Ein Rack, sie zu knechten

Die Kategorie Zubehör wird gerne vernachlässigt. Die Aufmerksamkeit gilt oft allein Lautsprechern oder Verstärkern, aber auf einem Bein steht es sich bekanntlich schlecht. Deshalb haben wir Möbel getestet.

Wenn man zu den Menschen gehört, die sich mit Hingabe mit dem Thema Musikwiedergabe beschäftigen, dann geht das oft einher mit einem Sammelsurium an Equipment, Playern, Wandlern und Verstärkern. Diese miteinander zu kombinieren und die persönliche Lieblingsanlage zu konfigurieren, ist das eine, aber wohin mit all den wertvollen Geräten, wenn man ihnen ein würdiges Umfeld schaffen möchte? Die Firma Roterring hat dafür die passende Antwort. Und die kann sich nicht nur optisch-ästhetisch sehen lassen, sondern bringt vor allem eine Reihe Eigenschaften mit, die auch dem Klang zuträglich sind. Wir reden vom Scaena 13-Rack der Möbelmanufaktur aus Ahaus in Nordrhein-Westfahlen. Das Unternehmen Roterring bringt eine beachtliche Historie aufs Papier. Bereits in den 1930er Jahren begann Gerhard Roterring mit einer kleinen Tischlerei. Aus der ist eine Firma erwachsen, die mittlerweile 40 Mitarbeiter beschäftigt und unter der Leitung der Söhne und Enkel auch heute noch als Familienunternehmen geführt wird. Dabei ist man mit seinem Angebot jedoch nicht im letzten Jahrhundert verblieben, sondern hat sich sehr zeitgemäß aufgestellt. Das Portfolio konzentriert sich auf individuelle Kundenwünsche und hochwertigste Qualität. Natürlich in Handfertigung und mit dem Prädikat „Made in Germany“.

Keine Kompromisse

Das Scaena-Rack bildet dabei, neben den Serien Belmaro und Amitara, den Einsteigerbreich des ambitionierten HiFi-Möbelsortiments ab. Doch Abstriche muss man als Einsteiger bei Roterring deshalb noch lange nicht in Kauf nehmen. Die Verarbeitung ist makellos. Das Nussholzfurnier hat eine edle Oberfläche und ist leicht gemasert. Die Lacke der anderen Farben wirken vornehm nanomatt und kratzfest. Der Aufbau geht leicht und intuitiv von der Hand. Schnell ist der Inhalt der drei Pakete, in denen das Möbel geliefert wird, sortiert und zusammengeschraubt. Das passende Werkzeug wird gleich mitgeliefert. Das Rack ist modular aufgebaut und kann bei Bedarf im Nachgang erweitert oder verändert werden, denn wir alle wissen, eine gesunde HiFi-Anlage ist selten statisch, sondern lädt zum experimentieren ein. So auch das Scaena. Seine offene Bauweise erleichtert das Bestücken und die Verkabelung. Falls der Untergrund leichte Unebenheiten aufweist, wie zum Beispiel häufig in Altbauwohnungen zu finden, bedarf es lediglich einer Wasserwaage, denn das Möbel bringt von Haus aus höhenverstellbare Füße mit. Optional können auch Spikes geordert werden. Dabei bleibt es zu jeder Zeit enorm stabil und belastbar. Bis zu 40 Kilogramm pro Ebene sind möglich. Verbunden werden die vorkonfektionierten Platten durch mit Quarzsand gefüllte Rohre aus Aluminium. Das hat vor allem den Hintergrund, dass man nicht möchte, dass das Rack in irgendeiner Form auf Resonanzen anspricht, oder von sich aus mitschwingt. Der Sand wirkt dabei bedämpfend und beruhigend auf die Gesamtkonstruktion. Offensichtlich wird das bei der Verwendung von Schallplattenspielern, die jede Vibration der Umgebung sofort auf die Nadel geben. Doch es geht auch weniger offensichtlich. Denn bereits feinste Vibrationen, zum Beispiel von Ringkerntrafos und Netzteilen im Allgemeinen, können nicht nur durch Möbel hörbar gemacht, sondern teilweise sogar von ihnen verstärkt oder übertragen werden. Das Scaena tut dies nicht. Zum Glück Es ist ruhig und stabil wie ein Fels in der Brandung, aber zugleich auch sanft und anmutig, wie ein Baum in der Frühlingsbrise. Mit stoischer Gelassenheit bremst es jede Unruhe im Raum und in der getragenen Technik. Den Unterschied konnten wir am deutlichsten heraushören und spüren, wenn wir mit alten NAS-System experimentiert haben. Alte HDDs erleben, auf dem Scaena platziert, eine Frischzellenkur und werden fl üsterleise wie SSDs. Geratter adé. Aber auch bereits angesprochene Schallplattenspieler wirken transparenter, durchsetzungsstärker und geradliniger im Ton, als auf einem bloßen Beistelltisch gelagert. Für uns ist die Scaena-Serie ein echter Tipp der Redaktion. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist enorm. Das Scaena ist Herr jeder Resonanz. Und Ihre Gerät werden es Ihnen danken, versprochen. Wir jedenfalls haben unseren neuen Schallplattenthron gefunden!

Mehr Informationen unter roterring.eu

Test: Roterring Scaena 13 - Ein Rack, sie zu knechten
Das Scaena 13 ist ein echtes Schmuckstück. Das Musikmöbel punktet sowohl mit schlichtem Design, als auch in der akustischen Resonanzoptimierung. Der Aufbau ist kinderleicht, den beruhigenden und resonanzmindernden Effekt und den Zugewinn an Klarheit im Klang möchte man nicht wieder hergeben. Klarer Kauftipp!
Wiedergabequalität85%
Ausstattung/Verarbeitung84%
Benutzerfreundlichkeit80%
Preis/Leistung93%
Vorteile
  • hohe Verarbeitungsqualität
  • gute Belastbarkeit
  • modulare Bauweise
Nachteile
  • kein Staubschutz
85%Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0%

Bildquellen:

  • Roterring Scaena 13: Johannes Strom