Test: Wilson Audio Alexia V – High End Standlautsprecher

Achtung Deutschlandpremiere! Wir haben die Wilson Audio Alexia V als erstes Deutsches HiFi-Magazin exklusiv im Anwender-Test. Tauchen wir gemeinsam ein in die Welt des absoluten High-End-Sounds von Wilson Audio.

Wenn perfekter Klang auf perfektes Design trifft

Wilson Audio ist dafür bekannt einige der preisintensivsten Lautsprecher der Welt anzubieten, allerdings bieten diese auch sehr, sehr viel fürs Geld – und das ein Leben lang. Firmengründer und Soundmastermind David A. Wilson ist vor fünf Jahren viel zu jung verstorben und hat die Firmengeschicke in die Hände seines Sohnes Daryl Wilson gegeben.

Wir von der AUDIO TEST sind in Sachen Neuerscheinungen nach jahrelanger Erfahrung kaum noch aus der Fassung zu bringen. Aber seit die Sound-Ikone Alexia V im Verlagsgebäude agekommen ist, gehen die Uhren hier in Leipzig doch wieder etwas anders. Entgegen unserer Profession ringen wir seitdem nach Worten, um das Klangerlebnis beschreiben zu können, das uns durch das Know-How von Wilson Audio zuteil wurde. Sound-Zeitenwende, Design-Titan und Deutschlandpremiere sind am Ende nur leere Worthülsen, gemessen an dem tatsächlichen Eindruck, den die Wilson Audio Alexia V in unserem Hörraum hinterlassen hat.

Aller guten Dinge sind drei

High-End-Großkaliber wie die Alexia V reisen nicht mit DHL. Angemessener erscheint der Transport in einer hölzernen Überseekiste, sorgsam überwacht durch den Junior-Chef von Audio Reference, Lorenzo Mamaghani. Für die, die es nicht mitbekommen haben: Wilson Audio befindet sich seit 2019 im Portfolio des traditionsreichen High-End-HiFi-Vertriebs aus der Hansestadt.

Dank Verwendung des X-
Materials und Verfeinerung
der internen Verstrebungen,
Wandstärken hat Wilson
Audio die Gehäusedämpfung
der Alexia V auf Referenzniveau gebracht
Dank Verwendung des X- Materials und Verfeinerung der internen Verstrebungen, Wandstärken hat Wilson Audio die Gehäusedämpfung der Alexia V auf Referenzniveau gebracht

Dabei waren die Klang-Götter dem Transport der Traumlautsprecher zunächst nicht gerade hold. Ganze drei Anläufe, nebst Kontakt zum ADAC, Autovermietung und Tierarzt (wir ersparen uns die Details) nahm das Unterfangen in Anspruch. Doch endlich traf die Alexia V an einem fast schon sonnigen Vormittag im April im Auerbach Verlag ein.

Von hier an lief dann alles glatt und nach einer guten Stunde Aufbauzeit, warteten die Alexia V in unserem Hörraum auf neugierige Probanden. Schließlich war dies nach langer Zeit mal wieder ein Besuch der legendären Lautsprecher aus dem Wüstenstaat der USA und die wollte jeder im Verlag mal sehen und natürlich auch Probe hören. Potenziellen Interessenten sei hier gleichmal die Angst genommen. Sie müssen sich nach dem erfolgreichen Investment in ein Standlautsprecher-System von Wilson Audio keineswegs noch einen halben Tag mit dem Aufbau beschäftigen. Wie in unserem Fall besorgt ein sachkundiger und freundlicher HiFi-Fachmann vom Vertriebsteam die Einrichtung der Wilson Audios. Auch die 50 – 80 Stunden Einspielzeit werden von Audio Reference in Hamburg vorsorglich ausgeführt. Das nennen wir mal Service!

Ein Hohelied der Audiokunst

Sind die akustischen Parameter des Raumes ermittelt, lässt sich die optimale Hörerposition bestimmen und die Alexia V kann entsprechend ausgerichtet werden.

