Für viele Freunde des digitalen Entertainments kann der Fernseher im Wohnzimmer gar nicht groß genug sein. 8K-Ultra HD ist der aktuelle Standard in Sachen Auflösung. Doch was ist mit dem dazugehörigen Heimkino-Sound? Wir schauen uns heute mit der Polk Audio Signa S4 eine Soundbar an, die nicht nur in jedes Wohnzimmer, sondern auch zu jedem Geldbeutel passt.

My Home is my Heimkino

Ein gutes Audioprodukt muss nicht immer gleich exorbitant teuer sein. Wir von der AUDIO TEST und Likehifi.de sind schon sehr zufrieden, wenn es einfach nur sehr gut klingt. Gerade im heiß umkämpften Terrain des Heimkinos sieht sich die Hersteller-Branche mit immer schneller wachsenden Bedürfnissen der Nutzer konfrontiert.

Ein atemberaubendes und ebenso definiertes Soundbild steht ganz oben auf der Wunschliste der potenziellen Käufer. Hohe Konnektivität und ein komfortables Handling dürfen dabei auch nicht fehlen. Und schick aussehen muss das Produkt heutzutage ohnehin – zumindest, wenn es allenthalben erfolgreich sein will. Gleichzeitig sind dieselben Nutzer sehr preisbewusst.

All and everything

Das ist wohl schon immer so gewesen, denn das US-amerikanische Unternehmern Polk Audio wurde inmitten der 1968er-Bewegung von Matthew Polk, nebst zwei Kommilitonen der John Hopkins University gegründet. Um genau diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Gründer waren echte Tüftler, Idealisten und vielleicht auch ein bisschen freaky. Jedenfalls war zu dieser Zeit alles in Bewegung, vieles schien plötzlich möglich und die Triebfeder für diesen Strauß der Möglichkeiten und revolutionären Ideen war nichts weniger als die Musik.

Polks Produkte atmen seit jeher den Geist dieser Epoche und bieten bis zum heutigen Tag clevere Audiolösungen mit überragendem Sound, die obendrein noch bezahlbar sind. Sie sehen, wir haben es bei diesem Konzern tatsächlich mit echten Weltverbesserern zu tun. Doch Spaß beiseite, schauen wir uns lieber gemeinsam an, ob das Polk Versprechen von „herausragender Klangqualität zum günstigen Preis“ so hält, was es verspricht.

Test: Polk Audio Signa S4 True Dolby Atmos Soundbar mit Wireless Subwoofer
Funktional und zeitgemäß die S4 von Polk Audio im Close Up

Auf! Auf! Ans Werk!

Das Versandpaket mit dem zu begutachtenden Surround-Sound-System ist schnell identifiziert. Es handelt sich um ein L-förmiges, längliches, weitestgehend unübersehbares Exemplar. Nachdem wir im Testlabor Quartier bezogen haben, kommt nach dem Auspacken eine schicke Soundbar und ein kabelloser Subwoofer zum Vorschein. Der Vollständigkeit halber, sollen das angenehm klare Benutzerhandbuch sowie ein mitgeliefertes HDMI-Kabel, nebst optischem Kabel sowie eine obligatorische Fernbedienung, die ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist, nicht unerwähnt bleiben.

Das Design der Polk Signa S4 Soundbar ist unaufdringlich und klassisch und im Ganzen eher funktional gehalten. Schwarz ist auf allen sichtbaren Flächen die dominierende Farbe, bei Abmessungen von 105 x 9,5 x 6 Zentimetern. Analog dazu ist Schwarz auch die einzige Farbe, in der das Surround-Sound-System von Polk Audio erhältlich ist. Rechtseitig prangt das cremeweiße Polk Audio Kult-Logo mit Retro-Touch auf dem Produkt.

Auch ein Rücken…

Rückseitig befindet sich ein HDMI-Eingang (eARC) sowie ein optischer Anschluss. Auch ein analoger 3,5-mm-Auxiliary-Eingang ist vorhanden, um ältere TV-Empfänger mit der Polk Signa S4 zu verbinden. Für Besitzer von TV-Geräten aus der Jetzt-Zeit gilt es lobend zu erwähnen, dass die Polk Signa S4 mit den neuesten 8K Ultra-HD-TV-Geräten ohne Weiteres kompatibel ist.

