Das Vorgängermodell 381 war einer echter Verkaufshit aus dem Ländle. Ob die massiv überarbeitete Nubert nuBox 383 das Zeug hat, das noch zu toppen? 

Die nuBox Serie von Nubert bietet bekanntlich den günstigsten Einstieg in die Klangwelt des Herstellers und das bei einer den Preispunkt fast vergessen machenden Qualität. Das haben die Schwaben erst in der letzten Ausgabe der AUDIO TEST mit ihrer nuBox 313 aus der gleichen Modellreihe unter Beweis gestellt. Sie hat sich als absoluter Preis-/ Leistungs-Knaller mit wunderbar ausgewogenem Klangcharakter entpuppt. Unser Testproband für diese Ausgabe liegt da in Sachen Gehäusevolumen und Membrandurchmesser ein, zwei Kaliber darüber und verspricht somit vor allem eine erweiterte Tieftonwiedergabe. Wir sind gespannt.

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Auf dem rückseitigen Anschlussfeld der nuBox 383 finden sich getrennte Anschlüsse für den Hochund Tiefmitteltöner

Konstruktion

In Sachen Konstruktion gibt es naturgemäß einige Gemeinsamkeiten. Angefangen beim puristisch, kantigen Design der Nubert nuBox 383. Das Gehäuse ist aus MDF gefertigt und tadellos mit einem Finish aus Strukturfolierung aufgewertet, bis auf die Schallwand, denn diese ist hochglänzend lackiert. Als Farboptionen bietet Nubert sowohl die Klassiker Schwarz und Weiß, wie auch eine Variante in Ebenholzoptik mit schwarzer Front an. Herzstück der 2-Wege-Bassrefl ex-Konstruktion ist der 22 Zentimeter (cm) messende Tiefmitteltöner. Der Treiber ist eine komplette Eigenentwicklung und wird speziell für den Hersteller aus Schwäbisch-Gmünd gefertigt. Als Material für die Membran kommt dabei Polypropylen, ein thermoplastischer Kunststoff, zum Einsatz. Nubert verspricht, dass die Konstruktion sowohl eine tiefe Basswiedergabe, als auch kaum Resonanzen im oberen Wiedergabebereich bietet. So soll auch in einer 2-Wegekonstruktion ein möglichst linearer Frequenzgang gewährleistet werden.

Apropos oberer Wiedergabebereich. Den wirklichen Hochtonbereich übernimmt ein Treiber mit einer Seidenkalotte und 25 Millimeter (mm) Durchmesser. Das identische Modell findet sich auch in den Lautsprechern der höherpreisigen nuPro Serie. Der Aufteilung des Wiedergabespektrums auf die beiden Wege schenkt Nubert bekanntlich ebenfalls größte Aufmerksamkeit. So ist die Frequenzweiche sorgfältig aus langlebigen Bauteilen wie Folienkondensatoren aufgebaut und zusätzlich in Sachen Phasenfrequenzgang optimiert. Und darüber hinaus findet sich hier auch ein Überlastschutz, der die Treiber effektiv vor Schäden durch etwaige Pegelspitzen schützt.

Das rückseitige Anschlussfeld beherbergt getrennte Anschlüsse für den Hochund den Tiefmitteltöner. Somit ist die Nubert nuBox 383 theoretisch auch Bi-Amping und Bi-Wiring fähig. Praktischerweise sind ab Werk schon die zum Normalbetrieb nötigen Brücken installiert. Schließlich werden die Meisten die nuBox auch so benutzen. Ebenfalls rückseitig platziert, fi ndet sich auch die zweistufi ge Höhenregelung. Mit dieser kann der Klang der Nuberts an den eigenen Raum angepasst werden. Oder schlichtweg nach eigener Vorliebe. Mit 150 Watt Nennbelastbarkeit an einer Abschlussimpendanz von 4 Ohm und einem Kennschalldruckpegel von beachtlichen 87 Dezibel pro Watt und Meter bieten sich die Nuberts als potente Partner für eine Vielzahl von Verstärkern an. Der Frequenzgang wird von Nubert mit 52 Hertz (Hz) bis 22 Kilohertz (kHz) angegeben.

