Die Beosound Stage ist die erste Soundbar in der Firmengeschichte des Traditionsunternehmens Bang & Olufsen. Neben einem Design im typischen B&O-Stil, bietet die Beosound Stage auch Dolby-Atmosund Airplay-, sowie Multiroom-Unterstützung. Grund genug für uns dieses Schmankerl für Auge und Ohr einmal genauer zu begutachten.

Bang & Olufsen wird dieses Jahr 95 Jahre alt. Bereits 1925 wurde die im dänischen Struer ansässige Firma von Peter Bang und Svend Olufsen gegründet. Bekannt sind Bang & Olufsen vor allem für ihr unverkennbar skandinavisches Produktdesign mit seinen starken Bauhauseinflüssen. Nicht umsonst befinden sich mehrere B&O-Gerätschaften in der permanenten Sammlung des Museums of Modern Art in New York. Das kann längst nicht jeder Unterhaltungselektronikhersteller von sich behaupten. So verwundert es fast nicht mehr, dass auch die erste Soundbar von B&O nicht etwa einfach zur IFA vorgstellt wurde, sondern ihre Premiere auf der Biennale in Venedig feierte. Ob die Bang & Olufsen Beosound Stage auch genauso stilvoll klingt wie sie sich optisch präsentiert und was sie alles so an Features mit sich bringt, klären wir für Sie im Test.

Test Bang Olufsen B&O Beosound Soundstage Soundbar
Das Anschlussfeld befindet sich etwas versteckt hinter der Gummiabdeckung auf der Rückseite der Bang & Olufsen Soundbar

Konstruktion

Das schlanke Gehäuse der Bang & Olufsen Beosound Stage besteht im wesentlichen aus einem Rahmen aus stabilem Aluminium, der entweder in seiner natürlichen Farbgebung oder in Bronze erhältlich ist. Des Weiteren gibt es auch eine Version mit einem Rahmen aus geräucherter Eiche, wie sie uns zum Test zur Verfügung steht. Für die Ausführung in Eiche ist jedoch ein saftiger Preisaufschlag von 750 Euro gegenüber den anderen beiden Varianten fällig. Wer es schön haben will, muss zumindest finanziell leiden. Je nach Ausführung kommt der Bespannstoff der Frontabdeckung übrigens in einer anderen, kontrastierenden Farbgebung daher.

Hinter dieser Abdeckung befinden sich die Treiber der Beosound Stage – 11 Lautsprecher insgesamt. Dabei handelt es sich um vier Tieftöner mit 4 Zoll Membranen, vier Mitteltöner mit 1,5 Zoll Membranen und 3 Hochtöner mit jeweils einer ein dreiviertel Zoll messenden Membran. Je zwei Mittelund Hochöner strahlen im Falle der Wandmontage dabei schräg nach oben ab, während die übrigen Treiber gerade nach vorne feuern. Man kann die Soundbar jedoch auch liegend auf einem Regal oder einer TV-Bank platzieren. Dazu jedoch später mehr. Jeder Treiber besitzt seinen eigene Endstufe mit jeweils 50 Watt (W). Insgesamt bringt die Beosound Stage es also auf stattliche 550W Ausgangsleistung. Eine Angabe zum genauen Frequenzgang findet sich zwar nicht, aber laut B&O wurde die Soundbar konzipiert, um auch ohne Subwoofer eine überzeugende Basswiedergabe zu gewährleisten. Darüber hinaus bietet die Beosound Stage Dolby-Atmosund Dolby-True-HD-Unterstützung, jedoch keinen Support für DTS-Formate.

Test Bang Olufsen B&O Beosound Soundstage Soundbar
Die links und rechts montierten Hochund Mitteltöner strahlen je nach Aufstellung stärker schräg nach oben oder schräg nach vorne ab. Die entsprechende Einstellung nimmt man in der B&O App vor

Konnektivität

Das Anschlussfeld der Beosound Stage befindet sich etwas versteckt hinter dem mittleren Panel auf der Rückseite der Sounbar. Nebem einem analogen Eingang via 3,5 Millimeter (mm) Miniklinke, sind hier auch ein Eingang und ein ARC- und eARC-fähiger Ausgang mittels HDMI aufgelegt. Beide entsprechen den HDMI 2.0 Spezifikationen und unterstützen HDCP 2.2. Darüber hinaus finden sich noch zwei RJ-45 Buchsen zur Anbindung mittels Ethernet. Mittels der LAN-Verbindung in Kombination mit den HDMI-Anschlüssen besteht auch die Möglichkeit die Beosound Stage mit einem LG C9 OLED TV zu einem quasi integrierten System zu vereinen und mittels der separat erhältlichen B&O BeoRemote One zu kontrollieren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Zuspieler kabellos über die Bluetooth 4.2 Schnittstelle oder auch mittels Apple Airplay 2 anzubinden. Damit deckt unser Testproband diverse Möglichkeiten ab, um sich mit den diversen Quellen von Film, Fernsehen und Musik im heimischen Entertainment-System zu integrieren. Einzig einen digitalen optischen Eingang vermissen wir leider. Gerade wenn mehrere Zuspieler, etwa UHD-Player und Spielekonsole vorhanden sind, wäre dieser unserer Meinung nach um einiges praktikabler gewesen als etwa der Miniklinken Eingang.

