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Test: Technics SL-G700M2 – Digitaler SACD-Netzwerk-Player

Mit dem SL-G700M2 hat Technics einen hochpotenten digitalen Zuspieler neu aufgelegt. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, das Gerät genauer unter die Lupe zu nehmen.

Big Player

Generell gibt es nur wenige Hersteller, die es ähnlich erfolgreich schaffen, sich dermaßen breit aufzustellen, wie Technics. Geräte wie etwa das In-Ear-Headset EAH-AZ70 oder der Regallaustprecher SB-C600 vereinen Lifestyle mit High-Fidelity allerhöchster Güte. Und mit dem legendären Vinyldreher SL-1210 haben sich die Japaner endgültig einen festen Platz im Herzen aller Analogfans erspielt.

Aus den Clubs dieser Welt ist der kultige „Zwölfzehner“ heute nicht mehr wegzudenken. Selbstverständlich hatten wir den auch auf dem Prüfstand. Die beiden Auflagen SL-1210GR wussten übrigens die 90 Prozent-Hürde bravourös zu knacken und überzeugten den Redaktionskollegen Johannes Strom seinerzeit auf ganzer Linie.

Doch nicht nur mit analogen Zuspielern hat sich Technics um einen Stern in der HiFi-“Hall of Fame“ verdient gemacht. Auch mit digitalen Quellen kennt sich das Unternehmen wirklich bestens aus. So ergatterten etwa der Netzwerkplayer SU-R1 und der Streamer SL-G700 mit 95 Prozent die Referenzklasse.

Zweiteren legte man Ende des vergangenen Jahres wieder auf und präsentierte der HiFi-Gemeinde mit dem SL-G700M2 eine augenscheinlich identische, jedoch inhaltlich umfangreich modernisierte Fortsetzung des SACD- und Netzwerk-Spielers.

Mit dem SL-G700M2 hat Technics einen hochpotenten Digitalen Zuspieler neu aufgelegt. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, das Gerät genauer unter die Lupe zu nehmen

Technics SL-G700M2

Optisch gleicht das Modell seinem Vorgänger, wie bereits erwähnt, bis aufs Schräubchen. Das Gerät kommt in einem schlichten Metallgehäuse mit gebürsteter Aluminium-Front daher. Mit den beiden offerierten Farbausführungen in Silber und Schwarz folgt Technics der Tradition zeitlosen Chics.

Links und rechts neben dem zentriert montierten Tray-Loader des CD-Laufwerks finden wir zum einen die 6,3 mm-Klinkenbuchse des Kopfhörerverstärkers, einen USB-B-Slot für die Kopplung eines entsprechenden Datenträgers, ein kompaktes Display, einen Drehwahlschalter sowie sieben weitere Bedienelemente, die als Drucktaster ausgeführt sind.

Fünf davon dienen der Transportsteuerung und die zwei weiteren der Zuweisung des Drehreglers. Dieser ist nämlich mit Multi Control übertitelt und lässt sich zum einen für die Menünavigation verwenden und anhand der beiden Drucktaster auch mit der Quellenwahl und der Lautstärkeregelung des Kopfhörerverstärkers beauftragen.

Ausstattung

Ein Blick auf die Rückseite des SL-G700M2 zeigt auf, dass der Multiformat Player neben den implementierten Signalquellen auch weitere externe Zuspielung verarbeiten kann. So stehen uns hier ein Koaxial-Input, ein optischer Eingang und ein zusätzlicher USB-A-Eingang zur Verfügung. Ausgangsseitig finden wir für digitale Signale ebenfalls einen Koaxial-Ausgang, sowie einen optischen Ausgang. Verantwortlich für die Verarbeitung des Digitalsignals zeichnet sich übrigens ein brandneuer Achtkanal-Wandler vom Typ ESS ES9026PRO aus dem renommierten Hause ESS Sabre.

Dieser stellt das Herzstück von Technics’ dreistufiger Wandler-Sektion. Ein streng symmetrischer Aufbau nimmt das Signal auf, schickt es im zweiten Schritt in die Doppel-Mono-Konfiguration des eigentlichen Wandlers, bevor es in die speziell für den SL-G700M2 entwickelte, diskret aufgebaute Verstärkerschaltung geführt wird. Den ersten Schritt nennt der Hersteller „kohärente Signalverarbeitung“ und meint damit eine zusätzliche Prozessoren-Vorstufe, welche Amplituden- und Phasenabweichungen im Signal minimiert.