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Der Hochtontreiber mit einem Durchmesser von 25 mm kommt auch in den teureren Modellen der nuPro Serie zum Einsatz

Klang

Aber kommen wir zum interessantesten Punkt, dem Klang der Nubert nuBox 383. Und da lässt sich auf jeden Fall bestätigen, dass der ausgewogene und neutrale Grundcharakter der auch schon bei der nuBox 313 begeistern konnte, auch hier zu finden ist. Allerdings wie schon angesichts des angegebenen Frequenzgangs zu erwarten mit einer ganzen Portion mehr Tiefgang. Die Mitten werden aufgeräumt und präsent abgebildet. Erfreulich ist, dass die bei manchem Material etwas dichten Tiefmitten der kleineren 313 dabei ausbleiben. Im oberen Frequenzbereich hingegen gibt es keine wahrnehmbaren Unterschiede. Klarheit und gute Impulstreue sind die hier zu nennenden Attribute. Kein Wunder, angesichts des identischen Hochtöners bei allen Exemplaren der Serie. Die per Kippschalter aktivierte Höhenanhebung legt hier bei Bedarf noch eine gute Schippe Offenheit obendrauf, ohne dabei scharf oder unangenehm zu werden.

Erstes Hörbeispiel ist diesmal der Track „Go To Town“ der Sängerin und Produzentin Doja Cat von deren brandneuen Album „Amala“. Die Vocals erklingen präsent und, wie für Popmusik typisch, weit vorne im Mix. Beim Synthbass des Songs können die Nubert nuBox 383 direkt zeigen, was sie können. Das Lowend springt dick, aber kontrolliert aus den Lautsprechern. Die untere Grenzfrequenz von 52 Hz kommt hier mehr als glaubhaft rüber. Darunter scheint die Wiedergabe relativ steil abzufallen, was aber speziell in kleineren Räumen absolut kein Nachteil ist. Die Snare peitscht und die Kick drückt trocken aus der stabilen Phantommitte. Das Stereobild wirkt angenehm breit und die Keyboards reihen sich dank der guten Tiefenstaffelung angenehm hinter der restlichen Instrumentierung ein. Das macht definitiv Laune.

Stimmungsmäßig weniger aufgedreht geht es beim nächsten Song von statten. „So Far Away“ von den Dire Straits von derem Album „Brothers In Arms“ aus dem Jahre 1985. Die charakteristische Slidegitarre singt und schimmert metallisch. Die Bassdrum erklingt tief und mit präzisem Anschlag. Ebenso die Toms, wenn sie scharf umrissen bei Wirbeln durch das Stereopanorama huschen. Auch hier kommt die Tiefenstaffelung bei den Synthesizer-Flächen und den Background-Vocals schön zur Geltung, während Mark Knopfl ers markantes Organ deutlich davor ertönt. So soll das sein. Insgesamt wissen die Nubert nuBox 383 voll und ganz zu überzeugen. Mehr noch, angesichts des extrem niedrigen Preises. Scheint so, als ob hier Nubert wiedermal einen Lautsprecher abgeliefert hat, der ohne Frage das Zeug zum Kassenschlager hat.

Weitere Infos unter: www.nubert.de

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 4/2018.

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Test: Nubert nuBox 383 Regallautsprecher - Der neue Klassiker
Nubert beweist mit der nuBox 383 mal wieder, dass sie in der Lage sind, immer wieder Lautsprecher anzubieten, die bei Weitem die Erwartungen innerhalb der jeweiligen Preisklasse überschreiten. Mit erweitertem Bassbereich bei gleichzeitig wunderbar ausgewogener Wiedergabe, ist es schwer zu glauben, dass der Paarpreis deutlich unter der 500€ Grenze liegt.
Wiedergabequalität84%
Ausstattung/Verarbeitung85%
Benutzerfreundlichkeit94%
Preis/Leistung93%
87%Gesamtwertung
Leserwertung: (5 Votes)
75%

Bildquellen:

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