Im Fachsprech wird die Einrichtung „WASP“ genannt und das steht fürWilson Audio Set-Up Procedure“. Dabei fällt uns sogleich der erfrischend analoge Charme des Vorgangs ins Auge. Wir von der AUDIO TEST folgen bei der Einrichtung standesgemäß „The Wilson Way“ und verlassen uns somit auf Stimme und Gehör, um die sogenannten „fields of neutrality“ auszumachen. Im „field of neutrality“ entgegen dem Negativpendant „field of interaction“ performen die Alexia V naturgemäß am wenigsten beeinflusst von Schallreflexion.

Wichtig ist hier der Abstand zu den Wänden, um den Lautsprecher herum sowie der Abstand zur gewünschten Hörposition selbst, nebst deren Höhe in Relation zu Größe, Form und Tiefe des Raumes. Schematisch und kenntnisreich werden die Alexia V auf der Grundlage subjektiv-perzeptiven Feedbacks vor unseren Augen justiert. Über die mechanische Höhenverstellung der einzelnen Lautsprecher-Komponenten, wie zum Beispiel von Hochton- und Mitteltoneinheit, kann ein beeindruckendes Maß an akustischer Wirkmächtigkeit herausgekitzelt werden. Die sogenannten „fields“ markieren Zonen physikalischer Erfahrungswerte, die Wilson Audio über viele Jahre dokumentiert und ausgewertet hat. Diese Erfahrungswerte ermöglichen den perfekten Aufbau eines jeden Lautsprechers – auch in akustisch schwierigen Räumen mit etwa ausladenden Glasfronten.

Im mittleren Frequenzbereich setzt Wilson Audio auf hauseigene Flaggschiff-Technologie und spendiert mit dem QuadraMagTM-Hauptmitteltöner ein überragendes Tool, für einen detailreichen sowie lebensechten High-End-Sound.
Im mittleren Frequenzbereich setzt Wilson Audio auf hauseigene Flaggschiff-Technologie und spendiert mit dem QuadraMagTM-Hauptmitteltöner ein überragendes Tool, für einen detailreichen sowie lebensechten High-End-Sound.

Doch wie beschreibt man einen derart kosmischen High-End-Boliden mit dem nötigen Abstand zur Sache sowie der gebotenen Ehrfurcht zum Objekt? Wie beschreibt man einen technischen Meilenstein, der am ehesten einem „Konzept-Lautsprecher“ gleichkommt. Einen Meilenstein, der in der vorliegenden Konfiguration mit 92.000 Euro, das Jahresgehalt eines Otto-Normalverbrauchers doch weithin übersteigt.

Inhalt und Aufbau

Beginnen wir unser Liebeslied mit einer, soweit es geht, nüchternen Bestandsaufnahme. Allein die Höhe von knapp 1,30 Meter und das Kampfgewicht von rund 120 kg nötigt uns erstmal Respekt ab. Die Akustik Diodes, auf denen die Alexia V stehen, sind dabei so konstruiert, dass sie Schall, der nach unten abgeht, gleichmäßig verteilen. Die über zwei Zentner Audioingenieurskunst aus Utah sind modular aufgebaut. Genauer gesagt bestehen sie aus einem Tieftonsegment und einer Mitteltöner-Tweeter-Einheit.

Die strenge Silhouette des edlen, in Cobalt Blue Satin gehaltenen Gehäuses – weitere Farben sind auf Wunsch erhältlich – transformiert, die windgepeitschten Formen der Wilson Audio Alexia V in ein heroisches Design, das frei von schnöder Prunksucht und zielloser Gigantomanie ist. Stand doch nichts als Funktionalität, neben den wohlgemerkt raumgreifenden Anforderungen eines überragend lebensechten Sounds, für die Konzeption der aufragenden Bögen und kurvigen Linien der High-End-Traum-Türme im Vordergrund. Dieses kompromisslose Ingenieurskonzept spiegelt sich auch in den über 30 signifikanten Modifikation gegenüber dem Vorgängermodell Alexia 2 wieder.

