietet verschiedene Ansichten. Man hat die Wahl zwischen der Anzeige der Lautstärke, des nuPro-Schriftzuges oder einfach einem ausgeschalteten Display, was wir im Dauerbetrieb bevorzugen. Besonders lobenswert ist, dass vorgenommene Einstellungen gespeichert werden, wenn das Display auf die Standardansicht wechselt. Selbst nach einem Ausschalten und einer Trennung vom Stromnetz behält die A-500 alle Einstellungen. Den Bassbereich, sowie den Mittel- und Hochtonbereich kann man jeweils um 12 dB anheben und absenken. Eine Balance Einstellung hilft, den Hörabstand zu individualisieren.

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Die nuPro A-500 sind eine wirkliche 3-Wege-Box. Die Mitteltöner besitzen ein eigenen Verstärkerkanal und ein eigenes Innengehäuse. Wie auch die Hoch- und Tieftöner

Große Klänge

Die vollaktive Drei-Wege-Box füttern wir zunächst mit dem Song „Chandelier“ der australischen Sängerin und Songwriterin Sia von dem Album „1000 Forms of Fears“. Er gehört zum Genre Pop, Electronica und R&B und wurde bei den Grammy Awards 2015 in drei Kategorien nominiert und ist für viele Schallwandler eine Herausforderung, die Bässe korrekt darzustellen. Nicht so bei den nuPros: Wir sind absolut über den Druck der Bässe und vor allem deren Klarheit und Prägnanz überrascht. Es entsteht ein Abbild eines Songs mit Tiefgang, mit treibenden Klängen die auch in den Feinheiten gut aufgelöst sind. Die Nubert arbeitet nach dem Downfire-Prinzip, bei dem der Klang nach unten gerichtet abgegeben wird und damit für besonders druckvolle Bässe sorgt. Das elektronische Schlagzeug kommt präzise daher und wir haben den Eindruck, dass es selbst den A-500 Spaß macht, so richtig loslegen zu können. Genau das erwarten wir von Lautsprechern. Unser nächster Testtitel ist ein Discofox aus dem Jahre 1977 von den Bee Gees. Mit „Stayin’ Alive“ aus dem Film „Saturday Night Fever“ mit John Travolta wollen wir uns anhören, wie die nuPros mit dem typischen, höhenbetonten Discosound der ausgehenden 70er klarkommen. Die Höhen sind dabei sehr gut ausgewogen und die Differenzierung der verschiedenen musikalischen Ebenen ist deutlich vernehmbar, auch wenn der ein oder andere Ton etwas überzeichnet an unser Gehör gelangt, was wir zu Teilen auch der von uns genutzten Abmischung zuschreiben. Die nächste Zuspielung kommt von der Kultband Rolling Stones. Die Rede ist von „Satisfaction“. Was hier die Lautsprecher wiedergeben, ist studioreif. Gerade rockige Passagen zeigen vielen anderen Schallgebern ihr Grenzen auf. Nicht die Nuberts, sie schaffen das, was andere zum Schwitzen bringt – mit einer Leichtigkeit und Lebendigkeit. Tiefgehend ist auch der Bass, er fängt nie an zu dröhnen, er bleibt sehr transparent und definiert.

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Eine der möglichen Anzeigen des Displays: die Lautstärke

Für die Überprüfung der Mitten wählen wir Reinhard Mey mit seinem Titel „Wahlsonntag“ aus dem Album „Farben“ von 1990. Der Text wird sehr schnell gesungen, was natürlich auch ein Markenzeichen des Berliners ist. Doch damit haben die Nuberts überhaupt kein Problem. Feingezeichnet und verständlich geben sie die Mitten wieder. Reinhards Meys Stimme wird nicht verfälscht, die Sprachverständlichkeit gefällt uns sehr gut, haargenau und sehr deutlich – als spiele er gerade vor einem – findet die Wiedergabe statt, so dass wir die nuPros im Setup auch ruhigen Gewissens für einen Heimkinoabend empfehlen können. Als nächstes wählen wir ein Orchesterstück vom Komponisten Bedrich Smetana. Sein wohl bekanntestes Werk ist „Die Moldau“ aus dem sinfonischen Zyklus „Mein Vaterland“. Die Komponisten nutzten im 19. Jh. oft Motive aus dem Volksliedgut oder gaben ihren Werken Namen aus Orten oder Mythen. So auch Smetana. „Die Moldau“ schildert den Lauf des Flusses von den Quellen bis sie in die Elbe mündet. Der Anfang, gespielt von den Holzblasinstrumenten, erklingt so mühelos und klar aus den nuPro heraus, dass wir überzeugt waren, mitten in dem Konzert zu sitzen. Als die tieferen Streicher einsetzen, glauben wir zu vernehmen, wie die Nuberts nochmal alles geben, um das warme Klangbild noch wärmer umzusetzen. Im späteren Abschnitt, wenn die Blechbläser mit ihrem fanfarenartigen Einsätzen hinzukommen, wird unser Hörraum gefüllt mit einem akustischen Hochgenuss. Sogar als Smetana dem Orchester ruhige Töne vorgibt, geben die A-500 nicht auf und erfreuen uns mit einem Detailreichtum, über den wir nur staunen konnten. Generell kann man sagen, dass der samtige Klang des Streichapparates das Gesamtbild abrundet und mit Perfektion aufwartet. Dabei sind besonders die klassischen Streichinstrumente durch die große Bandbreite der Frequenzen sind für jeden Lautsprecher eine echte Herausforderung. Mit ihrem Preisleistungsverhältnis und der Bandbreite der Anwendungsgebiete, sind die A-500 eine echte Kaufempfehlung und gehören in die Reihe „Lieblinge der Redaktion“.

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Das Besondere an der A-500 ist die Auflademöglichkeit von akkubetriebenen Quellen per USB

Fazit

Selten überraschte uns so ein Lautsprecher. Die nuPro A-500 glänzt mit einem kraftvollen Bass und sehr ausgewogenen und direkten Mitten. In dieser Preisklasse ein absolutes Highlight. Besonders die Schlankheit mit dem fantastischen Klangbild hat es uns angetan. Mit integrierten Einstellmöglichkeiten, dem Zubehör und einer fantastischen Verarbeitung punktet die A-500. Sehr gute Soundqualität für einen erschwinglichen Preis. Bewundernswert!

Nubert nuPro A-500: Schwäbische Klangaktivisten
Wiedergabequalität 90%
Ausstattung/Verarbeitung91%
Benutzerfreundlichkeit90%
Preis/Leistung80%
88%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
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Eine Antwort

  1. ohrenfieper

    Schönes Review. Aber – 80% Preis-Leistung – muss man nicht verstehen? Welcher LS in dem Segment hat bitte bessere Preis-Leistung?

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