Und wieder einmal versucht Teufel seine Konkurrenten mit einem neuen Kopfhörer zu übertreffen und auszubooten. Die Berliner haben lange für die Entwicklung eines eigenen Noise-Chancelling-Kopfhörer gebraucht – zu recht?

Mit 170 Euro versucht Teufel die Platzhirsche aus ihrem bestehenden Territorialgebiet zu verdrängen. Erstes Argument: Der Preis. Die direkten Widersacher sind meist 100 Euro teurer. 240 Gramm ist der Berliner schwer, während die Konkurrenz etwas leichter daherkommt. Der Mute ist größtenteils aus Kunststoff (Protein-Leder) hergestellt und macht einen soliden Eindruck. Der Tragekomfort ist angenehm und wird durch das gepolsterte Kopfband verstärkt. Der Mute hat einen leicht erhöhten Anpressdruck und sitzt dadurch etwas straff. Jedoch werden durch die passive Isolation automatisch auch mehr Geräusche der Umgebung herausgefiltert. Größere Kopfdurchmesser könnten sich zwar etwas eingeengt fühlen, weil die Ohrmuschel nicht so geräumig ist, dafür ist sie sehr weich und gut gepolstert. Hier hilft nur probieren, ob er sich für den jeweiligen Träger wirklich eignet. Viele Kopfhörerkäufer entscheiden in erster Linie nach dem Tragekomfort und dann nach dem Klang. Denn was nützt ein toller Sound, wenn man den Schallgeber nach 10 Minuten wieder absetzten muss – insofern: Ausprobieren! Der ohrumschließende, geschlossene Kopfhörer wird mit einem stabilen Softcase für den Transport geliefert und durch die einklappbaren Ohrmuscheln kann er platzsparend verstaut werden. Ebenso gibt es ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschlusskabel, leider ohne integrierter Fernbedienung mit dazu, sowie einen Flugzeugadapter. Für die Activ-Noise-Chancelling-Funktion (ANC), die eine Laufzeit von 40 Stunden (!) aufweisen kann, wird eine AAA-Batterie benötigt und beigelegt. Der Betrieb des Mute ist natürlich auch ohne diese möglich, man muss dann nur auf die ANC-Funktion verzichten und kann jedoch in aller Ruhe seiner Musik weiter lauschen – nur ohne die Geräuschunterdrückung. Diese funktioniert sehr gut. Tiefe Brummgeräusche werden gut gefiltert, ein deutliches Plus auf Flugreisen. Die höheren Frequenzen werden durchgelassen, so dass man weibliche Ansagerstimmen, wie auf dem Bahnhof, trotz ANC gut vernehmen kann und nicht befürchten muss, wichtige Durchsagen zu verpassen.

Kein eingebauter Akku – sondern eine günstige AAA-Batterie wird benötigt

Kein eingebauter Akku – sondern eine günstige AAA-Batterie wird benötigt

(Klang-)Wunder?

Mit voller Spannung nehmen wir den Teufel Mute in Gebrauch und stellen fest, das die Berliner ihrem Klangbild treugeblieben sind: die Bässe sind teufel-typisch erhöht und die Höhen kommen etwas zu kurz. Dadurch klingen sie etwas dumpfer als manch vergleichbarer Kopfhörer. Doch die tonale Abstimmung ist wie vieles andere auch – Geschmackssache. Uns gefällt sie und wir fangen unseren Hörtest mit „Im coming out“ von Diana Ross aus dem Jahre 1980 an. Die Funk-Nummer braucht gute Bässe und Mitten. Der Mute liefert ganz souverän die Leistung und das komplette Arrangement kommt mit einer Leichtigkeit rüber, dass es schwer fällt, nicht im Takt mitzuwippen. Der Klang ist überhaupt nicht analytisch, sondern überzeugt mit einer Wärme, die sonst viel teueren Kopfhörern vorbehalten ist. Die Räumlichkeit ist nicht ganz optimal, aber das wird den sonst geschmeidig klingenden Teufel gern verziehen. Unser nächster Testtitel stammt von Jean Frankfurter, einem der erfolgreichsten Schlagerkomponisten, der schon über 50 Mal in den Charts mit seinen Kompositionen vertreten war. „Fehlerfrei“ aus dem Album Farbenspiel von Helene Fischer werden wir nun zu Gehör bringen. Auch hier kommen wir richtig ins Schwärmen. Deutlich und differenziert harmoniert die Stimme von Helene Fischer mit dem instrumentalen Klangteppich. Auch wenn die höheren Frequenzen nicht ganz durchkommen, begeistert uns der kleine Teufel. Mit AC/DCs Hells Bells bringen wir den Mute noch zum Beben. Dies ist genau der richtige Musiktitel für unseren Kandidaten. Das Schlagzeug klingt präzise und bildet mit dem Bass eine großartige Basis für die Gitarrensoli von Agnus Young. So muss Rockmusik sein! Einzig bei der räumlichen Darstellung eines großen orchestralen Werkes wie die „Ungarische Rhapsody No. 2“ von Franz Liszt zeigt der Kopfhörer leichte Schwächen. Hier ist merkt man seinen doch günstigen Preis etwas an. Ansonsten ist der Mute ein Kopfhörer, den man beim einem Neukauf in Erwägung ziehen sollte, auch wenn er noch nicht den Anschluß an die Klangelite gefunden hat. Für seinen Preis ist er jedoch unschlagbar. Unser Tipp: Anprobieren, Anhören, Entscheiden.

Fazit

Ja und wieder bringt die Firma Teufel ein Produkt auf den Markt, welches die Konkurrenz das Fürchten lehren will. Der Preis ist natürlich eine Kampfansage an die teuren Mitbewerber. Mit dem Mute gelingt Teufel der Start mit ihrem ersten ANC-Kopfhörer gut. Wer basslastige Musik gerne hört, ist mit unserem Testkandidaten gut bedient und macht bei einem Kauf nichts falsch.

Teufel Mute: Vollkommene Stille
Wiedergabequalität83%
Ausstattung/Verarbeitung80%
Benutzerfreundlichkeit86%
Preis/Leistung85%
84%Gesamtwertung

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