Wirtschaftlich strauchelte Onkyo in den letzten Jahren heftig. Eine kräftige Finanzspritze im letzten Jahr sollte den Traditionshersteller aus Japan retten. Doch nun ist er insolvent, die Marke wird es aber weiterhin geben. ++ Update: vom deutschen Vertrieb Aqipa und dem US-amerikanischen Markeninhaber Premium Audio Company gab es nun Statements, wie es mit Onkyo weiter gehen wird ++

Noch 2019 wollte Sound United LLC den Consumer-Audio-Geschäftsbereichs der Onkyo Corporation – einschließlich der Marken Onkyo, Pioneer, Pioneer Elite und Integra – übernehmen. Wir berichteten davon und auch, dass die Übernahme scheiterte. Jetzt ist das japanische HiFi-Traditionsunternehmen Pleite.

Die Verbindlichkeiten Onkyos liegen bei 3,1 Milliarden Yen. Das sind umgerechnet gut 23 Millionen Euro (Quelle: Nikkei Asia). Zwar konnte sich Onkyo 2021 durch die Gewährung von Aktienoptionen noch frisches Eigenkapital beschaffen. Die Finanzspritze durch einen Investmentfonds auf den Kaimaninseln von 46 Millionen Euro genügte allerdings nicht, das Ruder rumzureißen.

Schon im März 2022 meldeten zwei Tochterfirmen Onkyos, die Audio-Geräte und Lautsprecher für andere Marken bauten und vertrieben, Konkurs an. Und die Kopfhörersparte wurde schon letztes Jahr im September an einen Investmentfond verkauft.

Onkyo verpasste Streaming

Laut Analysten hat es Onkyo verpasst, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die Marktverschiebung hin zu Streaming setzte das Unternehmen nur unzureichend um. Das sei der Hauptgrund für die Insolvenz.

Wie geht es mit weiter?

Doch Freunde der Marke müssen keine Sorge haben, denn Onkyo wird es trotz Insolvenz weiterhin geben. So übernehmen Voxx International und Sharp das audiovisuelle Kerngeschäft für Heimgeräte, bzw. wurde bereits im letzten Jahr die Audio-Sparte des Unternehmens an Voxx und Sharp verkauft. Zur Voxx International Corporation gehören etwa die bekannten Marken Klipsch, Magnat oder Heco. Sharp und Voxx wollen übrigens die Marke fortführen und weiter Produkte unter dem Namen entwickeln.

Update: Was heißt das für die Marke Onkyo auf dem deutschen Markt?

Die Aqipa GmbH, der Vertrieb für die Marken Onkyo, Pioneer und Integra in Deutschland und Österreich gab nun in einer Pressemitteiling bekannt, dass die Produkte der genannten Marken trotzdem weiterhin von Aqipa vermarktet werden. Das Unternehmen wird sich auch weiterhin auf die Erfüllung des bestehenden Distributionsvertrags sowie die Lieferung der Produkte nach Europa mindestens bis Ende 2023 konzentrieren.

“Wir bedauern die Insolvenz von Onkyo überaus. Sie kam, aufgrund des Verkaufes im letzten Jahr, für uns nicht überraschend und wird keine unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Geschäftsbeziehung mit VOXX haben, welcher unser derzeitiger Vertragspartner für den Master-Distributionsvertrag der Marken Pioneer, Onkyo und Integra ist”, so Klaus Trapl, Vice President of Global Sales Aqipa.

Derzeit ist nur eine begrenzte Anzahl von Modellen von Onkyo und Pioneer in Europa erhältlich, welche über ausgewählte Partner und den offiziellen EU-Online-Store von Pioneer und Onkyo vertrieben werden. 

Statement der Premium Audio Company LLC (PAC) zur Insolvenz von Onkyo Home Entertainment in Japan

Auch die Premium Audio Company LLC (im folgenden „PAC“), eine hundertprozentige Tochterfirma der VOXX International Corporation (NASDAQ: VOXX), gab eine Stellungnahme zum angelaufenen Insolvenzverfahren der Onkyo Home Entertainment Corporation am Bezirksgericht Osaka ab. Das Statement der PAC versteht sich als Antwort zu irreführenden Medienberichten zur Marke Onkyo, die durch ein Joint Venture zwischen PAC und der Sharp Corporation seit September 2021 zum Unternehmen gehört und seitdem ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnen konnte.

So betrifft das Insolvenzverfahren in Japan nicht Vermarktung von Onkyo und Integra. Das am 13. Mai 2022 beantragte Gläubigerschutzverfahren in Osaka, Japan berührt nicht die von PAC und Sharp zuvor erworbenen Unternehmenswerte. Das Joint Venture dieser beider Unternehmen hatte die Marken Onkyo und Integra erworben, mitsamt allen Rechten am geistigen Eigentum, und übernahm die Verantwortung für Produktmanagement, Entwicklung, Sales, Marketing und Vertrieb des Geschäfts von Onkyo Home Entertainment. Das Joint Venture hatte ebenfalls die Produktion der Produkte übernommen, darunter eine Vielfalt von AV-Receivern und Stereo-Receivern, Verstärkern und HiFi-Komponenten, die unter den Markennamen Onkyo und Integra vermarktet werden.

Dabei liefen die Geschäfte der Premium Audio Company mit Onkyo, Integra und Pioneer sehr erfolgreich. Alle Verkäufe dieser Markenprodukte wuchsen im Umsatz von 13,8 Mio. US-Dollar (Fiskaljahr 2021) auf 59,4 Mio. US-Dollar im Fiskaljahr 2021, wobei Onkyo nach Umsatzvolumen die Spitzenposition belegt.

Paul Jacobs, Präsident und CEO der Premium Audio Company, sagt dazu: „Die Nachfrage nach Produkten von Onkyo und Integra ist sehr hoch und wir erwarten, dies in den kommenden Jahren noch steigern zu können. Wir arbeiten sehr eng mit Sharp zusammen, um die Produktion noch steigern zu können, und sind seit der Übernahme deutlich gewachsen. Wir haben große Pläne für Onkyo und die anderen Marken, die durch 11TC verkauft werden, und wir sind überzeugt, die Verkäufe in naher Zukunft mehr als verdoppeln zu können, weshalb wir in die Produktion investieren und den Vertrieb ausweiten. Gerüchte oder jede Art von Kommentaren über die Marke Onkyo, die das Gegenteil behaupten, sind irreführend und entbehren jeder Grundlage.“ 

Webseite: www.onkyo.com/de

▶ Lesen Sie hier: Geplante Sound United Übernahme von Onkyo und Pioneer scheitert

Bildquellen:

  • Onkyo TX-SR393: Bild: © Aqipa GmbH