Überhaupt ist die neue V – technisch gesehen – beim Wilson State of the Art ganz weit vorne mit dabei. Sogar hauseigene Flaggschiff-Technologie aus der legendären Chronosonic wurde, wenn auch gewissenhaft dosiert, der markanten Konstruktion punktuell verabreicht. Doch erzählen wir die Dinge hübsch der Reihe nach.

Das namensgebende Buchstabe V bezieht sich wenig verklausuliert auf den besonders resonanzarmen V-Material Verbundstoff, der im aufwendig lackierten Gehäuse der neuen Alexia zum Einsatz kommt. Das V-Material ist dabei in die Oberseite der Tief- und Mitteltöne eingebettet, um Schwingungsdämpfung und -Kontrolle zu verbessern.

Die Ausrichtungsbrücke des Mitteltongehäuses (Libelle) ist derart gestaltet, dass sie mit der neuen Form äußerst elegant verschmilzt und ihre strukturelle Integrität erhöht
Die Ausrichtungsbrücke des Mitteltongehäuses (Libelle) ist derart gestaltet, dass sie mit der neuen Form äußerst elegant verschmilzt und ihre strukturelle Integrität erhöht

Doch für die Herstellung der fulminanten Superlautsprecher-Gehäuse wird von Wilson Audio eine Vielzahl exklusiver Materialien verwendet. Darunter fallen sowohl neueste Versionen des X- und S-Material, nebst dem schon erwähnten, strategisch in Form gebetteten V-Material, sowie Kohlefaser und Aluminium in Luft- und Raumfahrtqualität. Fehlt nur noch ganz viel Hingabe und Leidenschaft zur Sache sowie austenitischer Edelstahl und Goldverbindungen im gesamten Signalweg. Natürlich wurde jedes Element sorgfältig ausgewählt und für seine besondere Rolle im Wilson-Kosmos hinreichend optimiert.

Vom X im Wilson-Sound

Durch die Verwendung des geheimnisvollen X-Materials – und zwar in allen drei Modulen – und die methodische Verfeinerung der internen Verstrebungen, Wandstärken usw. hat Wilson Audio die Gehäusedämpfung der Alexia V Lautsprecher zu einem neuen Referenz-Standard erhoben. Zudem wurden die Wandstärken der Gehäuse selbst sorgfältig optimiert. Das Innenvolumen des Mitteltongehäuses wurde um 6,4 % erhöht, um einen offener klingenden Frequenzbereich zu ermöglichen. Das Innenvolumen des Tieftongehäuses wurde im Vergleich zur Alexia 2 sogar um 8,9 % vergrößert, was zu einer tieferen unteren Grenzfrequenz sowie einem schnelleren Einschwingverhalten führt.

Die Ausrichtungsbrücke des Mitteltongehäuses (Libelle) ist derart gestaltet, dass sie mit der neuen Form äußerst elegant verschmilzt und ihre strukturelle Integrität erhöht. Die analoge Brücke verstärkt den äußeren Rahmen des Moduls und ist eine titanische Konstruktion aus einer Kombination von X-Material und Aluminium. Das für die Kopplung des Mitteltöners verwendete S- Material bietet in diesem Zusammenhang eine überlegene Option für eine besonders offene und präzise Klangdarstellung aller nur denkbaren Spielarten von Musik.

Aussparungen an der Oberseite der Sasha DAW-Tieftöner reduzieren unerwünschten Druck zwischen dem Mittel- und dem Tieftongehäuse. Auch das aerodynamische Hochtonmodul wurde ebenfalls neu definiert. Es bietet nun genügend Raum, um einen noch größeren Convergent Synergy Carbon-Hochtöner bequem unterzubringen. Die präzisiere Ausrichtung der einzelnen Treiber untereinander ermöglicht eine zielgerichtete Abstimmung der Hörachse. So erleben wir unsere Lieblingsmusik durch feinaufgelöste Mikrodetails wie neu. Eine präzisere zeitliche Konfiguration in allen Hörpositionen verstärkt diesen Eindruck weitreichend.