Einen USB-A-Slot kann die Soundbar ebenfalls vorweisen, damit beizeiten Firmware-Updates aufgespielt werden können. Dazu kommt ein Bluetooth-Empfänger, denn auf Wunsch lässt sich das Surround-Sound-System kinderleicht mit allem koppeln, was Bluetooth senden bzw. empfangen kann.

Die Bedienelemente der Polk Audio Signa S4 sind recht übersichtlich und kopfseitig angebracht. Der kleine, komplett schwarz gehaltene Polk Audio Subwoofer arbeitet kabellos via Bluetooth und sieht mit seinen Maßen von 20 x 33 x 28 Zentimetern fast schon ein bisschen verloren aus.

Abseits hämischer Bemerkungen lässt sich der Subwoofer aufgrund seines übersichtlichen Formates leicht an jedem Platz im Wohn- oder Schlafzimmer verstauen und dient wie die Soundbar weniger als Blickfang, sondern ist vielmehr auf ganzheitliche Funktionalität ausgerichtet. Mit Strom wird der kleine Sub, genau wie die Soundbar, per mitgelieferten Netzteil versorgt.

Polk Signa S4 Soundbar
Schlank und formschön passt die Polk Signa S4 Soundbar in jeden Wohnraum

Auf die inneren Werte kommt es an

Da hat es die Soundbar des Polk Signa S4 Surround-Sound-Systems richtig in sich. In der intelligenten Lautsprechergruppierung sind gleich sieben hochentwickelte Treiber verbaut worden. Zwei links und rechts eingefasste, nach oben abstrahlende 6,6 Zentimeter Lautsprecher arbeiten als sogenannte Dolby Atmos-Upfiring-Komponenten. Ihre Arbeit besteht vordergründig darin, einen authentischen Overhead-Sound zu kreieren.

Der immer dann wichtig wird, wenn es um das perfekte Sounderlebnis bei einem spannenden Blockbuster oder einfach nur um anspruchsvollen Musikgenuss geht. Die Positionierung der Klangquellen in vertikaler Beschallungsrichtung emuliert zudem ein virtuelles Dolby-Atmos-Klangerlebnis, was zum Beispiel Gaming auf eine neue perzeptive Stufe katapultiert.

Unser Proband hat im Test respektable Sound-Ergebnisse, vor allem im Bassbereich, mit dem X-Box-Klassiker „Prototype“ erzielen können – in der Sache ein furioses Action-Game in 3D-Person-Perspektive. So waren wir nur mit Mühe dazu zu überreden, die Game-Test-Sequenz wieder abzubrechen.

The Array…?

Das Array der Polk Audio Signa S4 Soundbar wird durch zwei optimierte 2,5 Zentimeter Hochtöner sowie zwei optimierte 12 x 4 Zentimeter messende Mitten-Tieftöner ergänzt. Die jeweils links- und rechtsseitig ausgerichtet sind und laut Herstellerangabe ein explizit weitläufiges Klangbild versprechen. Eine Einschätzung, die wir nur bestätigen können.

Komplettiert wird das Arrangement durch einen dezidierten Center-Kanal, der von einem 2,5 Zentimeter Full-Range-Treiber besorgt wird. Entsprechend des Tiefton-Einsatzgebiets sind die Abmessungen des Lautsprechers, den Polk im Subwoofer verbauen ließ, mit 15 Zentimeter deutlich größer.

Test: Polk Audio Signa S4 True Dolby Atmos Soundbar mit Wireless Subwoofer
Der Subwoofer verbindet sich beim Einschalten automatisch mit der Soundbar und kann so flexibel im Raum aufgestellt werden. (Bild: Polk Audio / Sound United)

The Setup…

Die Installation des Polk Audio Signa S4 Systems erfolgt ohne Probleme über die mitgelieferte Wandmontage-Schablone sowie die dafür vorgesehenen, ebenfalls mitgelieferten Abstandhalter. Wir entscheiden uns aus praktischen Gründen für eine Montage des Klangriegels unterhalb des TV-Gerätes mit gemessenem Abstand von circa 3 Metern zu Rezipienten und Couch.

