Sonos Playbase: Mit dem neuen Sounddeck möchte Sonos weiterhin seine Spitzenposition in Sachen Multiroom behaupten. Wir schauen mal, ob ihnen das auch gelingt.

Sonos ist der Inbegriff für Multiroom. Die Firma wurde erst 2002 also vor gerade einmal 15 Jahren gegründet und hat ihren Sitz in Kalifornien. 2004 wurde der erste Prototyp vorgestellt, welcher sich auf die Vernetzung von Lautsprechern spezialisierte, um Musik in jedem Raum abspielen zu können. Das Unternehmen ist viele Partnerschaften mit diversen Musikdiensten eingegangen und hat diese in ihre Produkte integriert. Diese Fokussierung verschaffte Sonos eine große Fangemeinde. Doch dazu später mehr. 2009 kam der erste Play:5 auf dem Markt, der noch viele Anschlüsse für analoge und digitale Ein- und Ausgänge hatte, um den Lautsprecher an einem traditionellen Verstärker anzuschließen. Heute haben wir die neue Playbase und den designoiptimierten Sub vor uns. Wir sind gespannt.

Die Klanganpassung „Nachtmodus“ funktioniert tadellos und sorgt für eine Reduzierung des Dynamikbereiches

Aufbau

Empfohlen wird der Aufbau der Playbase auf dem Lowboard und nicht im Schrank, da die  verbauten Lautsprecher im 180 Gradwinkel abstrahlen. Damit können sie den kompletten Raum mit Musik ausfüllen. Die 5,8 Zentimeter Höhe ist gering und das Gehäuse stabil genug, um problemlos einen schweren Fernseher darauf zu stellen zu können. Für die Erstinstallation benötigt man die Sonos-App, mit der man auch im Anschluss die Steuerung und alle Einstellung vornehmen kann. Die Einrichtung wird mit Hilfe von Bildern unterstützt und funktioniert so einfach wie selten bei einem Multiroom-System. Die Anschlussmöglichkeiten der Playbase sind spartanisch. Es existiert nur ein optischer Audioeingang und ein Netzwerkanschluss. Selbstredend kommuniziert sie per WLAN mit den verschiedenen Quellen.

Luxus

Konkurrenzlos dafür ist die Auswahl der Musikdienste und macht die wenigen Anschlüsse fast wett. Aus über 45 Anbietern kann man seine Lieblingsdienste auswählen – auch Apple Music oder Amazon Music gesellen sich zu den üblichen Verdächtigen wie Spotify, Tidal und Co. TuneIn ist von Hause aus schon vorinstalliert, so kann man sofort mit Radioprogrammen aus dem Internet loslegen. Insgesamt sind sechs Mitteltöner verbaut. Zwei Hochtontreiber an der Seite und einer in der Mitte sorgen für die nötigen filigranen Töne. Der 13 Zentimeter große Tieftöner spielt nach unten ab. Jedoch wird der Ton über ein patentiertes S-förmiges, fast die Hälfte der Playbase ausfüllendes Bassreflexrohr ausgegeben, dessen Luftstrom gleichzeitig die Elektronik vor Überhitzung schützen soll. Das feine Lochgitter soll über 41 000 Öffnungen haben, die je nach Treiber verschiedene Durchmesser haben, um den Ton optimal durchzulassen.

Klangbild

Sonos setzt auf sein „Trueplay“. Mit dem Einmessverfahren kann man die Klangwiedergabe auf seinen eigenen Raum und Hörposition anpassen, was tatsächlich recht gut funktioniert. Weitere Einstellungen sind der Nachtmodus, der die Dynamik und die Bässe begrenzt und die Sprachoptimierung, welche die Mitten verstärkt, so dass man Nachrichtensprecher oder die Schauspieler in Filmen besser hört. Der verbaute Equalizer hat keinen Einfluss auf Trueplay. Jedoch kann man mit diesem zusätzlich noch die Höhen und die Bässe anheben oder senken. Der Klang der Playbase füllt den Raum nahezu gleichmäßig aus, dafür sorgen die vielen verbauten Lautsprecher und das Dolby-Format. DTS kann die sie nicht verwenden, was auch in Deutschland nicht von den Fernsehsendern unterstützt wird. Bauartbedingt entsteht kein perfektes Stereobild, da die Treiber zu eng beieinander sind. Die Basswiedergabe ist gut, aber ein richtiger Bassdruck entsteht nicht. Aus diesem Grunde empfehlen wir, den Subwoofer ebenfalls zu kaufen.

