Musik ist wohl eines der wichtigsten Dinge, die es in unserer Welt gibt. Durch die riesige Vielfalt an unterschiedlichen Genres und Interpreten ist fast für jeden etwas dabei. Die Spieler vom Fußballclub RB Leipzig haben nun für die Werbung ihres Heimspiels gegen die Hertha aus Berlin auch auf die Welt der Musiker gesetzt.

Der aufstrebende und polarisierende Klub

Schon bevor RB Leipzig im vergangenen Jahr in die Bundesliga aufgestiegen ist, hat der Klub für viel Diskussionen gesorgt. Die Verbindung zum österreichischen Getränkeunternehmen Red Bull lässt vor allem die Fußballromantiker auf die Barrikaden gehen, die lieber traditionsreiche Vereine als gut gesponserte Clubs in der höchsten deutschen Spielklasse sehen würden.

Doch auch wenn die Sachsen scheinbar über sehr viel Kapital verfügen, so schmeißen sie dennoch nicht mit dem Geld um sich, sondern investieren vergleichsweise wenig Geld in junge Spiele, die großes Entwicklungspotenzial mitbringen. Diese junge Mannschaft spiegelt sich sehr gut in ihrer schnellen und laufintensiven Spielweise wider, weswegen sie nicht zu Unrecht ein Favorit auf den Titel in der Bundesliga ist.

Während der jüngsten Länderspielpause vor einigen Wochen haben die Spieler und Verantwortlichen des Bundesligaclubs aus Leipzig nun die Chance genutzt, etwas Werbung in eigener Sache zu machen und eine Marketing-Kampagne der etwas anderen Art gestartet.

Im Rahmen einer neuen PR-Aktion nahmen RB-Chef Oliver Mintzlaff, Trainer Ralph Hasenhüttl sowie der Kommunikations- und Marketingdirektor Florian Scholz an einer Party des Lifestyle-Magazins GQ teil. Mit von der Partie waren auch die Spieler Diego Demme, Bernardo und der Youngster Federico Palacio.

Einzugsgebiet Berlin

Durch die verhältnismäßig geringe Entfernung zwischen Leipzig und Berlin ist die Hauptstadt ein strategisch reizvoller Ort und so versucht der momentan Zweitplatzierte der deutschen Eliteklasse auch hier, den Menschen einen Besuch im Leipziger Stadion schmackhaft zu machen.  

Und so wurden über 60.000 Postkarten verschickt sowie etliche Plakate an öffentlichen Orten mit täglich großem Andrang aufgehängt, um für die Begegnung RB Leipzig gegen Hertha BSC Berlin zu werben, die am 17. Spieltag ansteht. Sogar Werbespots wurden extra für diesen Anlass gedreht und an Bahnhöfen und anderen Plätzen zur Schau gestellt.

Fußballstars und Musiker gemeinsam

Das Besondere an dieser Aktion ist aber, dass auf den Werbeträgern nicht nur Reklame für das Fußballspiel gemacht wird. Denn die diesjährige Inszenierung des Weihnachtsoratoriums des weltberühmten Komponisten Johann Sebastian Bach in der Leipziger Nikolaikirche ist ebenso im Mittelpunkt der Kampagne.  Und so sind auf den Plakaten nicht nur die Spieler zu sehen, sondern auch die Musiker, die Teil der Aufführung sind.

Wie in eigentlich allen Bereichen spielt die Musik auch im Sport, gerade im Fußball, eine ganz besondere Rolle, und das nicht nur für die Athleten, die sich oft vor dem Wettkampf durch ihre Kopfhörer mit ihrer Lieblingsmusik beschallen lassen. So haben bestimmte Lieder auch für die Fans eine ganz besondere Bedeutung. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Hymne der Champions League, die bei vielen Zuschauern und auch Spielern für Gänsehaut sorgt.

Genauso haben auch andere sportliche Veranstaltungen in vielen Fällen einen eigenen Song, der oftmals im Kopf bleibt und noch lange mit diesem Ereignis assoziiert wird. Kein Wunder, denn mit Musik können sehr gut Emotionen zum Ausdruck gebracht werden und so können bestimmte Lieder ein Leben lang an ein positives oder auch negatives Erlebnis erinnern.

