Es ist offiziell, der Bundesverband Musikindustrie teilte gestern mit: Zum ersten Mal wurde mehr Umsatz mit Musikstreaming als mit dem Verkauf von Audio-CDs erzielt.

Musikliebhaber philosophieren gern über die besten Trägermedien für ihre „Hörschätze“. Die einen schwören auf die CD, für andere sind nur Schallplatten das Wahre und wieder andere lieben High-Res-Downloads. Fakt ist, dass in Deutschland bisher die CD für den meisten Umsatz in der Musikbranche sorgte. Doch das scheint jetzt endgültig vorbei zu sein.

Blick zurück

Von Philips und Sony erfunden bzw. standardisiert, wurde 1981 die CD auf der IFA vorgestellt. Mit ihr war es erstmals möglich, Musik hochwertig digital zu speichern und wiederzugeben. Aufgrund des Formfaktors, ihrer einfachen Handhabbarkeit sowie der Rauschfreiheit machte sie sich daran, die Schallplatte abzulösen. Was ihr auch fast gelang.

Das erste Album, welches auf einer Audio-CD veröffentlicht wurde, war übrigens „The Visitors“ von ABBA. Interessant dabei: das Album kam noch vor dem ersten CD-Player auf den Markt. Das war übrigens der Sony CDP-101. Ihn konnte der CD-Liebhaber ab dem 1. Oktober 1982 erwerben.

 

Musikstreaming boomt

Doch mit dem Siegeszug von Spotify und Co. haben sich die Hörgewohnheiten bzw. Ansprüche an die Verfügbarkeit von Musik geändert. Die meisten Konsumenten wollen ihre Musik sofort und überall hören und das am besten unabhängig vom Gerät.

Schon 2013 hatte in Schweden das Musikstreaming die CD überholt und in den USA war es 2015 soweit. Jetzt ist als Deutschland an der Reihe. So erreichte die CD in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur noch einen Marktanteil von 34,4 Prozent. Das Musikstreaming kam im selben Zeitraum auf 47,8 Prozent Marktanteil. Das bedeutet, dass das Audio-Streaming um 35,2 Prozent zulegte. Die CD verlor fast ein Viertel des Marktes.

Ja, harte Zeiten für Fans der silbernen Scheibe, die sich nicht auf einen schnellen Internetanschluss verlassen wollen, um ihre Lieblingsmusik zu hören.

Aber Schallplatte kommt doch zurück – oder?

Alle, die nun glauben, mit dem Untergang der Audio-CD würde die Schallplatte wieder ihren alten Platz erkämpfen, auch die enttäuschen die Zahlen. Die schwarzen Scheiben tragen in Deutschland weniger als fünf Prozent zum Gesamtumsatz bei. Ein beachtlicher Wert für einen Totgeglaubten, aber lange noch keine Gefahr für Streaming oder CD.

Wie geht es mit der CD weiter?

Es scheint sicher, dass CDs aussterben werden. Digital kann Musik nämlich viel einfacher und hochwertiger abgelegt werden als auf einer Audio-CD. Die Schallplatte hingegen wird aufgrund ihrer „Analogität“ zumindest in der Nische ein sicheres Dasein führen.


PS: Wenn Sie trotz dieser Meldung weiterhin Lust auf Audio- oder gar SACDs haben – unsere aktuellen Tests finden Sie hier.

Bildquellen:

  • Die CD stirbt: Thomas Kirsche (Canva)