Darf es mehr sein?

Wilson garantiert lebenslangen Ersatz für alle Teile. Sollte etwas kaputt gehen, baut Wilson die Komponente nach. Auch in Sachen Lackierung präsentieren sich die Alexia V alles andere als gewöhnlich. Jeder Lautsprecher besitzt eine variable Lackierdicke und Stärke der verschiedenen Lackschichten. Die Lautsprecher-Rohversion wird zunächst eingemessen, bevor die erste Lackschicht aufgetragen wird. Nach dem erneuten Einmessen wird die darauffolgende Lackschicht aufgetragen und so weiter. Somit gestaltet sich jedes Finish individuell, das heißt, die Lackierung wird perfekt an die akustischen Bedürfnisse des jeweiligen Lautsprechers angepasst. So werden bis zu 32 Lackschichten (!) für einen Lautsprecher aufgetragen. Respekt!

Treiber, die es in sich haben

Der überragende Convergent Synergy Carbon (CSC)-Hochtöner begegnete uns schon in der Wilson Audio Alexx V. Die einzigartige und komplexe Kohlefaser- Hochtonkammer wird in einem speziellen 3D-Druckverfahren hergestellt. Das Ergebnis ist ein nie da gewesenes Maß an räumlicher Finesse, gepaart mit einem außergewöhnlich harmonischen Ausdruck. Bei Luxuslautsprechern und High-End-Giganten wie der Alexia V wird vieles, was für ein wahrhaft überragendes Klangbild verantwortlich zeichnet, im Mitten-Spektrum entschieden. Hier zeigt sich, wie lebensecht und holographisch tatsächlich aufgespielt werden kann. Wie detailliert ein Lautsprecher eben daherkommt. Bei den Alexia V setzt Wilson Audio im mittleren Frequenzbereich auf hauseigene Flaggschiff-Technologie und spendiert mit dem QuadraMag-Hauptmitteltöner ein überragendes Tool, für einen detailreichen sowie lebensechten High-End-Sound. Der QuadraMag wurde in erster Linie für die Wilson Audio Chronosonic XVX entwickelt und darf jetzt auch in der Alexia V seine Dienste tun.

Auf der Rückseite der Alexia V finden wir diese Widerstände mit denen sich der Hoch- tonbereich anpassen lässt – diese Widerstände gehören zum Lieferumfang
Auf der Rückseite der Alexia V finden wir diese Widerstände mit denen sich der Hoch- tonbereich anpassen lässt – diese Widerstände gehören zum Lieferumfang

Auf die Frequenzweichen legt Wilson Audio naturgemäß besonderen Wert. Jeder einzelne Kondensator wurde in der hauseigenen Kondensator-Fertigungsabteilung namens Reliable Capacitors gewickelt und mit engsten Toleranzen gefertigt. Die sogenannten AudioCapX-WATM-Kondensatoren tragen zusammen mit der Feinabstimmung der Frequenzweichentopologie zu einem unvergleichlichen Auflösungsvermögen der Alexia V bei.

Durch zahlreiche Modifikationen wurde die Impedanzmessung von 2,54 Ohm bei 84 Hz auf 2,59 Ohm der ursprünglichen Frequenzweiche leicht verbessert. Auch die Empfindlichkeitsmessung der Alexia V hat sich gegenüber der Alexia 2 um +1 dB verbessert. Maßgeschneiderte Polklemmen sorgen für einen sauberen Signalweg an der Kontaktstelle. Neue, speziell angefertigte Kabel, die sämtliche Komponenten in der Alexia V verbinden, garantieren einen ausgewogenen und herrlich natürlichen Klang.

