Der neue Geschäftsführer bei Burmester - Andreas Henke - tritt in große Fußstapfen, so hat er es selbst gesagt. Verständlich, tritt er doch ein großes Erbe an. Hinter ihm steht jedoch auch ein exzellentes Team das ihm hilft diese Fußstapfen auszufüllen.

Großes Erbe

Nach dem Tod von Dieter Burmester lebt die Legende und der Esprit weiter, mehr denn je. Das Unternehmen hat die Trauer überwunden und die Reinkarnation und Reminiszenz eindrucksvoll in Einklang gebracht. „Wir kennen keinen berichteten Fall, dass jemals ein Burmester-Gerät weggeworfen wurde“, so Andreas Henke. Die Ausgangslage, dass das auch so bleibt, ist gut. Burmester bleibt sich treu. Das Unternehmen bleibt mit Marianne Burmester in der Geschäftsleitung, neben Henke, weiterhin inhabergeführt und möchte das Erbe und die hervorragenden Produkte Dieter Burmesters weiterführen und weiterentwickeln. Man schreibt sich auf die Fahne: weniger Komplexität, mehr Einfachheit, weniger Trend, mehr Nische. In der Manufaktur in Berlin möchte man mit jedem Handschlag die volle Achtsamkeit und somit den Geräten eine spürbare Seele schenken. Das wird am Ende in der Summe hörbar und erlebbar.

Mit Pauken und Trompeten

Und erlebbar war auf der High End 2017 in München auch die Geburt eines Gedanken Dieter Burmesters, der anmutet wie ein Album eines Musikers, das posthum veröffentlicht wird. Die Rede ist von einem Burmester Schallplattenspieler. Viele Jahre hatte Dieter Burmester daran gearbeitet, die Pläne wieder verworfen, dann wieder herausgeholt, getüftelt und gefeilt und es leider Zeit seines Lebens nicht geschafft diesen Traum zu verwirklichen. Das hat seine Frau und das Team um Entwicklungschef Stefan Größler nun nachgeholt. Der Schallplattenspieler 175 feiert die große Weltpremiere auf der Messe in München. Das Gerät ist aus einem vollen Aluminium-Block gefräst, hat eine Chrom-Front und einen Subsonic-Filter. Der Dreher kommt mit einem lebenslang wartungsfreien Laufwerk, wobei alleine der Teller 60 Kilogramm wiegt, was vor allem dem Messingkern geschuldet ist. Ganz ehrlich? Das Gewicht sieht man dem Gerät nicht an. Ab Werk kommt der 175er mit einem maßgeschneiderten MC-Tonabnehmer und ist als Gesamtpaket und Plug-and-Play zu verstehen. Der 175 ist Teil der Burmester Reference Line und voraussichtlich gegen Weihnachten diesen Jahres im Handel. Henke nennt einen Preis von 30.000 EURO pro Stück.

Der passende Lautsprecher

Neben diesem Paukenschlag, mit dem ehrlich gesagt niemand im Raum gerechnet hatte, präsentierte Burmester auch die neuen BC350 Lautsprecher. Diese sind 1,87 Meter hoch und frühestens nächstes Jahr im Frühling lieferbar. Der Preis wird sechsstellig, hoffentlich mit einer Eins davor, so Henke. Doch wer Burmester und die gebotene Klang- und Verarbeitungsqualität kennt, den überrascht das wenig. Wir sind uns schon jetzt einig, der Plattenspieler allein hat das Zeug die Fußstapfen Dieter Burmesters zu füllen, auch ohne Lautsprecher.

Über den Autor

Johannes Strom

Freier Autor, Audio Engineer und Musiker aus Leipzig. Viele Jahre im Pro-Audio unterwegs, speziell im Eventbereich, klassisches Theater, Konzertbeschallung, Musical und auf Kreuzfahrtschiffen. Studioproduktionen aus Leidenschaft. High End aus Faszination. Lyrik-Liebhaber und Bücherleser (Papier, und so). Spielt Cello, Gitarre und Klavier. Hört privat Yamaha NS-Serie und Genelec 1031A.

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