Sportstars im Musikbusiness

Neben der Werbeaktion von RB Leipzig gibt es noch zahlreiche andere Versuche von Athleten, die Welt der Musik für sich zu nutzen. Die Liste der Sportler ist lang, die neben der sportlichen Karriere auch einmal ihr Gesangstalent auf die Probe gestellt haben. In vielen Fällen waren diese Ausflüge sogar von Erfolg gekrönt.

Eine dieser Erfolgsgeschichten ist die des Schlagerinterpreten Hansi Hinterseer, der vor seiner Musikkarriere ein ziemlich erfolgreicher Skifahrer war. Bereits mit 19 Jahren gelang ihm 1973 nur zwei Jahre nach seinem Debüt der Sieg in der Riesenslalomgesamtwertung. Dieser Triumph sollte allerdings auch der größte in seiner Karriere bleiben.

1983 beendete der Österreicher dann seine Profilaufbahn und arbeitete eine Weile als TV-Experte, ehe er 1994 seine Karriere als Volksmusiker startete. Und seitdem ist der Schlagersänger vielen Menschen ein Begriff und ein gutes Beispiel für den erfolgreichen Wechsel eines Sportlers in die Welt der Musik.

Diese Sportler haben den Weg zur Musik gewagt:

  • Hansi Hinterseer
  • Franz Beckenbauer
  • Matthias Steiner
  • Gerd Müller
  • Thomas Brdaric
  • Christian Pander

Der Kaiser am Mikrofon

Selbst die deutschen Fußballikone Franz Beckenbauer hat einen Abstecher ins Musikgeschäft gemacht und die Fußballschuhe kurzzeitig gegen das Mikrofon getauscht. Franz Beckenbauer veröffentlichte im Jahr 1966 einen Song mit dem Titel „Gute Freunde kann niemand trennen“, der sich mittlerweile zu einem absoluten Klassiker entwickelt hat und den meisten Fußballfans ein Begriff ist. Das Lied Beckenbauers schaffte es sogar auf Platz 31 der deutschen Charts und kann ohne Zweifel als großer Erfolg bezeichnet werden.

Ein aktuelles Beispiel für einen Sportler, der sich im Musikgeschäft versucht, ist der ehemalige Gewichtheber und Olympiasieger Matthias Steiner. Seine größten sportlichen Erfolge waren selbstverständlich das olympische Gold aus dem Jahr 2008, aber darüber hinaus konnte sich der Gewichtheber noch zum Welt- und Europameister krönen. Im Jahr 2013 beendete Steiner seine aktive Karriere.

Durch seine Teilnahme an dem Gesangswettbewerb „It takes 2“ konnte sich der gebürtige Österreicher dieses Jahr einen Plattenvertrag sichern und so erschien im März seine erste Single mit dem Titel „Zurückgeliebt“. Im April wurde darüber hinaus das gleichnamige Album veröffentlicht. Ob sich seine zweite Karriere als Schlagerinterpret jedoch als Erfolg herausstellt, wird die Zukunft zeigen.

Musik und Sport – eine gute Kombination

Egal, ob als zweites Standbein oder eine neue Art der Werbung, Sport und Musik passen einfach gut zusammen. Die Kampagne von RB Leipzig scheint also äußerst vielversprechend und der Wunsch, dass dadurch der eine oder andere Bewohner Berlins auch mal die Reise nach Leipzig antritt, um den Klängen klassischer Musik zu lauschen oder bei einem Fußballspiel auf der Tribüne mit zu fiebern, könnte schon bald in Erfüllung gehen.

Ob dies allerdings auch bedeutet, dass es RB Leipzig mithilfe von Musik gelingt, eine neue Tradition zu begründen, wie es beispielsweise beim Fußball-Hit schlechthin „You’ll never walk alone“ gelingt, der jedes Wochenende im Signal Iduna Park des BVB ertönt, sei einmal dahingestellt. Ein guter Weg ist der musikalische bekanntlich nichtsdestotrotz – auch wenn es mal nicht zum Welthit reicht.

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