Historische Schallplatten-Aufnahmen hören, ohne in Musikbibliotheken oder auf Flohmärkten suchen zu müssen? Wir verraten, wie das geht und das sogar ohne Schallplattenspieler.

Ein Blick zurück

Es war das Jahr 1887, damals erhielt Emil Berliner das Patent für die Fertigung von Schallplatten. Der Deutsche, der 1870 in die USA auswanderte, hatte ein Gerät konstruiert, mit dem sich Schallwellen in einer horizontal ausgerichteten Rille abspeichern ließen. Der im selben Jahr von Edison zum Patent angemeldete Phonograph nutzte eine vertikale Ausrichtung. Somit gilt Emil Berliner heute gemeinhin als Erfinder von Schallplatte und Grammofon.

100 RPM und von innen nach außen

Die ersten Schallplatten von Berliner wurden mit 30 RMP abgespielt und hatten eine Spieldauer von 4 Minuten. Doch so richtig erfolgreich war Berliners Idee nicht. Erst 1896 kam es in den USA zum Durchbruch des Mediums. Europa folgte kurz darauf, vor allem weil damals der Patentschutz sehr lasch war. Auf dem alten Kontinent gab es plötzlich unzählige Hersteller von Platten und Abspielgeräten, die meist inkompatibel miteinander waren. So stellte etwa die französische Firma Pathé Platten her, die mit 90 bis 100 RPM abgespielt wurden und deren Nadeln von innen nach außen liefen.

Doch schlussendlich setzten sich das Grammofon und die Schallplatte aus Schieferpulver, Baumwollflock und Schellack durch. Sie wird wegen des letztgenannten Bestandteils heute auch als Schellackplatte bezeichnet, im Unterschied zur seit den 1960er Jahren üblichen Vinylplatte. Schellackplatten wurden bzw. werden in der Regel mit 78 RPM abgespielt. Das macht es für fast alle modernen Plattenspieler unmöglich sie wiederzugeben. Aber es gibt auch Ausnahmen davon, wie etwa den Technics SL-1000R, der tatsächlich die 78 RPM beherrscht.

Ohne Grammofon hörbar

Doch kommen wir zum eigentlichen Thema. Wie können Sie alte Schellackplatten hören, ohne sie selbst zu besitzen und ohne ein passendes Abspielgerät? Ganz einfach, das Internet Archiv hat eine große Menge an Schellackschätzen digitalisiert und stellt sie im Stream oder auch zum Download bereit. Das Beste daran: Das Angebot ist komplett kostenlos.

Wie komme ich zu den alten Aufnahmen?

Um die alten Aufnahmen anhören zu können, gehen Sie zuerst auf das Lautsprechersymbol auf der Startseite des Archivs.

(Bild: Screenshot archiv.org)

Im Kopfbereich öffnet sich nun eine Übersicht. Dort müssen Sie nur auf „78 RPMs and Cylinder Rec…“ klicken.

(Bild: Screenshot archiv.org)

Schon sind Sie am Ziel. Sie können nun einzelne Lieder als auch ganze Sammlungen anhören. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern in der Vergangenheit der Schallplatte.

(Bild: Screenshot archiv.org)

Sie wollen doch lieber Schallplatten mit einem Plattenspieler hören? Kein Problem, denn unsere Plattenspieler-Tests zeigen Ihnen, welcher zu Ihnen passt.

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