Der Optoma NuForce uDAC5, der audiolab M-DAC mini und der nano iOne von ifi bringen hoch aufgelöste PCM-Signale auf Kopfhörer und Aktivboxen. Außerdem erlauben sie die Wiedergabe von DSD. Grund genug, die mobilen „High-Ender“ zu testen. 

Mit dem Beyerdynamic Impacto essential, dem AudioQuest DragonFly Red und dem soundKey von Cyrus haben wir drei mobile DAC-Kopfhörerverstärker getestet, mit denen aus Smartphone, Tablet und Co. echte Hi- Res-Player werden. Diesmal haben wir uns drei DACs geschnappt, die zwar ebenfalls mobil sind, aber wohl eher am Laptop oder stationären PC genutzt werden wollen.

Optoma NuForce uDAC5

Optoma NuForce uDAC5

Wir beginnen unseren Test mit dem wortwörtlich kleinsten Gerät: dem nur 68 × 45 × 21 Millimeter großen uDAC5 von NuForce. Die dazugehörige Verpackung ist ebenfalls angenehm klein und enthält neben dem Digital-Analog- Wandler nur noch ein Kabel mit USB A auf USB B. Mehr gibt es nicht, aber mehr braucht es auch nicht.

Das hochwertig verarbeitete Metallgehäuse liegt gut in der Hand. Es wirkt extrem stabil und sollte jeden Sturz vom Schreibtisch ohne geringsten Schaden überstehen. Nur die Kanten an den Abschlüssen vorn und hinten könnte nuForce abrunden. Sie wirken etwas scharf, gerade wenn das uDAC5 in der Hosentasche transportiert wird. Das ist nämlich durchaus möglich, da es nicht nur klein ist, sondern auch lediglich 100 Gramm wiegt.

Anschlüsse und Bedienung

Beim Blick auf die Rückseite des kleinen nuForce fallen die vielen Anschlüsse auf, die wir nicht erwartet hätten. Wir können hier zunächst das USB-Kabel einstecken. Daneben sind Ausgänge für digital Koaxial und anlog Cinch. Der kleine kann also auch als Zuspieler für die HiFi-Anlage genutzt werden.

An der Front finden wir einen 3,5-Millimeter-Klinkenausgang für Kopfhörer und links daneben den Drehregler für die Lautstärke. Der dient außerdem als Powerknopf. Wie bei einem klassischen Radio muss er nämlich ganz nach links gedreht werden, um den uDAC5 aus- bzw. einzuschalten. Zwischen Volumenregler und Kopfhörerausgang ist außerdem noch eine kleine LED. Die leuchtet weiß, wenn der nuForce PCM-Signale ausgibt und wechselt ins Blaue, wenn wir DSD lauschen.

Auf der Rückseite des Optoma NuForce uDAC5 befinden sich der USB-Eingang und der digitale Coax-Ausgang sowie der analoge Cinch-Ausgang

Installation

Die Installation bei Windows 10 geht zügig vonstatten. Wir müssen nicht einmal den USB-Treiber, den nuForce bereitstellt, installieren. Einzig bei der Einstellung der Abtastrate können wir nicht das Maximum von 384 kHz bei 24 Bit verwenden, welche Windows anbietet, denn der kleine nuForce schafft „nur“ 192 kHz. Wobei wir dieses „nur“ ironisch verstanden wissen wollen, denn ab einer gewissen Größe kann das menschliche Ohr die Abtastraten nicht mehr unterscheiden.

PCM läuft perfekt

Zunächst testen wir den Klang des uDAC5 mit einigen hoch aufgelösten WAV-Dateien mit einer Abtastrate bis zu 192 kHz. Wir wählen eine bunte Mischung aus Jazz, Folklore und natürlich Klassik. Zwischen den HiRes-Musikstücken platzieren wir auch einige mit CD-Qualität sowie einige MP3-Dateien. So können wir beurteilen, ob der DAC nur ein Spezialist ist oder aus jeder Musik das entscheidende Quäntchen mehr herausholt.

Ganz allgemein fällt uns seine kraftvolle Dynamik auf. Er legt sich wirklich ins Zeug, um selbst aus unspektakulären Aufnahmen das Maximum herauszuquetschen. Wäre er ein Mensch, würden wir über ihn sagen: Er hat Spaß an dem, was er macht. Bei allen HiRes-Musikstücken, die wir dem uDAC5 wiedergeben lassen, brilliert er. Alles wird so fein strukturiert zu Gehör gebracht, dass wir in die Musik beißen möchten. In den tiefen Frequenzen ist er wirklich sehr rund abgestimmt. Beispielhaft belegt wird das bei einem Jazzsong, als der Kontrabass sein Solo hinlegt.

Die Mitten sind über jeden Zweifel erhaben. Besonders gut gefällt uns, wie der uDAC5 mit den Höhen umgeht. Er findet immer die richtige Dosis für deren Wiedergabe. So haben wir immer ein detailliertes Klangbild vor Ohren, was aber nie nervend wirkt. Dieser Höreindruck bestätigt sich auch bei Musikstücken in CD-Qualität. Hier arbeitet der uDAC5 so gut, dass es uns oft sehr schwer fällt, zu unterscheiden, ob wir das gleiche Lied in 44,1 oder 192 kHz Abtastrate hören.

Und wie sollte es anders sein, auch bei MP3-Wiedergabe brilliert das kleine graue Kästchen. Natürlich erreichen wir hier nicht mehr den Höreindruck von HiRes. Allerdings bleibt der nuForce spielfreudig bei der Sache und zaubert auch aus komprimierten Datenströmen musikalische Kleinodien.

DSD in Hochform

Doch den uDAC5 werden sich die wenigsten kaufen, um damit ausschließlich hoch aufgelösten PCM-Signalen zu lauschen. Er wird gekauft, um auch unterwegs DSD-Schätze zu konsumieren. Und das haben wir natürlich auch getestet. Wobei es hierbei, die ein oder andere Klippe zu umschiffen gab. Mehr dazu in unserem Tutorial: DSD unterwegs hören – PC und Mac fit für HighRes machen. Laufen erst mal DSD-Stücke auf dem kleinen nuForce werden sich High-End-Fans freuen.

Wie schon bei den anderen HiRes-Dateien gibt er sie mit großer Spielfreude aus. Dabei bleibt er immer sehr werktreu, selbst das Rauschen von hochwertig umgewandelten analogen Aufnahmen gibt er detailverliebt wieder. Hier beweist der NuForce, wie gut HiRes dafür geeignet ist, die analoge Welt mit dem digitalen Zeitalter zu verknüpfen. Angst vor Verlust von Wärme und Intensität braucht niemand zu haben, denn dank hoch aufgelöster DSD- oder PCM-Aufnahmen bleibt alles bis ins kleinste Detail erhalten.

Weiter geht es mit dem audiolab M-DAC mini.

Bildquellen:

  • Optoma NuForce uDAC5: Bild: Auerbach Verlag
  • IMG_2001: Bild: Auerbach Verlag
  • audiolab M-DAC mini: Bild: Auerbach Verlag
  • Rückseite audiolab M-DAC mini: Bild: Auerbach Verlag
  • ifi nano iOne: Bild: Auerbach Verlag
  • ifi nano iOne – Logo: Bild: Auerbachverlag
  • ifi nano iOne – Rückseite: Bild: Auerbach Verlag
  • Optoma NuForce uDAC5, audiolab M-DAC mini, ifi nano iOne: Bild: Auerbach Verlag