Elac Element Series EA101EQ-G: Man sagt den Norddeutschen nach, dass sie distanziert und kühl seien. Dies kann man dem neuen Stereovollverstärker aus Kiel nicht nachsagen, er spielt warm auf. Uns hat das eiskalt erwischt.

Mit dem Element EA101EQ-G ist Elac ein großartiges Stück Elektronik gelungen. Normalerweise sollten Verstärker eine Rack-Breite von rund 43 Zentimeter haben, um auch von den Kunden angenommen zu werden. Elac beschreitet neue Wege und schrumpft die Technik, gibt ihr neue Dimensionen. So ist der Verstärker bedeutend tiefer als breit. Dadurch wirkt er fast erwachsen und durch das Design sehr modern. Die Zierblenden findet man in leicht abgewandelter Form bei den von uns schon getesteten und für „sehr gut“ befundenen Miracord 90. So erkennt man eine durchgezogene Designlinie innerhalb einer Produktfamilie. Die gebogene Alufront beinhaltet auch ein kleines Display, das die Lautstärke und die Quellenauswahl für einige Sekunden anzeigt. Unter dem Kunststoffdeckel verbirgt sich die Blue-tooth-Antenne, da diese im Gehäuse integriert wurde und nicht wie bei anderen Geräten störend an der Rückseite über den Verstärker thront. Gesteuert wird der EA101EQ-G mit Hilfe einer Fernbedienung, die stark an die AppleTV-Box oder den Amazon FireTV-Stick erinnert.

Selbstredend kann der Stereoverstärker in das heimische Netz per WLAN eingebunden werden. Die Steuerung ist dann einfacher dank der kostenlos downloadbaren App für iOS oder Android. Sie bietet weitere Konfigurationen wie zum Beispiel die Anpassung der Empfindlichkeit der Eingänge oder die Steuerung des Digitalen Signalprozessors (DSP). Manche werden sich fragen, warum? Ganz einfach: Das Audiosignal wird im Elac digital aufbereitet und so ist ein Einfaches, das elektronische Signal so zu verändern, dass es für eine Raumkorrektur genutzt werden kann. Sie lesen richtig. Der EA101EQ-G ist in der Lage, das Klangbild auf Ihren Raum anzupassen. Dazu muss nur das Smartphone oder Tablet an den Lautsprecher gehalten werden. Dieser gibt einen Eichton ab und die Software kann dann so das Mikrofon und die angeschlossenen Lautsprecher einschätzen. Die Messung wird dann grafisch in der App angezeigt. Nach dem ähnlichen Prinzip funktioniert auch Trueplay (Sonos) und Co, nur diese haben nicht die grafische Aufbereitung von Elac.

Die größte Anschlussvielfalt besitzt der EA101EQ-G nicht, aber alles Wesentliche ist da. Sogar ein SubOut für ein 2.1-Set. Wer mehr will, wird in einer anderen Preisklasse fündig

Bauteile

Die Rückseite ist voll mit einer Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten. Je zwei optische und zwei Cinch-Eingänge werden mit einem Koaxial und USB-B-Eingang komplettiert. Als Ausgang stehen die Lautsprecheranschlüsse und ein Cinch-Ausgang für einen aktiven Subwoofer zur Verfügung. Der noch vorhandene USB-A-Eingang ist ausschließlich für Servicezwecke und Firmware-Updates. Wer einen Kopfhöreranschluss vermisst, findet diesen auf der Vorderseite. Dieser hat einen Durchmesser von 6,3 Millimetern. Wie schon erwähnt, können Endgeräte auch über Bluetooth gekoppelt werden. Möchte man dank Subwoofer-Anschluss den Elac als Schaltzentrale in der Wohnstube verwenden, ist dies leicht umsetzbar. Als einzige empfohlene Bedingung wäre ein optischer Audio-Ausgang am TV von Nöten. Denn der EA101EQ-G kann mit Hilfe des eingebauten 5.1-Dolby-Digital-Decoders das Signal auf 2.1 herunterrechnen.

Der verwendete DAC arbeitet wie es heute absolut üblich ist bis 24 Bit bei 192 kHz. Wenn man also eine digitale Quelle (auch über USB-B) anschließt, hat man keinen Qualitatsverlust zu befürchten. Der Verstärker arbeitet nach der BASH-Technologie. Mit einfachen Worten ausgedrückt – ein Hybrid aus Class AB und Class D, wobei Class AB auch schon ein Kompromiss zwischen energieaufwändiger Class A- und verzerrungsanfälliger Class B-Technik ist. Das heißt, Elac versucht alle Vorteile der verschiedenen Verstärkertechniken auszunutzen und so eine Art eierlegende Wollmilichsau zu kreieren. Der Frequenzbereich ist mit von 20 Hertz bis 40 Kilohertz bei ± 1,8 Dezibel ist jedenfalls extrem gut und so steht der High-Res-Wiedergabe nichts im Wege. Auch geben die Kieler die maximale Dauerausgangsleistung an (80 Watt bei 4 Ohm) und protzen nicht mit der Angabe der Musikleistung.

Hörtest

Unser Testfeld mit Musikbeispielen ist, wie kann es anders sein, sehr breit gefächert. So konnten wir alle Eingänge miteinander vergleichen – ob digital oder einen der analogen Cinch-Eingänge. Einen großen Unterschied vernahmen wir nicht. Der Elac bleibt immer spritzig, jung und dynamisch. Ob wir klassische Werke wie die Ouvertüre von Beethovens Eroika oder Rockgrößen wie AC/DC hörten, wir glaubten immer, mitten drin zu stehen. Von der erwarteten Kühle war nichts vernehmbar.

Warm und kraftvoll, jederzeit präsent, so könnte man ihn umschreiben. Kein bisschen schüchtern gibt er die verschiedenen Musiktitel wieder, sondern versucht frech in der obersten Liga mitzuspielen. Ja, genau das umschreibt ihn am besten, denn es ist kein Versuch, sondern es gelingt ihm alle mal. Wer auf der Suche nach einem ausgewachsenen 2.1-System ist, schon die UniFi sein Eigen nennt, vielleicht noch mit dem Kauf des Miracord 90 nachdenkt, der sollte sich auch den EA1010EQ-G anschauen – alle anderen auch. Für den Preis geht nicht mehr. Von uns gehen beide Daumen hoch!

Test: Elac Element Series EA101EQ-G - Eiskalt erwischt
Dieser Wunderkasten für gerade mal 700 Euro überzeugt auf ganzer Linie. Im Vergleich zu anderen Verstärkern, die einmal eingestellt sind, haben wir unwahrscheinlich viel Freude verspürt, die verschiedenen Möglichkeiten auszuprobieren. Klanglich spielt er in einer höheren Liga, als der Preis vermuten lässt. Per App lässt sich der EA101EQ-G sehr leicht steuern und die Raumkorrektur lädt zum Experimentieren ein. Einzig der Name des Elacs ist kompliziert – sonst nichts.
Wiedergabequalität90%
Ausstattung/Verarbeitung90%
Benutzerfreundlichkeit95%
Preis-/Leistungsverhältnis86%
Vorteile
  • warme Klangfärbung
  • Raumeinmessung
Nachteile
  • keine
91%Elac Element Series EA101EQ-G
Leserwertung: (8 Votes)
54%

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