Architektur im Sound

Der Aufbau für unseren ausgedehnten Hörtest besteht aus dem preisgekrönten Musical Fidelity M8xi – dem Gewinner des EISA-Awards in der Kategorie High-End-Vollverstärker – sowie dem Cambridge Audio CXN Silver Streamer. Den Test des M8xi Verstärkers, der tatsächlich ausreichend Power mitbringt, um Lautsprecher dieses absoluten High-End-Kalibers anzutreiben, finden Sie übrigens in dieser Ausgabe ab Seite 88. Wir schließen alsbald die Doppeltüren unseres Testlabors und nehmen voll gespannter Erwartung in der idealen Hörerposition des Stereodreiecks Platz. Wir wählen mit dem Album „The Dream“ eine besonders audiophile Gegenwartskomposition von „Alt-J“, um uns an das Möglichkeitsspektrum der Alexia V heranzutasten. Was dann geschieht ist schwer in Worte zu fassen. So bleibt uns nur ungläubig übrig Bilder zu skizzieren, die dem Erlebten in etwa nahekommen.

Schon mit den ersten Klängen des leicht verzerrten Intros lassen uns die Alexia V gebannt aufhorchen. Der dargebotene Sound ist von einer überragenden Präzision und Klarheit geprägt, die wir so nur ganz selten erlebt haben. Wie bei einem Tennismatch folgen unsere Köpfe den Koordinaten des kunstvollen Mix durch das Stereo-Panorama. Doch kennen die Alexia V nicht nur die linke und rechte Position der Klangbühne. Vielmehr haben wir das Gefühl, ein holographisches 3D-Soundimage im wahrsten Sinne des Wortes zu durchschreiten. Trotz des überwältigenden Eindrucks konstatieren wir, dass der Song „Bane“ erst wenige Sekunden läuft. Die Gitarre hatte nur einen Moment lang Zeit ihre Runden zu drehen, uns gefügig zu machen und zu hypnotisieren. Joe Newmans ungeahnt nuancierte und in dieser natürlichen Klarheit noch nie vernommene Gesangsstimme nahm uns gerade erst an die Hand.

Supermassiver Sound

Nach nur wenigen Takten fantastischer Musik haben wir bereits den Ereignishorizont passiert und werden von den gravitätischen Wilson Audio Alexia V unaufhaltsam in den High-End-Bann hineingezogen. An allen Ecken und Enden springen uns noch nie gehörte, hochgradig verspielte, Details an. Der neue QuadraMag-Hauptmitteltöner macht es möglich. Durch die feine Abstimmung der Treiber untereinander und der brillanten Schalleigenschaften der Gehäuse präsentiert sich das Soundbild der Alexia V zudem besonders ausgewogen. Das Frequenzspektrum ist mit höchstens spürbaren 19 Hz bis hin zu astronomischen 33 kHz mehr als respektabel und einem ganzheitlichen Sounderlebnis unserer Ansicht sehr dienlich.

Beim massiven Beat des Songs angekommen, darf jetzt auch mal die Tieftoneinheit ran. Der hochauflösende Bass ist geschmackvoll rund, dabei nicht überpropportioniert und stets wohl definiert. Die Drums klingen unglaublich naturalistisch, jeder Schlag auf die Toms wirkt, als befinde sich das Instrument tatsächlich im Raum. Jedes akustische Detail kommt optimal zur Geltung. Der raumgreifende Realismus der Alexia V ist dabei schon fast beängstigend.

Jeder Lautsprecher besitzt eine variable Lackierdicke und Stärke der verschiedenen Lackschichten, denn jede Lackierschicht jede
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Farbe wird akustisch optimal an die Alexia V angepasst
Jeder Lautsprecher besitzt eine variable Lackierdicke und Stärke der verschiedenen Lackschichten, denn jede Lackierschicht jeder Farbe wird akustisch optimal an die Alexia V angepasst

Doch auch synthetische Beats werden auf unglaubliche Art und Weise dargestellt. Wir haben beim Hören von Frank Oceans „Nikes“ vom Album „Blond“ tatsächlich das Gefühl, in einer Beatmaschine zu wohnen. Jeder noch so kleine rhythmische Anteil klingt einfach nur fantastisch. Erneut erleben wir nie zuvor gehörte Sequenzen. Streicher, die sich mit Gitarren-Patterns und Harfen verwirbeln. Und über all dem sitzt Ozeans Stimme in gewohnt brillanter Nuancierung des oberen Frequenzspektrums. Jede Synthi-Sequenz des Songs ist von ungeahnter Tiefe. Der groovige Bass besitzt unglaublichen Punch und die ikonische Trap-Snare ziselt kapriziös durch das Klangbild. Wir möchten uns fast wegducken, um nicht von ihr rasiert zu werden. Der implodierende Bass im Dropdown saugt spürbar die Lauft im Raum an, während wir redaktionell körperliche Sensationen der Wonne erleben.

