Mit dem Unico Due legen Unison Research in der Unico Serie mit einem kräftigen Hybrid-Vollverstärker nach. Ob dieser auch wirklich mit süßem Röhrenklang zu begeistern vermag, lesen Sie hier im Test.

Il Dolce Suono

Fun Fact: Der Hersteller Unison Research teilt sich rein zufällig sein Alter mit einem gewissen Testredakteur. Schon 1987 wurde der Hersteller von einer Gruppe passionierter Klangliebhaber um Giovanni Maria Sacchetti im schönen Venedig gegründet. Den meisten Lesern dürfte Unison Research wohl durch ihre vollständig in Röhrentechnik aufgebauten Vollverstärker, sowie Vor- und Endstufen bekannt sein. Allerdings finden sich auch Lautsprecher und Produkte, die sich zumindest anteilig auf Transistorschaltungen verlassen, im Sortiment der Italiener.

Genau in letztere Kategorie fallen die Gerätschaften der Unico Serie, zu der auch unser Testproband gehört. Der Begriff der Hybrid-Bauweise hat sich für diese Fusion der beiden einst als einander ablösend gedachten Technologien eingebürgert. In den 1960er Jahren war man noch überzeugt, der Transistor würde die Röhre über kurz oder lang ablösen. Irrigerweise, wie nun bekannt ist, zumal heutzutage immer noch viele Menschen vom „warmen Röhrensound“ schwärmen. Und das nicht nur im HiFi-Bereich. Aber man stürzte sich damals auch nicht ohne Grund auf die Transistortechnologie, überkam diese doch, gerade in Sachen machbarer Ausgangsleistung, einige Limitierungen der Röhrentechnik.

Unison Research Unico Due Vollverstärker Amp Amplifier Test Review Inside

In der Vorstufe arbeiten zwei Doppeltrioden vom Typ ECC83. Der Ringkerntrafo des Netzteils ist ein neues, vergossenes und abgeschirmtes Modell. Wo Röhren und Transistoren sind, da ist auch Wärme. Unison Research begegnet dieser mit massiven Kühlrippen

Aus Zwei mach Eins

Unison Researchs Unico Due soll nun das Beste aus beiden Welten vereinen. Dafür bedient man sich einer Kombination aus Röhrenvor- und Transistorendstufe. In der Vorstufe arbeitet jeweils pro Kanal des Stereoverstärkers eine Doppeltriode vom Typ ECC83, auch bekannt als 12AX7. Dieser Röhrentyp ist häufig in der Rolle als Spannungsverstärker in Vorstufen zu finden, so zum Beispiel bei Instrumentenverstärkern. Eine bewährte Auswahl also. Und nur um an dieser Stelle schon mal den Trollen vorzugreifen, die beiden Glaskolben arbeiten mit einer satten Betriebsspannung von 300 Volt (V). Es handelt sich also nicht um eines der gefürchteten „Starved Plate Designs“. Hätte uns bei Unison Research auch mehr als gewundert.

Der in der Vorstufe geformte Klang wird dann von einer Transistorendstufe, die auf eine Mischung aus MOSFETs, wie auch Bipolaren Transistoren setzt, weiter übertragen. Diese liefert 100 Watt (W) an einem Abschlusswiderstand von 8 Ohm, 180 W an 4 Ohm und ist ungewöhnlicherweise sogar bis zu 2 Ohm hinab belastbar. Hier liefert der Unico Due dann sage und schreibe 290 W pro Kanal. Auch Besitzer leistungshungriger Lautsprecher sollten hier auf ihre Kosten kommen. Besonderes Augenmerk wurde auf eine hohe Linearität der Endstufe gelegt. Somit soll der klangliche Einfl uss gegenüber der gewollten Färbung der Vorstufe minimiert werden und sich anteilig im Gesamtbild zurücknehmen.

Abseits davon hat man auch generell beim inneren Aufbau eher geklotzt, als gekleckert. So fi nden sich hier hochwertige Kondensatoren von so bekannten Fabrikaten wie Mundorf und WIMA. Auch kommen extra großzügig dimensionierte Kupferleitbahnen auf der gesamten Platine zum Einsatz und man hat gegenüber den Vorgängern der Serie die Netzteilkapazität durch einen neuen Transformator auf 80 000 Picofarad erhöht. Der Frequenzgang wird übrigens von 12 Hertz (Hz) bis 100 Kilohertz (kHz) angegeben und reicht somit weit in die Infra- und Ultraschallbereiche.

Unison Research Unico Due Vollverstärker Amp Amplifier Test Review

Auch durch die Lüftungsgitter sind eine Handvoll der zahlreich verbauten WIMA-Kondensatoren gut erkennbar

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Bildquellen:

  • _MG_7268: Bild: Auerbach Verlag
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