Ausgenommen sind hier DSD- und Super Audio CD, also SACD-Signale, welche ohne diese Vorstufe in den Wandler gegeben werden, der dann die Verarbeitung mit einer Auflösung von bis zu 384 Kilohertz (kHz) an 32 Bit vornimmt. Außerdem sitzt hinter dem Wandler ein Filterschaltkreis in der Signalkette, welcher für Wandler und Amp gleichermaßen wichtig ist, um das Signal von etwaigen Jitter und Artefakten zu bereinigen.

Die Anschlüsse des SL-G700M2 versprechen eine langlebige Performance. Besonders gut gefällt uns die Möglichkeit, dass analoge Signale auch per XLR (symmetrisch) ausgegeben werden können

State of the Art

Die letztlich vom SL-G700M2 spielbaren Audioformate lassen übrigens keine Wünsche offen. Von schnöden MP3 über Wav und AAC lassen sich auch Dateien im DSD- oder sogar MQA-Codec wiedergeben. Um nur einige zu nennen.

MQA weiß der SL-G700M2 auch per CD zu dekodieren und wiederzugeben. Das Laufwerk verfügt außerdem über einen dezidierten SACD-Modus. Via „Pure Disc Playback“ verspricht das Gerät den besten Sound aus dem Medium herauszuholen geht.

Als vierte Baugruppe sei schließlich noch das überarbeitete Netzteil des Players genannt. Dieses arbeitet in drei Stufen an einer sorgfältigen Rauschunterdrückung, um die feinfühlige Arbeit an den sensiblen Datenströmen vor auch noch so kleinen Störeinflüssen zu schützen. Die ersten beiden Stufen der Schaltung sind dabei vom Vorgängermodell übernommen: das High Speed Netzteil mit 300 kHz Schaltfrequenz und der rauscharme Spannungsregler.

Hinzu kommt beim SL-G700M2 die aktive Rauschunterdrückung. Diese glättet anhand hochfrequenter Strominjektionen die im Gerät anliegende Spannung. Dazu werden im Push-/Pull-Verfahren an beiden Phasen +12 Volt, bzw. -12 Volt injiziert, sodass das an die analoge Ausgangsschaltung weitergegebene Signal möglichst rauschfrei ist.

Die Fernbedienung kann auch für andere Technics-Geräte mit integriertem Stereo- Verstärker verwendet werden

Präzision und Sorgfalt

Wenn man sich die vier Baugruppen Stromversorgung, SACD-Laufwerk, digitale Schnittstelle und analoge Schaltungstechnik letztlich in ihrem Gehäuse-Arrangement anschaut, fällt sofort auf, mit welcher Präzision und beinahe chirurgischer Sorgfalt alle von einander getrennt verbaut sind. Zwischen dem Schaltnetzteil und der Analogsektion, welche am ärgsten aufeinander reagieren könnten, liegt dabei der meiste Raum. Außerdem sind alle Sektionen hermetisch voneinander abgegrenzt durch solide Gehäuseinnenwände.

Das SACD-Laufwerk ist dabei als dreifach geschachtelte Chassis-Konstruktion ausgeführt. Die Schublade selbst ist aus einem soliden Aluminium-Druckguss gefertigt und daher von Haus aus sehr vibrationsgedämpft. Der analoge Signalausgang, den Technics über XLR und Cinch gewährleistet, ist selbst von streng symmetrischem Aufbau. Ins Auge fallen hier außerdem drei knallrote WIMA-Kondensatoren – insgesamt vertraut der Hersteller also auf handverlesene Bauteile von höchster Güte.

Big Player

Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass über den Technics SL-G700M2 alle gängigen Straminig-Dienste aufgerufen werden können. Ob Spotify, Tidal, Qobuz oder AirPlay 2. Tatsächlich lässt sich der kombinierte Netzwerkstreaming/SACD-Player auch ins Smarte Home implementieren. Hierfür und für die gesamte digitale Ansteuerung ist der Multiformat Audio Player mit Google Chromecast als virtuelle Schaltzentrale ausgestattet.

Dies hat natürlich den großen Vorteil, dass die Installation des SL-G700M2 wirklich intuitiv funktioniert und sich fast von selbst erledigt. Ist der Technics einmal mit Stromnetz und Netzwerk verbunden (wofür wir aus Gründen der Zuverlässigkeit stets die kabelgebundene Variante empfehlen), übernimmt die Google Home-App auf Smartphone oder Tablet von selbst den Rest.

Ausgangsseitig paaren wir den SL-G700M2 mit unserem Referenzverstärker von Rotel als kompetenten Spielpartner. Dieser wiederum bedient ein Paar Standlautsprecher vom Typ A 65 aus dem Hause Canton.