Aufgrund des schlanken Designs der Soundbar sieht das fertige Arrangement von Flachbildfernseher und Surround-Sound-System entsprechend ansprechend aus. Ein adäquater Betrieb ist jedoch auch ohne Wandmontage möglich, denn die Soundbar kann passabel vom TV-Rack aus betrieben werden.

Stichwort CEC

Polk verspricht über die besonders kundenfreundliche Unternehmensphilosophie der traditionsreichen Audioschmiede hinaus, zudem eine kinderleichte Installation seiner Produkte. Dieses Versprechen sehen wir bei der Signa S4 Soundbar unbedingt eingelöst. Denn vielmehr als das mitgelieferte HMDI-Kabel mit dem TV zu verbinden, gibt es tatsächlich kaum zu tun, um das Heimkino-Set in Betrieb nehmen zu können.

Von der Versorgung mit elektrischem Strom, wollen wir an dieser Stelle beflissen schweigen. Eine zusätzliche Konfiguration der Komponenten ist tatsächlich nicht von Nöten. Positiv fällt uns in diesem Zusammenhang ebenfalls auf, dass sich die Signa S4, ohne zu murren über die Fernbedienung unseres TV-Gerätes steuern lässt – Stichwort: CEC.

Test: Polk Audio Signa S4 True Dolby Atmos Soundbar mit Wireless Subwoofer
Aufgeschlossen und konnektiv kommt der Klangriegel daher.

Gimme some action

Die mitgelieferte Fernbedienung der Polk Audio Signa S4 Soundbar ist angenehm klein und analog zu allen anderen Komponenten des Polk-Systems im Ganzen recht übersichtlich gehalten. Sie verfügt neben separaten Regulierungsmöglichkeiten für Bass und Volume – was wir ebenfalls recht smart finden – über drei, via Knopfdruck aktivierbare Klangmodi für Filme und Musik.

Nebst eines praktischen Nachtmodus, der wummernde, überpräsente Bässe automatisch dämpft und zudem die Sprachverständlichkeit mit Hilfe der Polk-Voice-Adjust-Technologie zusätzlich verbessert. Ein überaus nützliches Tool, gerade wenn die lieben Nachbarn etwas geräuschempfindlich sind, die Kinder nebenan endlich schlafen und der Filmabend mal wieder etwas länger dauert.

Die patentierte Voice-Adjust-Technologie ist direkt mit dem Center-Kanal der Soundbar gekoppelt und ermöglicht eine punktuelle Anhebung der Sprachverständlichkeit. Ein immens nützliches Feature, das uns im Test die lästige Nachregulierungen der Tonspur ersparte.

Gerade im Fernsehen haben wir es fast schon periodisch mit unterschiedlichen Lautstärkepegeln zu tun. Allen voran die Werbeblöcke sind – zumeist unerwünscht – mit wahrnehmbar höherer Lautstärke abgemischt als die oft viel zu kurzen Filmsequenzen.

Boys and their Toys

Bei einem zünftigen Actionfilm – wir sahen uns zu Testzwecken den Klassiker „Last Man Standing“ mit Bruce Willis in der Hauptrolle an – geht der Griff zur Fernbedienung, um für bessere Sprachverständlichkeit der Dialogszenen zu sorgen. Das geht mittlerweile nahezu ebenso automatisiert vonstatten, wie das hastige Abdämpfen der Lautstärke bei Schüssen, Explosionen oder Verfolgungsjagden.

Letztere begegnen uns eher weniger, in der etwas aus der Zeit gefallenen Western-Adaption aus dem Jahr 1996 von Walter Hill, der uns in einem anderen Jahrtausend mit Streifen wie „Alien II – Die Rückkehr“ beglückte. Dafür kann die Polk-Voice-Adjust-Technologie bei der heiser kehligen Synchronstimme des chauvinistisch-prototypischen Hauptdarstellers, gesprochen von Manfred Lehmann, ihr ganzes Können unter Beweis stellen – und das mit Bravour.

Die sogenannte Dolby-Volume-Technologie sorgt dafür, dass wir bei gleichbleibender Lautstärke problemlos zwischen einem Fußballspiel, einem Formel-1-Rennen und MTV umschalten können. Alles klingt tadellos räumlich und ist klanglich in jedem Fall eine echte Bereicherung für jedes TV-Gerät in der Standardausführung.

