Es wirkt, als hätte Transrotor seinen Fat Boy weiterentwickelt und nun einen Fat Boy II herausgebracht. Doch das würde dem neuesten Modell, dem Alto, aus der HiFi-Schmiede in Bergisch-Gladbach nicht gerecht werden.

Plattenspieler von Transrotor lassen uns Tester immer zwei Dinge machen: Jubeln und Ächzen. Zum Thema „Jubeln“ kommen wir noch im Laufe dieses Tests. Beschäftigen wir uns zunächst mit dem „Ächzen“. Es ist nämlich alles andere als ein Kinderspiel einen Transrotor im Testraum aufzubauen. Beim Alto beispielsweise geht dafür eine gute Stunde drauf. Da muss erst mal das fast 20 Kilogramm schwere Laufwerkchassis aus dem Karton gepellt werden. Dann heißt es die Lagerachse einölen und den Motor im richtigen Abstand positionieren. Der Riemen muss angelegt werden und der knapp elf Kilogramm schwere Plattenteller will ebenfalls an seinen Platz. Glücklicherweise ist bei unserem Modell der Tonarm vormontiert. Wir müssen hier also nur noch ein bisschen feinjustieren, Netzgerät anschließen und können schon fast loslegen.

Transrotor Alto Gewicht Test Review mit SME M2-9R und MC Merlo High End Turntable Plattenspieler

Selbst an das Plattengewicht ist ein echter Hingucker

Fast? Ja, einer der fragilsten Schritte beim Aufbau fehlt noch. Und dabei handelt es sich tatsächlich um das Anbringen des kleinsten Teils. Das Anti-Skating-Gewicht muss nämlich an den Tonarm. Dazu führen wir die Schlaufen des hauchdünnen Nylonfadens durch eine winzige Öse, wobei wir die Rille eines kleinen Rädchens ebenfalls erwischen müssen. Scharfe Augen und viel Licht sind hierbei Pflicht, sonst wird das Ganze zu einer echten „Kamel-Durchs-Nadel-Öhr-Angelegenheit“. Und hierbei kommt es unweigerlich zum „Ächzen“. Doch ist das geschafft, und treten wir dann einen Schritt zurück und sagen: Es hat sich gelohnt. Denn nun steht der Transrotor Alto in all seiner Schönheit vor uns. Ein Augenschmaus.

Schwebt förmlich

Wer den Transrotor Alto ansieht, würde nie darauf kommen, dass dieser Plattenspieler 33 Kilogramm Gesamtgewicht auf die Waage bringt. Räke Hifi hat nämlich das Gerät auf verschiedenen Ebenen verteilt. Die Basis scheint nur sanft auf den Füßen zu liegen und der Plattenteller schwebt förmlich über dem Chassis. An das schmiegt sich die schwenkbare Tonarmbasis sowie der Auflagegewichthalter. Alles Elemente, die scheinbar nebeneinander in der Luft ruhen. Das gibt dem Gerät Leichtigkeit, die dem Auge pure Freude bereitet. Als Material kommt hier, wie beim Fat Boy, schweres Aluminium zum Einsatz. Das ist auf Hochglanz poliert und liebt es Fingerabdrücke aufzunehmen. Deshalb können wir nur empfehlen, die mitgelieferten Baumwollhandschuhe beim Aufbau zu verwenden. So bleibt die edle Optik in all ihrer glänzenden Schönheit erhalten.

Lift für die Tonarmbasis

Transrotor Alto Tonarm Test Review mit SME M2-9R und MC Merlo High End Turntable Plattenspieler

Der SME M2-9R geht über die verstellbare Tonarmplattform eine perfekte Symbiose zum Transrotor Alto ein

Eine besondere Innovation, neben der prägnanten Optik, hat Transrotor beim Alto außerdem umgesetzt: Die Tonarmbasis lässt sich stufenlos mittels Rädchen in der Höhe verstellen. Das geht sogar während eine Schallplatte läuft und der Tonarm im Betrieb ist. So kann er exakt ausgerichtet werden, was im Endeffekt für den perfekten VTA sorgt. Bei anderen Plattendrehern wird für das Einstellen der Tonarmhöhe Werkzeug benötigt und meist viel Fingerspitzengefühl. Beim Transrotor Alto geht es mit einer einfachen Drehbewegung. Das ist wirklich innovativ und angenehm. Bei unserem Testmodell kommt übrigens der SME M2-9R zum Einsatz. Der überzeugt vor allem durch sein super präzises Kugellager, was ihn reibungsund spielfrei seine Arbeit verrichten lässt.

Außerdem wird er mit einem weiteren Gegengewicht geliefert, für den Fall, dass ein besonders schwerer Tonabnehmer montiert werden soll. Für den bei unserem Alto montierten Merlo MC ist das aber nicht notwendig. Leider hat das Gegengewicht keine Skala,so müssen wir die Waage nutzen, um die richtige Auflagekraft von 1,7 Gramm einzustellen. Die Nadel des Abtasters lässt sich nicht austauschen. Ist diese defekt oder abgenutzt, muss der gesamte Tonabnehmer ausgewechselt werden. Laut Transrotor übernimmt das der Transrotor-Fachhändler zum Preis einer neuen Ersatznadel.

Tonabnehmer, Motor und mehr auf Seite 2.

Bildquellen:

  • Transrotor Alto: Bild: Auerbach Verlag
  • Transrotor Alto: Bild: Auerbach Verlag
  • Transrotor Alto: Bild: Auerbach Verlag
  • Transrotor Alto: Bild: Auerbach Verlag
  • Schallplatte Vinyl Beilage: Auerbach Verlag
  • Transrotor Alto: Bild: Auerbach Verlag