In der Musikbranche gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Selbstständigkeit zu starten und sich auf diese Weise einen Namen zu machen. Ein Weg ist das Gründen eines eigenen Musiklabels. In diesem Rahmen besteht die Option, neue Künstler aufzubauen oder in späteren Phasen bekanntere Acts zu unter Vertrag zu nehmen. Was ist dabei zu beachten? 

Eine einzigartige Idee als Basis

Am Anfang der Gründung sollte eine individuelle Idee stehen. Es gibt einige Labels auf dem Markt, die Konkurrenz ist also groß. Dementsprechend ist es wichtig, sich von den Mitbewerbern abzugrenzen. 

Dies kann zum einen umgesetzt werden, indem das Label auf eine ganz bestimmte Nische baut. Eine entsprechende Entscheidung kann auf der Basis von Trends oder einer Vision getroffen werden. 

Letztere könnte darin bestehen, eine Sparte, die aktuell noch abseits des großen Kommerzes stattfindet, bekannter und populärer zu machen. Alternativ kann die Individualität darauf basieren, den Acts besondere Konditionen zu bieten oder sie auf eine neuartige Weise zu vermarkten. 

In diesem Fall kann das Label Künstler und Bands aus unterschiedlichen Genres unter Vertrag nehmen. Aus den Ideen sollte vor der Gründung ein schlüssiges Konzept erstellt werden, das einen einzigartigen und einprägsamen Namen enthält. 

Finanzierung der Gründung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Finanzierung. Bereits zum Start des Labels muss ein gewisses Grundbudget bestehen, um zielführend arbeiten zu können. Unter anderem werden die wirtschaftlichen Mittel benötigt für: 

  • Technik für ein eigenes Studio,
  • Vorschüsse für Künstler und Bezahlung der Produzenten
  • sowie Ausgaben für das Marketing. 

Je nachdem, wie groß das Label von Beginn an einsteigen möchte, ist hierfür eine Investition notwendig, die oftmals im fünfstelligen, manchmal sogar im sechsstelligen Bereich liegt. Zum einen kann der Gründer mit seinen Partnern einen gewissen Anteil aus eigener Tasche finanzieren. 

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Aufnahme eines Darlehens. Um hierfür die besten Konditionen zu erhalten, lohnt es sich für den Label-Gründer sicherlich, im Netz ein Portal für einen Kreditvergleich zu nutzen.

In diesem Rahmen werden die Laufzeit, die Höhe und der Verwendungszweck des Kredites angegeben. Daraufhin erhält der Nutzer verschiedene passende Angebote. In letzten Schritt kann der passendste Kredit abgeschlossen werden. 

Unabhängig von der Art der Finanzierung ist es wichtig, dass das Label gerade zu Beginn darauf achtet, das Geld besonders effizient zu nutzen – also mit einem möglichst geringen Betrag einen höchstmöglichen Effekt zu erzielen. Dies bezieht sich auf die öffentliche Aufmerksamkeit und daraus folgend auf die Verkäufe und Einnahmen. 

Technik für ein eigenes Studio

Close-up of boutique recording studio control desk

Um den Künstlern einfaches Arbeiten zu ermöglichen und einen festen Anlaufpunkt hierfür zu bieten, kann es sinnvoll sein, ein eigenes Studio in den Geschäftsräumen einzurichten. Auf lange Sicht können so zudem hohe Studiomieten gespart werden. Als Equipment hierfür werden unter anderem benötigt:

  • ein leistungsfähiger PC mit einer hochwertigen Soundkarte,
  • Software wie eine DAW, virtuelle Instrumente und Effekte,
  • echte Instrumente,
  • hochwertige Mikrofone
  • sowie Monitorboxen. 

Ein leistungsfähiger PC ist von Bedeutung, damit Projekte mit vielen Spuren ohne Probleme laufen und ein guter Workflow zustande kommt. Eine gute Soundkarte sorgt für einen hochwertigen Klang. 

Eine DAW sowie virtuelle Instrumente und Effekte sind die grundlegenden Tools, die heutzutage für die Musikproduktion unabdingbar sind. Als echte Instrumente für das Studio kommen je nach Bedarf der Künstler und Bands Gitarren, Bässe, Keyboards und ein Schlagzeug infrage. 

Bei Letzterem kann überlegt werden, ob ein akustisches oder elektronisches Schlagzeug sinnvoller ist – beide Varianten haben individuelle Vor- und Nachteile. Hochwertige Mikrofone sind für die Aufnahmen essenziell. Monitorboxen wiederum ermöglichen einen klaren und realistischen Mix eines Songs. 

Für alle diese Tools bietet der Markt ein vielseitiges Angebot. Daher kann es sinnvoll sein, die konkrete Kaufentscheidung mit den Künstlern und Produzenten, die im Studio arbeiten werden, abzustimmen. Oftmals gibt es sicherlich individuelle Favoriten, die der jeweiligen Person einen einfachen Workflow ermöglichen. 

Auswahl der Künstler – Welche Kriterien sind relevant?

In einem weiteren Schritt muss das Label die passenden Künstler auswählen. Dabei sollten verschiedene Kriterien berücksichtigt werden, wozu zählen: 

  • Talent und Musikalität,
  • Reichweite,
  • Reichweite und individuelles Charisma
  • sowie zwischenmenschliche Aspekte.

