Klage gegen das US-amerikanische Label Mobile Fidelity Sound Lab, besser bekannt als MoFi oder MFSL. Ein Mann aus North Carolina behauptet, das Label hätte seine Kunden mit falschen Tatsachen getäuscht. Statt komplett analoger Mastertapes hätte MoFi sich für seine Vinyl-Neuauflagen bei digitalen Quellen bedient. 

Die analogen Vinylpressungen von MoFi bzw. MFSL gehören in audiophilen Kreisen zu den beliebtesten Schallplatten. Seit den späten 1970er Jahren gibt es das Label auf dem Markt, das von sich selbst ganz stolz behauptet „der unangefochtene Marktführer für audiophile Aufnahmen seit 1977“ zu sein. Die hochwertig gemachten Tonträger – vornehmlich handelt es sich um Neuauflagen, sogenannte Reissues – überzeugen mit tollem Klang und dem Versprechen, aus den originalen analogen Mastertapes produziert worden zu sein.

Ein MoFi-Kunde aus North Carolina behauptet nun, dies wäre eine schlichte Lüge. Mobile Fidelity Sound Lab würde bei seinen “All Analog” Vinyl-Reissues statt auf analoge Tapes, auf digitale Daten (DSD Files) setzen. Entgegen dem Marketingversprechen vom MoFi, dass ihre Neuauflagen „rein analoge Aufnahmen“ seien, die von den Masterbändern der Originalaufnahmen erstellt wurden.

Sammeklage gegen MoFi

Wie nun das Billboard-Magazin berichtet hat dieser Mann aus North Carolina eine Sammelklage gegen MoFi eingereicht. Dieser Kunde sagt, er habe ein paar MoFi-Platten gekauft, mit dem Wissen, dass der gesamte Prozess analog war. Die Anwälte des Anklägers behaupten, Mobile Fidelity Sound Lab habe die Nutzung digitaler Prozesse absichtlich geheim gehalten und diese Tatsache bewusst vor den Verbrauchern verborgen.

Bei diesem Prozess geht es also nicht in erster Linie um die Qualität der MoFi Alben, sondern um den Fakt, dass hier unter Angabe von falschen Tatsachen ein Kaufanreiz für Kunden geschaffen wurde. Denn an der Soundqualität der MoFi-Pressungen gibt es in der Regel nichts auszusetzen. Davon konnten wir uns in der Redaktion, als auch auf den vielen HiFi-Messen und Vorführungen selbst mehrfach überzeugen.

Digitale Master seit 2011

Mobile Fidelity Sound Lab geht mit dem „Skandal“ ganz offen und transparent um. Auf der Homepage wurde Anfang August ein Interview mit dem MoFi-Präsidenten Jim Davis veröffentlicht. Hier gibt dieser offen zu, bereits seit 2011 auf DSD Files bei Nachpressungen zuzugreifen:

„The first MFSL title mastered from a DSD file was Tony Bennett I Left My Heart in San Francisco, which was released in 2011. Over time, we mastered progressively more titles using the DSD archival capture step. […]“

Wir sind gespannt wie die Klage gegen Mobile Fidelity Sound Lab (MFSL) weiter verläuft und halten Sie hier auf Likehifi.de auf dem Laufenden.

Webseite: www.mofi.com

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  • Vinyl / Schallplatte: Photo by Roman Kraft on Unsplash