Die Firma Rebeat wollte mit dem ambitionierten Projekt "HD-Vinyl" die nächste Generation der Schallplatte herausbringen, doch daraus scheint nichts zu werden. Die Firma hat nun Insolvenz angemeldet.

Das ist HD-Vinyl

„Man nehme eine HiRes-Aufnahme, programmiert eine Software, die diese Informationen in ein 3D-Modell einer Vinyl umrechnet und brennt mit einem Hochleistungslaser dessen Relief in ein Keramik-Master.“ Mit diesen Worten beschrieb unser Redakteur Johannes Strom in der AUDIO TEST Ausgabe 05/2018 die Herstellung der HD-Vinyl.

Die Eigenschaften von HD Vinyl können sich durchaus hören lassen: 30 Prozent lauter und 40 Prozent mehr Spielzeit. Zudem eine direkte Pressung vom Keramik-Master ohne Kopierverluste. Besserer Klang und trotzdem die analoge Wärme – das wäre das Ergebnis gewesen.

Aus der Traum

Noch im Jahr 2018 erhielt Rebeat für ihre HD-Vinyl eine Geldspritze von 3,9 Mio. Euro und es sah ganz gut aus mit den ambitionierten Plänen. Im Interview mit dem AUDIO TEST Magazin versprach der CEO von Rebeat Günter Loibl noch im Juni 2018: „Wir rechnen also damit, dass wir zu Beginn 2019 die ersten Hörerlebnisse haben und ab Sommer 2019 wird die HD Vinyl dann auch regulär im Handel erhältlich sein.“

Nun berichtet das Portal Trending Topics, dass die Firma Rebeat – sie steckt hinter HD-Vinyl – am Landesgericht St. Pölten das Konkursverfahren beantragt hat. Die Ursachen seien wohl vielfältig. Zum einen verzögerten sich die Entwicklungsarbeiten und auch die Zusammenstellung der Komponenten wurde herausfordernder als geplant. Zum anderen konnten die Laserkomponenten nicht das erwünschte Ergebnis erzielen. Darüber hinaus versuchte Rebeat mit einer eigenen Plattenpresse erste HD-Vinyl Exemplare herzustellen, doch das schlug fehl.

Geht es mit HD-Vinyl nach der Insolvenz weiter?

Nun bedeutet eine Insolvenz nicht automatisch das Aus für eine Firma. Jedoch sieht es im Falle von Rebeat danach aus. Es sei aktuell nicht geplant, das Start-up im Zuge des Insolvenzverfahrens zu sanieren.

So wird es wohl in den nächsten Jahren nichts mit der HD-Vinyl werden. Aber vielleicht überrascht uns ja Ionic Originals – eine bessere Form der Schallplatte, die der Musiker Bob Dylan und T-Bone Burnett etablieren wollen.

Persönlich finden wir das plötzliche Aus der HD Vinyl schade. Wir haben das ambitionierte Projekt von früh an aufmerksam mitverfolgt und waren daher gespannt auf die Marktreife des Produktes und erste Hörproben in unserem Testlabor. Erst Mitte letzten Jahres hatte Rebeat noch seine neue Pressmaschine vorgestellt – das Aus kam nun also doch recht plötzlich.

Zudem hätte es der HiFi-Branche sicherlich auch neue Impulse gegeben und neue Abspieltechnik wie Plattenspieler oder Tonabnehmer auf den Markt gebracht.

Ob und wie es mit der High Definition Schallplatte weiter geht, erfahren Sie hier bei Likehifi.de.

+++ Update: Wir hatten den Rebeat CEO Günter Loibl zur Insolvenz und dem Ende der HD Vinyl im Interview. Seine Aussagen zur Zukunft der High Definition Vinyl finden Sie hier. +++

Webseite: www.hdvinyl.org

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Bildquellen:

  • HD-Vinyl: Bild: hdvinyl.org