Unterstützt werden Dolby-Volume-Technologie und das patentierte Voice-Adjust- durch das Bass-Adjust-Feature, das den Tieftonpegel des US-amerikanischen „Klangriegels“, nebst Basslautsprecher reguliert und so bei jeder Lautstärke für ein optimales Mischverhältnis bei maximaler Wirkmächtigkeit sorgt.

Test: Polk Audio Signa S4 True Dolby Atmos Soundbar mit Wireless Subwoofer
Die patentierte Polk VoiceAdjust Technologie ist mit dem dedizierten Center-Kanal der Signa S4 gekoppelt und ermöglicht es, lediglich die Lautstärke der Stimmen zu erhöhen, um sie besser zu verstehen. (Bild: Polk Audio / Sound United)

The times they are changing

Die TV-Geräte unserer Gegenwart generieren sich ja nicht erst seit gestern als multimediale Unterhaltungs- beziehungsweise Informationstools. Da gibt es kaum etwas, was sie nicht können. Gehen wir zu Testzwecken ganz zeitgemäß ins Internet und spielen über YouTube fix etwas Musik ab, um einen ersten Eindruck von der klanglichen Performance unseres Testobjektes zu gewinnen.

Wir entscheiden uns für etwas Classic Rock aus dem Hause Dire Straits und verköstigen das Polk Audio Signa S4 Soundbar-System mit dem Welthit „Sultans of Swing“. Wir finden, dass sich sowohl Mark Knopflers markant raue Stimme als auch der grundehrliche und vorrangig gitarrenbasierende Sound der Kultband besonders gut für eine Erforschung des Klangbildes eignet.

Zudem wollen wir uns einmal anhören, was die Upmixing-Funktion für einen virtuellen Dolby-Atmos-3D-Sound so alles draufhat.

Brothers in arms

Schon der erste Snare-Schlag von David Withers klingt durch die Upmixing-Funktion der Polk Audio Signa S4 Soundbar voluminös und angenehm präsent im Raum. Auch die Segmentierung der Klanginformation in der Fläche – in diesem Fall sind es die Instrumente einer Band – ist sehr passabel umgesetzt, denken wir unvermittelt, als die repetitive Rhythmusgitarre von David Knopfler einsetzt.

John Illsleys Bassarbeit vernehmen wir indessen dezent im Hintergrund. Mark Knopflers schnörkelloses Blues-Lick fügt sich formschön in die Gesamtheit des virtuell generierten Klangbildes. Mittig schwebend nehmen wir Knopflers markante Stimme in angenehmer Klarheit, jedoch ohne Überbetonung wahr.

So kann man das machen, konstatieren wir zufrieden, während wir dem Song noch über rund 100 Takte bis zum Ende lauschen und uns die Musik einen besseren Ort in einer noch viel besseren Welt erträumen lässt.  ■ Text: Patrice Lipeb, Stefan Goedecke

Polk Audio Signa S4: Preis und Verfügbarkeit

Die Polk Audio Signa S4 Soundbar plus Subwoofer gibt es zum Preis von 349 Euro (UVP) im Fachhandel oder direkt auf der Polk Webseite zu kaufen.

Webseite: www.polkaudio.com/de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 04/2022

▶ Lesen Sie hier: Test: Polk Audio Reserve R100 Regallautsprecher (2-Wege)

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Test: Polk Audio Signa S4 True Dolby Atmos Soundbar mit Wireless Subwoofer
Die Polk Signa S4 Soundbar bietet großen Heimkinosound zum kleinen Preis. Das Klangbild ist aufgrund des smarten Arrays angenehm klar und weitläufig, der Bass aus dem übersichtlichen Subwoofer präzise und wirkmächtig. Nachtmodus und Voice-Adjust-Technologie bieten sinnvolle Ergänzungen zum S4 Gesamtpaket. Von uns gibt es für dieses zeitgemäße Audioinvestment eine klare Kaufempfehlung.
Wiedergabequalität 87%
Ausstattung/Verarbeitung 72%
Benutzerfreundlichkeit 91%
Preis/Leistung99%
Vorteile
  • Solider Sound
  • kinderleichte Einrichtung
Nachteile
  • Luft nach oben im Gesamtklangbild
87%Polk Signa S4
Leserwertung: (5 Votes)
67%

Bildquellen:

  • polk signa s4: Polk Audio / Sound United