Ausgesuchte Materialien, aufwendige Schaltungskonzepte und alles „Made in Germany“. Wir haben uns das Burmester 151 Musiccenter aus der Hauptstadt in den Hörraum geladen.

Seien wir mal ehrlich: Es gibt Hersteller, bei denen das Gütesiegel schon fast im Namen mitschwingt. Hersteller, denen man als HiFi-Redakteur aufgrund von Befangenheit nur schwer mit der gebührenden kritischen Objektivität gegenübertritt. Hersteller, die die Luxuskarossen der HiFi-Branche verkörpern. Burmester ist ein solcher Hersteller. Und tatsächlich steckt hinter der Analogie mit den Luxusschlitten etwas mehr, denn tatsächlich sind die Berliner offizieller Ausstatter von Bugatti, Porsche, Mercedes-Benz und Maybach. Nur am Rande: Die Luxuslimousine Mercedes-Maybach Pullman wurde von Burmester mit einem High-End 3D-Surround-Soundystem ausgestattet. Ganze 21 Lautsprecher (!) übersetzen eine Gesamtleistung von 1 480 Watt – in ein Auto. Dabei ist es unwahrscheinlich, dass sich Dieter Burmester in seiner Jugend hatte ausmalen können, dass sein Name einmal der Inbegriff von luxuriöser HiFi-Elektronik sein würde. Denn lange bevor er seinen Namen zum Markenzeichen machen konnte, musste die Öffentlichkeit erst einmal davon überzeugt werden, dass kompromisslos hochwertige Materialauswahl und allerhöchste Sorgfalt bei der Fertigung eben ihren Preis verlangen. Und der war bereits in den späten 70er Jahren nicht ohne… Jedoch verfolgte Dieter Burmester, der selbst passionierter Musiker war, stets den Anspruch, die bestmögliche Reproduktion einer Live-Erfahrung zu erreichen. Da wir Burmesters musikalische Laufbahn bereits gerade kurz angesprochen haben: Zu Studienzeiten spielte Dieter Burmester in einer Band mit Bruno Frenzel und Bernd Noske, welche in den 1970er Jahren mit der Krautrock-Band Birth Control international erfolgreich werden sollten. Aber das nur am Rande. In den Redaktionsräumen der AUDIO TEST und www.likehifi.de ist Burmester zwar leider kein stetiger, dafür aber ein immer gern gesehener Gast. Zuletzt beehrte uns die Berliner Edel-Manufaktur mit einem Testmuster des High End Standlautsprechers BA-71 in AUDIO TEST Ausgabe 01/17 und sicherte sich in unserem Test (lesen Sie hier unseren Test der Burmester BA-71) die Bestnote. Da wir uns dieses Mal vornehmlich mit Archivierung, Digitalwandlung und Netzwerk-Streaming befassen, haben wir uns nun keinen Lautsprecher, sondern mit dem Burmester 151 Musiccenter einen High-End Netzwerk-Player mit CD-Laufwerk (oder wie der Hersteller schreibt: High-End Musikserver) in unsere Testräume geladen.

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Nicht vollgestopft mit Möglichkeiten, sondern aufs Wesentliche bedacht – so gestaltet sich die Konnektivität des 151 Musiccenters. Alle Anschlüsse sind von höchster Güte und sehr solide verbaut, sodass wir hier getrost auf Langlebigkeit schließen können

Top Line

Das Gerät aus Burmesters Top Line-Kollektion vermittelt beim Entpacken bereits auf den ersten Blick den Eindruck eines waschechten High-Enders. Das 151 Musiccenter kommt im Rackformat daher. Das solide Gehäuse ist aus Aluminium und äußerst wertig zusammengesetzt, das Frontpanel ist typisch Burmester verchromt und auf Hochglanz poliert. Das trägt zusätzlich zum fast einschüchternd eleganten Auftritt des Musiccenters bei. In der Mitte der verchromten Gehäusefront finden wir ein Display, unter dem ein CD-Laufwerk in Slot-Loader-Manier eingelassen ist. Links und rechts neben Laufwerk und Display befinden sich insgesamt acht Drucktaster, über welche sich einfache Einstellungen des Musiccenters direkt am Gerät vornehmen lassen. Am linken Ende des Panels kommunizieren acht LEDs den Systemstatus. Gegenüberliegend wurde neben einem USB-A-Slot ein Kippschalter montiert, mit welchem sich das Gerät aus dem Ruhezustand holen lässt. Dieser Schalter gefällt uns ganz besonders gut. Denn nach dem Einschalten des Geräts springt er auf die mittige Position zurück. Aber worauf es ja eigentlich ankommt, sind ja bekanntlich die inneren Werte.

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Der Schriftzug sollte eigentlich der Ästhetik alter britischer Betriebe entlehnt sein, bis D. Burmester feststellte, dass es sich dabei auch um das Signum seines Vaters handelt

Handverlesen

Burmester setzt bei der technischen Komposition des 151 Musiccenters überraschend auf ausgesuchte Schaltkonzepte aus hauseigener Entwicklung. Der Schaltungsaufbau ist streng symmetrisch ausgeführt und der Signalweg ausschließlich Wechselstrom gekoppelt. So verspricht Burmester eine präzise Darbietung der Bässe, da jedweder Phasenverschiebung in höheren Frequenzbändern vorgebeugt wird. Neben etlichen klassischen Elkos springen eine Menge feuerroter WIMA-Kondensatoren ins Auge – für einen stabilen Signalfluss sollte also gesorgt sein. Nicht zu übersehen sind außerdem die drei Festplatten, welche so beschriftet sind, sodass ihre Aufgabenbereiche sofort erkenntlich sind. Zum einen haben wir da natürlich einen Systemspeicher. Auf diesem ist ein auf Linux basierendes Betriebssystem installiert, welches das Management des Musiccenters 151 bewerkstelligt. Die exakte Programmierung dessen stammt allerdings aus Burmesters Entwicklungsabteilung. Genau so wie das User-Interface, welches komplett von Burmester geschrieben wurde. Aber alles zu seiner Zeit. Neben der System-Festplatte sind zwei SATA III-Datenträger mit der Speicherung der Musikbibliothek beauftragt. Die- se ist auf RAID- 1-Level abgesichert, sodass eine der beiden 2 Terabyte (TB) Laufwerke lediglich als Spiegelung der anderen Festplatte dient. Auf zweierlei Weisen können die 2 TB Speicherkapazität mit Daten bespielt werden. Zum einen lässt sich das 151 Musiccenter dank DLNA und UPnP problemlos ins heimische Netzwerk einpflegen, über welches auf die Primär-Festplatte zugegriffen werden kann. Zum anderen lassen sich CDs einlesen und rippen. Doch auch dazu später noch mehr. Ein Netzwerkzugriff wird dem Burmester 151 Musiccenter neben der kabelgebundenen Ethernet-Verbindung übrigens auch per WLAN ermöglicht. Für eine stabile Leitung wird das Gerät mit gleich zwei Antennen versehen, um Signalauslöschungen durch Mehrfachreflexionen zu unterbinden.

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Der sorgfältig ausgeführte Doppel-Mono-Aufbau des 151 Musiccenters lässt sich sehr gut erkennen. Hier wird die Grundlage des sauberen Signalflusses des High-Enders geschaffen

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Bildquellen:

  • Burmester Back: Bild: Auerbach Verlag
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