Bedienung

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen – die Beosound Stage wird ohne Fernbedienung ausgeliefert. Das ist jedoch kein Grund zur Sorge, denn die Bedienung findet zum Großteil komfortabel mittels der sowohl für iOS wie auch Android erhältlichen Bang & Olufsen App statt. Dennoch wollen wir die nahtlos in den Rahmen der Soundbar integrierten, touch-sensitiven Bedienelemente zumindest kurz erwähnen. Über diese lassen sich unter anderem sowohl die Wiedergabe, wie auch Lautstärke und Bluetooth-Pairing direkt an der Soundbar steuern. Die Einrichtung der Beosound Stage findet zunächst über die Google-Home-App statt. Ein Google-Konto ist also Pflicht. Die Bedienung über die B&O-App geht ausgesprochen intuitiv und komfortabel von der Hand. Neben obligatorischen Einstellungen wie Lautstärke und Input-Wahl, stehen hier jeweils ein Profil für die liegende Aufstellung der Soundbar, sowie auch für den Fall der Wandmontage bereit. Darüber stehen auch spezielle Betriebs-Modi für die jeweilige Anwendung der Soundbar zur Verfügung. So hat man die Wahl zwischen einem Modus für TV, Film, Musik und dem sogenannten Night-Listening Modus.

Test Bang Olufsen B&O Beosound Soundstage Soundbar
Bei unserem Testmodell kommt der Rahmen in nobler Eiche statt Aluminium daher

Klang

Im Movie-Mode glänzt die Bang & Olufsen Beosound Stage allem voran durch ausgezeichnete Sprachverständlichkeit und eine gute Balance zwischen Dialogen und knalligen Effekten. Auch werden sämtliche Bereiche des Frequenzspektrums gut repräsentiert, mit Ausnahme des Subbassbereiches. Zwar kann man B&O insofern recht geben, als dass die Wiedergabe auch ohne Subwoofer voll und gut fundiert wirkt, aber an die Subbass-Performance von Systemen mit Subwoofer reicht unser Testkandidat nicht annähernd heran. Auch ist das Hörerlebnis bei Dolby-Atmos-Material nicht mit einem System mit echten Höhenkanälen zu vergleichen. Das Klangbild wird zwar spürbar erweitert, aber einzelne Audio-Objekte sind in der Höhe nicht wirklich gut zu lokalisieren. Wenn man ein wenig mit dem Abstand experimentiert, ergibt sich dennoch eine angenehm raumfüllende Hörerfahrung.

Schaltet man in den Night-Listening-Modus, so wirkt dieser nun zunächst insgesamt leiser, schafft es aber Dialoge klar und verständlich zu halten und gleichzeitig Effekte und Musik im Verhältnis radikal abzusenken. B&O bewerkstelligt es hier sehr effektiv Signalanteile die, man klassischer Art durch die heimischen Wände dringen hört, wenn der Mitbewohner, ein Familienmitglied oder der Nachbar mal wieder ihre Schlaflosigkeit unsinnigerweise mit Marvel-Filmen bekämpfen, zu kontrollieren. Der TV-Modus wirkt im Verhältnis zum Movie-Mode schlicht weniger bombastisch, vor allem im Low-End. Eine valide Option, falls einem die Wiedergabe hier im Movie-Mode zu dick erscheint. Alternativ kann man natürlich auch die effektive Zwei-Band-Klangregelung um eine Bassabsenkung bemühen. Kommen wir zu guter Letzt zum Music-Mode. Hier liefert die Beosound Stage ebenfalls eine respektable Performance ab, auch wenn sie natürlich nicht die konstruktionsbedingten Mankos von Soundbars im allgemeinen, wie mangelnde Stereo-Separation überkommt, oder mit der Performance von rein für die Musikwiedergabe ausgelegter Systeme mithält. Das kann man ihr jedoch schwer anlasten und in ihrem angestammten Milieu liefert B&Os Beosound Stage alles in allem eine absolut überzeugende Vorstellung. Wir empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen!

Weitere Infos unter: www.bang-olufsen.com

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Test: Bang & Olufsen Beosound Stage Soundbar - Klingt nach Aperol Spritz
Mit der Beosound Stage vollführen Bang & Olufsen einen gelungenen Einstieg in die Welt der Soundbars. Ohne Frage hebt sich die Beosound Stage optisch durch ihr typisches B&O-Design von der Konkurrenz ab und das bezahlt man natürlich auch mit. Allerdings bietet die Soundbar mehr als nur schicke Optik und kann auch durch hohe Sprachverständlichkeit, eine solide Basswiedergabe und die intuitive Appbedienung glänzen.
Wiedergabequalität84%
Ausstattung/Verarbeitung91%
Benutzerfreundlichkeit88%
Preis/Leistung72%
Vorteile
  • Design
  • Sprachverständlichkeit
Nachteile
  • Dolby Atmos nur begrenzt effektiv
  • keine DTS Unterstützung
84%Gesamtwertung
Leserwertung: (5 Votes)
39%

Bildquellen:

  • _MG_3909: Auerbach Verlag
  • _MG_3946: Auerbach Verlag
  • _MG_3924: Auerbach Verlag
  • AUDIO TEST Ausgabe 7/20: Auerbach Verlag
  • Bang Olufsen Beosound Soundstage Soundbar: Auerbach Verlag