Talent und Musikalität

Die Basis für den Erfolg eines Künstlers oder eine Band sind Talent und Musikalität. So sollten die Mitglieder der Band ihre Instrumente sicher beherrschen und ein wenig musikalische Kreativität mitbringen. Für Acts im elektronischen Bereich spielt zusätzlich ein gutes und kreatives Gefühl für einzigartige Sounds eine Rolle. 

Nur so können tolle Songs entstehen, die ein Potenzial haben, viele Hörer und Fans zu finden. Gleiches gilt in anderen Sparten wie dem Hip-Hop. Ein Rapper sollte ebenfalls ein Hintergrundwissen zu verschiedenen Techniken haben und diese umsetzen können. 

Reichweite und Charisma

Zusätzlich ist es hilfreich, wenn der Künstler bereits eine gewisse Reichweite besitzt, die sich vor allem anhand der Follower und Klickzahlen in den sozialen Medien erkennen lässt. Diese Werte sind in den letzten Jahren in vielen Genres der Musikbranche zu einer entscheidenden Größe geworden. 

Neben der Bedeutung als Gradmesser für die Relevanz eines Künstlers können durch Aufrufe auf YouTube Einnahmen generiert werden, was für das Label wirtschaftlich wichtig ist. Bezüglich dieses Aspektes ist die Musikindustrie durchaus erfolgreich: Im Jahr 2020 bestanden die Top 15 der zu diesem Zeitpunkt insgesamt meistgeklickten Videos auf YouTube zu einem großen Teil aus Musikvideos.  

Wenn ein Act bereits eine Fanbase besitzt und viele Klicks generiert, kann darauf aufgebaut werden, anstatt bei null anfangen zu müssen. Zudem ist dadurch das Risiko geringer, einen Künstler unter Vertrag zu nehmen, der die an ihn gestellten Erwartungen deutlich verfehlt, was zu monetären Verlusten für das Label führen würde. 

Der Künstler oder die Band sollte außerdem Charisma besitzen und ein Image mitbringen, das einzigartig ist und glaubwürdig verkörpert werden kann. Neben der Musik selbst sind es diese Aspekte, die die Chancen um ein Vielfaches erhöhen, begeisterte Fans zu finden, die sich mit ihrem Idol identifizieren. Dabei spielt auch eine spannende und mitreißende Hintergrundgeschichte des Acts eine wichtige Rolle. 

Das Zwischenmenschliche

Ebenfalls wichtig sind zwischenmenschliche Aspekte. So sollte eine gute Basis zwischen dem Label und den Künstlern bestehen. Nur so sind dauerhafter gemeinsamer Erfolg und das Vermeiden von Streitigkeiten möglich.

Letztere können am Ende zu einer Trennung führen, was für beide Seiten sicherlich oftmals frustrierend ist. Eine besondere Bedeutung hat der Aspekt der passenden „Chemie“ in schwierigen Phasen der Karriere wie öffentlichen Skandalen oder phasenweise rückläufigen Verkaufs- und Streaming-Zahlen. 

Marketing

Cheerful musicians taking selfie

Damit die Popularität der Acts wächst, muss das Label von Beginn an Marketing betreiben. Die Kanäle hierfür sind vielfältig, wobei die virtuellen Möglichkeiten mittlerweile zentral sind. Zu den Optionen zählen unter anderem:

  • Marketing in der Presse,
  • Plakate und Flyer
  • sowie Marketing über die sozialen Medien. 

Marketing in der Presse

Eine Möglichkeit besteht darin, Marketing in der Presse zu machen. Unter anderem ist dies in Fachmagazinen oder größeren Tageszeitungen möglich. Dabei spielen neben den Printmedien die Online-Magazine eine wichtige Rolle. 

Entsprechende Medien können zum Beispiel zur Veröffentlichung einer Single oder eines Albums einen Bericht oder eine Rezension verfassen bzw. mit dem entsprechenden Künstler ein Interview machen. 

Letzteres ist in schriftlicher Form oder im Netz als Video möglich. Ein Label sollte also versuchen, frühzeitig belastbare Kontakte zu entsprechenden Medien zu knüpfen, um die Künstler platzieren zu können. 

Plakate und Flyer

Eine weitere Form des Marketings in der Musikbranche sind Flyer und Plakate. Letztere können entweder in der Region, in der der Künstler lebt, aufgehängt werden, um einen kleinen lokalen Hype zu kreieren. 

Deutschlandweite Plakatierungen sind ebenfalls möglich, allerdings deutlich teurer, was gerade in der Anfangsphase des Labels sicherlich ein Hindernis darstellen kann. Flyer wiederum können durch die Bands und Künstler selbst bei verschiedenen Veranstaltungen verteilt werden. 

Marketing über die sozialen Medien

Besonders relevant ist das Marketing über die sozialen Medien. Über Facebook, Instagram, Twitter und TikTok sollten die Künstler sehr regelmäßig posten und zudem soweit möglich die interaktiven Wege zum Kontakt mit ihren Fans nutzen, um den Hörern im Gedächtnis zu bleiben.

Die Aufgabe des Labels besteht dabei darin, mit den Acts hierfür eine sinnvolle und schlüssige Strategie zu entwickeln. Darüber hinaus ist es zielführend, professionelle Fotografen und Videografen zu engagieren, die gemeinsam mit den Artists hochwertige und spannende Inhalte für deren Profile erstellen. 

Bildquellen:

  • Close-up of boutique recording studio control desk.: ©Nejron Photo/stock.adobe.com
  • Cheerful musicians taking selfie: ©wavebreak3/stock.adobe.com
  • Group of a youth band having a rehearsal: ©Rawpixel.com/stock.adobe.com