Getestet haben wir unter anderem die Kombination mit einem Konzert der leider verstorbenen Amy Winehouse auf Blu-Ray: „I Told You I Was Trouble/Live in London“. Die Stimmung, die sich mit jedem Song mehr aufbaut, bringt die Playbase gut zu Gehör. Amys kraftvolle und dynamische Stimme wird mit Leichtigkeit in jede Ecke des Raumes übertragen. Der Bass erklingt knackig, die anderen Instrumente kommen wohldefiniert an unsere Ohren und schaffen es ein wunderbares Konzertgefühl aufzubauen. Sie singt sich die Seele aus dem Leib und die Band sorgt für eine großartige Basis für ihren Gesang. Alles in allem meistert das Sounddeck gemeinsam mit dem Sub die Wiedergabe bravourös. Einzig das fehlende und gewohnte Stereobild stört den sonst guten Eindruck.

Der nächste musikalische Ausflug beschert uns Gänsehaut pur. Von unserer Schwesterzeitschrift Blu-ray-Magazin haben wir den Blockbuster „Underworld: Bloodwars“ erhalten. Der Vampirfilm geizt nicht mit akustischen Effekten, die dem Zuschauer das Gruseln lehren. Wie im dem Genre üblich, spielt der Film in der Dunkelheit und klassisch dazu oft im Regen. Diese Regenschauer haben es uns angetan. Denn wir erwischten uns dabei, einen Blick aus dem Fenster zu riskieren, weil wir uns überzeugen wollten, ob es nicht wirklich regnete. So natürlich und räumlich klang die Wiedergabe. Um die Leistung der Playbase gut einschätzen zu können, schalteten wir öfter mal den Sub aus und gaben uns der reinen Wiedergabe des Sounddeckes hin. Dabei stellten wir fest, dass die Basseffekte, die die Dramatik des Filmes unterstützen sollen, erst durch den Sub so richtig zur Geltung kommen. Die Playbase allein schafft es leider nicht, genügend Tiefe für die gute Wiedergabe eines Filmes aufzubauen. Erst mit Hilfe von einem Paar Play:1, Play:3 oder Play:5 als Rear-Lautsprecher samt Sub kann richtiger Kino-Raumklang entstehen – und auch ein Stereopanorama, das die Playbase auch mit Sub vermissen lässt.

weitere Infos unter: www.sonos.de

Test: Sonos Playbase und Sub - Hör mal, wer da spielt
Sonos Playbase ist eine sehr gute Soundbar beziehungsweise ein sehr gutes Sounddeck mit einer hervorragenden Klangwiedergabe. Optisch einfach gehalten, hält es bis 37 kg-schwere TVs aus – da schafft Nubert wesentlich mehr und es könnte bei wirklich großen TVs auch heute noch knapp werden. Wer auf ein reines Stereobild verzichten kann und das Letzte herausholen will, dem sei zu der Playbase zusätzlich noch der Sub empfohlen.
Wiedergabequalität0%
Ausstattung/Verarbeitung0%
Benutzerfreundlichkeit0%
Preis-/Leistungsverhältnis0%
Vorteile
  • sehr gute Klangwiedergabe
  • einfache Bedienung und Steuerung
Nachteile
  • wenig Anschlussmöglichkeiten
  • etwas bassschwach ohne Subwoofer
81%Sonos Playbase
Leserwertung: (7 Votes)
62%

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