Grand Class

Für den Beginn hören wir das vor nunmehr zehn Jahren auf Play It Again Sam erschienene Album „Aventine“ der Dänischen Wahlberlinerin Agnes Obel, die schon seit einiger Zeit auf allen HiFi-Messen rauf- und runtergespielt wird. Und das zurecht! Das sehr sinnliche und überaus hochfidel produzierte Album kann eine gute Anlage so richtig zum Glänzen bringen. Mit dem ersten Titel „Chor Left“ beginnt die Compact Disc als elegisches Klaviersolo. Material, das im ersten Moment gar nicht so anspruchsvoll erscheinen mag, jedoch in der Praxis – ob der komplexen Obertonstrukturen – durchaus hohe Ansprüche an die Gerätekette stellt.

Und diese weiß unser Versuchsaufbau sehr brillant zu meistern. Sehr fein perlen die Töne des Pianos aus den Schallwandlern. Der SL-G700M2 weiß die an sich eher unmusikalischen binärkodierten Informationen der CD sehr naturalistisch auszuformulieren. Die feinen Transienten des Hammerschlags tönen wunderbar hochauflösend und lebendig. Gleichzeitig zeichnet sich die Darbietung des Players ob einer tollen Impulsschnelle und folglich feinfühliger Mikrodynamik aus.

Das Laufwerk verfügt über einen dezidierten SACD-Modus. Via „Pure Disc Playback“ verspricht das Gerät den besten Sound aus dem Medium herauszuholen

Der Titel „Dorian“ beginnt mit einer abgrundtiefen Kick, welche im Anschlag jedoch einen großen Rauschanteil mitbringt, der seinerseits in einer großzügigen Hallfahne ausklingt. Dies wird sehr druckvoll und gleichzeitig mit nahezu holografischen Texturen ausgespielt. Auf Obels Stimme selbst liegt währenddessen ein feiner Schimmer, ihr Timbre haucht der Performance förmlich Leben ein.

Über unser Tidal HiFi Plus streamen wir nun den Flume Remix von „You & Me“, im Original von Disclosurre und Eliza Doolittle. Der Track ist im Stream ebenso wie Agnes Obel via CD wunderbar detailreich und farbenfroh. Feine Texturen der Bläser werden sehr originalgetreu wiedergegeben, während die Rhythmusgruppe ordentlich einheizt.

Ab und zu, wenn wir aus der Entfernung instinktiv nach dem Display schielen, um Songtitel und Interpreten zu erfahren, wünschen wir uns für einen Moment, die an sich schön gestaltete Anzeige hätte vielleicht so ein Zoll mehr in der Diagonale. Aber der Blick auf das mobile Zuspielgerät tut’s schließlich auch.

Alles in allem sind wir wenig überrascht, dass uns Technics mit diesem digitalen Multiformat Player SL-G700M2 auf ganzer Linie abzuholen weiß. Das Gerät ist so wunderbar verarbeitet wie musikalisch. Obendrein ist es mal wieder ein tolles Stück HiFi-Design und vereint herausragende Ingenieurskunst mit hochgradigem Lifestyle-Faktor!

Webseite: www.technics.com

Ausstattung Technics SL-G700M2

Allgemein
GeräteklasseNetzwerk-Player
HerstellerTechnics
ModellSL-G700M2
Preis (UVP)2.999 Euro
PreiskategorieOberklasse
Maße (B/H/T)43 x 9,8 x 40,3 cm
Gewicht12,3 kg
Informationenwww.technics.com
Technische Daten*
StromversorgungStand-by: 2 W
Betrieb: 45 W
FormateWAV, FLAC; DSD, AIFF,
ALAC, AAC, MP3, MQA
individuelle Klangeinst.keine
EingängeCD, SACD, Optisch, Koaxial,
USB, LAN, WLAN, Bluetooth

*Herstellerangaben

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien zuerst in AUDIO TEST Ausgabe 02/2023

▶ Lesen Sie hier: Test: Technics SU-GX70 – Streaming-Vollverstärker der Grand Class

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Fazit
Der Technics SL-G700M2 weiß, an die hervorragende Leistung seines Vorgängers anzuknüpfen und überzeugt nicht nur ob des für Technics typischen herausragenden Produktkonzepts, sondern ist auch auf musikalischer Ebene ein wahrer Ohrenschmaus. Was die Japaner an der Wandler-Topografie und der Netzteilschaltung verbessert haben, schlägt sich dabei auch kaum auf den Preis des Gerätes aus.
Wiedergabequalität
95
Ausstattung/Verarbeitung
95
Benutzerfreundlichkeit
90
Preis/Leistung
90
Leserwertung31 Bewertungen
50
Vorteile
tolle Aufmachung
herausragender Sound
Nachteile
Display etwas klein
96
Gesamtergebnis

Bildquellen:

  • Technics SL-G700M2 Netzwerkplayer SACD Test 05: Auerbach Verlag