Natürlich genießen wir auch Hörraumklassiker wie Pink Floyds „Money“, Dave Brubecks „Take Five“ oder „Everything Counts“ von Depeche Mode. Für die fulminante Performance der Wilson-Super-Lautsprecher können wir bei allen gehörten Titeln stets nur Bestnoten vergeben. Auch vor Brahms Cello Sonaten, vorgetragen vom Meister Cellisten Mischa Maisky und Pavel Gilliov am Konzertflügel schrecken die Alexia V nicht zurück. Neben großartigem Ton und Dynamik des Cellos, die uns in ihrer Gesamtheit wonnige Schauer abringt, erinnern wir uns fast ungläubig an die Darstellung des Konzertflügels. Mal schwer, mal leicht, doch immer obertonreich, klar und wohlgeformt bleibt uns das Gehörte auf Ewig in Erinnerung. ■ Text: Patrice Lipeb, Thomas Kirsche

Preis und Verfügbarkeit

Die Wilson Audio Alexia V High-End Standlautsprecher sind im autorisierten HiFi Fachhandel erhältlich. Der Preis liegt bei 92.000 Euro (Paarpreis, UVP). Für den Vertrieb in Deutschland ist Audio Reference aus Hamburg zuständig.

Ausstattung Wilson Audio Alexia V – Standlautsprecher

Allgemein
GeräteklasseStandlautsprecher
HerstellerWilson Audio
ModellAlexia V
Preis (UVP)92000 Euro (Paar)
PreiskategorieLuxusklasse
Maße (B/H/T)40,0 x 129,4 x 61,4 cm     
Gewicht120,2 kg
Informationenwww.audio-reference.de
Technische Daten*
Arbeitsweisepassiv
Bauform4-Wegebox, Bassreflex
Frequenzverlauf lt. Hersteller19 Hz – 33 kHz
Verbindung zur QuelleAnalog
Raumempfehlungvon 20 m² bis 100m²
inkl. Ladecase: 19,5 h
individuelle Klangeinst.ja (Mechanisch und über Widerstände)
individuelle Klangeinst.ja
EingängeKlemme, Bananenstecker

Webseite: www.wilsonaudio.com

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 04/2023

▶ Lesen Sie hier: Wilson Audio Alexia V: Erster Test vom High End Lautsprecher in Europa im AUDIO TEST Magazin

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Fazit
In der Kategorie Luxus-Lautsprecher ist es immer ein wenig schwierig, eine Bewertung abzugeben, die Mühen und Materialeinsatz der Entwickler gerecht wird. Auch in Sachen Sound wird es hier schnell astronomisch. Der Vergleich zu anderen Modellen verbietet sich zudem. Was wir allerdings mit Sicherheit festhalten können, ist, dass die Alexia V zu den naturalistischsten Lautsprechern gehören, denen wir jemals lauschen durften. Und zu den entspanntesten. Geprägt von einem Detailreichtum, der nur noch durch ihre Musikalität und Spielfreude übertroffen wird. Perfektion in Sound gepaart mit einem ikonischen, wuchtigen Design. Diese Lautsprecher sind das Maß, an dem sich andere Marken messen lassen müssen.
Wiedergabequalität
100
Ausstattung/Verarbeitung
100
Benutzerfreundlichkeit
90
Preis/Leistung
90
Leserwertung3 Bewertungen
95
Vorteile
unübertroffene Musikalität und Spielfreude
beeindruckendes Design
holografisches Klangbild
Nachteile
keine
98
Gesamtergebnis