Kompromissloses hochrechnen des eingegebenen Audiosignals – somit versucht Musical Fidelity beim neuen D/A-Wandler der M6-Serie innovative Wege zu beschreiten. Ob das funktioniert, erfahren Sie in unserem Testbericht.

Es kann einem durchaus kurz schwindelig werden, wenn man sich vor Augen führt, mit welch einem Tempo eine technische Revolution auf die vorangegangene folgt. Stetig fortschreiten, immer schneller den Sternen entgegen – die exponentielle Entwicklungskurve scheint manchmal schlichtweg realitätsfern. So ist es mittlerweile kaum mehr vorstellbar, dass die CD vor nicht allzu langer Zeit als das Maß der Dinge galt – Musik hören ohne Knacken und Knistern. 44100 Signalabtastungen in der Sekunde: Das war die Zukunft. Heute wird diese Zukunft als „bloß“ CD-Qualität belächelt. Die CD selbst, so stellte AUDIO TEST Chefredakteur Stefan Goedecke in Ausgabe 02/17 treffend fest, wird bisweilen schon fast als analog betrachtet, da sie ja eingelegt wird. Dass die Vinyl-Schallplatte noch lange nicht abzuschreiben ist, wie es vor einigen Jahren noch vorhergesehen wurde, steht außer Frage. Doch sieht die Zukunft der CD indes weniger rosig aus. Zum einen ihre verhältnismäßig kurze Lebensdauer, zum anderen ihre mittlerweile um Welten überholte Klangqualität – die CD wird neben dem Streaming zunehmend das Nachsehen haben. So lassen sich doch mittlerweile Datenmengen auf heimischen Netzwerkservern lagern, welche jede noch so gigantische CD-Sammlung in den Schatten stellt. Von Musical Fidelity hatten wir erst vor Kurzem einen entsprechenden Netzwerkstreamer mit Vollverstärker im Hörlabor. Der M6 Encore stellte auf eindrucksvolle Manier unter Beweis, dass die Zukunft den Servern und Netzen gehören wird. Dass Musical Fidelitys beliebte M6-Serie mit dem M6s DAC nun auch in Sachen Wandler Kurs auf Zukunft setzt, hat uns da natürlich aufhorchen lassen.

Die Fernbedienung kennen wir bereits von anderen Geräten aus dem Hause Musical Fidelity, mit welchen sie natürlich auch kompatibel ist

Musical Fidelity M6s DAC

Die Formsprache des Wandlers knüpft unverkennbar an das zeitlose Chic der M6-Serie von Musical Fidelity an. Unaufdringlich und in der Ausführung solide. So wussten in der Vergangenheit bereits diverse andere Geräte aus dem Hause Musical Fidelity den Ästheten im HiFi-Redakteur für sich zu gewinnen. Die schlichte mattschwarze Gehäusefront ist lediglich mit einer ganzen Reihe Statusanzeigen und einem Volumenregler versehen. Denn der M6s DAC verfügt über einen eigenen Vorverstärker, sodass eine Endstufe oder Aktivlautsprecher direkt über den Wandler angesteuert werden können. Jedoch kann die Vorverstärkereinheit auf Wunsch gänzlich deaktiviert werden, dafür ist an der Rückseite des Geräts ein etwas versteckter Schalter angebracht. Dort befinden sich auch die Anschlüsse des Wandlers. Gefüttert werden kann der Musical Fidelity M6s DAC über S/PDIF Koaxial-Eingänge oder optische TOSLink-Verbindung. Dafür sind jeweils drei an der Zahl vorhanden. Außerdem spendierte man dem Wandler einen USB-Anschluss, wobei es im ersten Moment etwas verwundert, dass hier nicht USB-A oder wie sonst oft im Gebrauch USB-B zum Einsatz kommt, sondern Micro-USB. Der zukunftsgewandte Hersteller geht hier wohl von einer zunehmenden Standardisierung aus. Nicht uninteressant. Somit weiß der DAC nicht nur alle gängigen hochauflösenden Formate zu verarbeiten, sondern nimmt obendrein auch DSD 64 (2,8 Mhz) und DSD 128 (5,6 Mhz) entgegen. Ausgegeben wird das Signal entweder über Cinch oder XLR, jeweils in einfacher Stereo-Ausführung, was unserer Meinung nach vollkommen genügt. Denn als Schmankerl gönnte man dem DAC obendrein einen 6,3 mm-Kopfhörerausgang, sodass der M6s DAC nicht nur ein kompetenter Wandler ist, sondern auch als ein heimlicher Kopfhörerverstärker seine Aufwartung macht.

Musical Fidelity M6s DAC D/A Wandler Innenansicht

Viele Schaltungskomponenten braucht der Musical Fidelity M6s DAC nicht – sehr aufgeräumt daher das Innenleben

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Bildquellen:

  • Musical Fidelity M6s DAC Remote: Bild: Auerbach Verlag
  • Musical Fidelity M6s DAC In: Bild: Auerbach Verlag
  • Musical Fidelity M6s Back: Bild: Auerbach Verlag
  • Musical Fidelity M6s DAC: Bild: Auerbach Verlag