Beyerdynamic Impacto essential – ultramobiler DAC-Kopfhörerverstärker für den T1

Mit dem Beyerdynamic Impacto essential haben die Heilbronner einen Wandler inkl. Kopfhörerverstärker auf den Markt gebracht, der genau auf ihren Premiumkopfhörer T1 zugeschnitten ist. So muss niemand mehr einen HiRes-Player mitschleppen, sondern kann einfach aus dem Smartphone ein hochauflösendes Wiedergabemonster machen. Soweit jedenfalls die Theorie. Was der 330 Euro teure DAC wirklich kann, verraten wir jetzt.

Der Impacto essential protzt mit einer maximalen Samplingrate von 32 Bit bei 384 kHz (DSD 5,6 MHz). Dafür ist auch sein Preis mit 330 Euro nicht unbedingt klein. Der Lieferumfang ist mit Adapterkabeln für alle drei USB-Anschlüsse (A, Micro, C) vorbildlich. Egal an welches mobile Device wir ihn anschließen wollen, das richtige Anschlusskabel ist dabei.

So flexibel der Impacto essential beim Anschluss an Smartphone und Co. ist, umso komplizierter macht er die Verbindung zu einem x-beliebigen Kopfhörer. Der DAC ist nämlich mit seinen zwei 3,5-mm-Klinkensteckern fast ausschließlich auf die Kopfhörer von Beyerdynamic ausgelegt. Wer ihn an einem anderen verwenden will, muss zwangsläufig auf einen Adapter zurückgreifen.

Ideal für den T1

Wir testen den Impacto essential mit dem passenden T1. Ein Heimvorteil für den Essential. Schon beim Auspacken fällt uns die angenehm flache und handliche Bauweise des Impacto auf. Er integriert sich damit perfekt ins Kopfhörerkabel. Er besteht zwar aus Kunststoff, macht aber trotzdem einen hochwertig verarbeiteten und stabilen Eindruck. Zudem besitzt er Bedienelemente für die Lautstärkeregelung, den Titelsprung und das Pausieren eines Songs.

Treiber installieren? Eher nicht!

Eine kleine weiße LED zeigt an, ob eine High-Res-Samplingrate am Gerät eingestellt ist. Sie leuchtet ab 48 kHz. Konkret Auskunft über die Samplingrate wie etwa beim DragonFly gibt sie allerdings nicht.

Um ihn am Windows-PC zu betreiben, sollen wir laut Bedienungsanweisung einen Treiber installieren. Wir können davon aber nur abraten. Ohne Treiber funktioniert der Impacto essential an unseren Windows 10-PC wunderbar. Außerdem können wir eine maximale Samplingrate von 384 kHz einstellen. Das geht mit installiertem Treiber nicht. Da dürfen wir nur maximal 192 kHz auswählen.

Android und Apple

Für Android- und Apple-Geräte gilt das Gleiche, wie bei anderen DAC-Kopfhörerverstärkern: Für iPhone und Co. brauchen wir das Camera Kitt. Ein Android-Tablet oder Smartphone muss über USB On-To-Go (OTG) verfügen, um den Impacto essential betreiben zu können.

Beyerdynamic Impacto essential

Links im Bild die beiden Klinkenstecker für den Kopfhörer und rechts die Adapterkabel für alle gängigen USB-Anschlüsse – alles beim Beyerdynamic Impacto essential dabei

So klingts mit dem dem Impacto essential

Preis: EUR 6,99
Doch kommen wir zum Wichtigsten: dem Klang. Wir lassen ein paar MP3-Dateien in höchstmöglicher Auflösung laufen. Und was sollen wir sagen? Perfekt. Wir können uns nicht vorstellen wie Nina Simones „Feeling Good“ besser klingen könnte. Selbst die vielen Unreinheiten der Aufnahme hören wir in bestmöglicher Qualität.

Jetzt suchen wir noch einige High-Res-Dateien, die dem Player das Maximum abverlangen. Wir nutzen unter anderem eine Mozart-Aufnahme mit 24 Bit bei 384 kHz. Über jeden Zweifel erhaben präsentiert uns der Impacto essential das Orchester. Die tiefen Frequenzen sind satt und kraftvoll, die Mitten brillieren genau wie die Höhen mit feinstem Detailreichtum. Der akustische Raum ist weit und echt.

Einzig die Lautstärke ist unbefriedigend. Wir hören alle Lieder mit dem T1 in maximaler Lautstärke. Das entspricht ungefähr einer erhöhten Zimmerlautstärke. Mehr ist aus dem Impacto essential nicht herauszuholen. Auch an anderen Quellen bleibt das Problem bestehen. Er ist einfach zu leise und wir wünschen uns einen Kopfhörerverstärker für diesen Kopfhörerverstärker von Beyerdynamic. Ein echtes Manko, das den Gesamteindruck des Beyerdynamic doch empfindlich trübt. 

Klanglich können wir den Beyerdynamic Impacto essential als ultramobilen DAC-Kopfhörerverstärker vollends empfehlen. Nur die geringe Gesamtlautstärke ist unterwegs problematisch, gerade wenn laute Umgebungen ausgeblendet werden sollen.

Test: Beyerdynamic Impacto essential
Kopfhörerverstärker mit maximalem High-Res-Niveau bei 384 kHz. Gut verarbeitet und mit praktischen Bedienelementen sowie umfangreichem Zubehör. Leider nur passend für Kopfhörer mit zwei Klinkeneingängen. Sein transparenter, extrem detailreicher Klang ist über jeden Zweifel erhaben. Lediglich die geringe Gesamtlautstärke trübt den mobilen High-Res-Musikgenuss. Hier muss Beyerdynamic nachjustieren, um weiter oben mitspielen zu können.
Wiedergabequalität95%
Ausstattung/ Verarbeitung80%
Benutzerfreundlichkeit100%
Preis/Leistung80%
Vorteile
  • 24 Bit bei 384 kHz
  • satter Klang mit vollendet räumlichen Details
  • beherrscht DSD
Nachteile
  • Nur für Kopfhörer mit zwei Klinkenanschlüssen
  • Zu geringe Maximallautstärke
89%Gesamtwertung
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Bildquellen:

  • Beyerdynamic Impacto essential: Bild: Auerbach Verlag
  • Beyerdynamic Impacto essential: Bild: Auerbach Verlag