Die Streaming-Dienste sind vergleichbar mit einer Musik-Bibliothek. Allerdings leiht man sich dort keine Bücher aus. Was früher der Bibliotheken-Ausweis war, ist heute das bezahlte Premium-Abonnement des Musik-Streaming-Dienst.

Spotify legt großen Wert auf das Nutzungsverhalten seiner Nutzer. So gibt der schwedische Dienst an, über 25 Milliarden Hörstunden aufgezeichnet zu haben, um sich an den Wünschen und Bedürfnissen seiner Nutzer zu orientieren. Daraus entwickelt der Streaming-Dienst ein neues mobiles Musikerlebnis, das passende Musik sowie abwechslungsreiches Entertainment zu bestimmten Tageszeiten in den Fokus rücken soll. Spotify setzt dazu auch auf die Nutzung von Drittanbieter-Apps. Möchte man beispielsweise eine Konzertkarte des Lieblingskünstlers kaufen bietet der Streaming-Dienst zwar die Daten an, wann der Künstler wo auftritt, nicht aber den Ticketkauf selbst. Dazu muss man sich im App- oder Play-Store eine weitere Application auf sein mobiles Endgerät laden. Diese App sammelt natürlich weiterhin Daten über das Nutzungsverhalten. Einen deutlichen Unterschied zur Konkurrenz Apple Music möchte der Streaming-Dienst im Sommer schaffen. Laut Spotify feilen die Schweden derzeit an einer Zusammenarbeit mit Nike. Dabei soll in der bereits bestehende Application Nike+ das neue Feature „Spotify Running“ mit eingebunden werden. Dieses Feature soll den optimalen Mix aus zuvor gehörten Songs sowie Genre-Playlist perfekt und nahtlos abgestimmt auf das eigene Lauftempo bieten. Beginnt eine Person ihren Lauf, soll Spotify Running die Songsauswahl automatisch dem individuellen Laufrhytmus anpassen und verändert diese je nach Schrittgeschwindigkeit des Läufers.

Spotifiy

Der Fokus von Spotify geht wohl dahin, mehr auf die sportlichen Aktivitäten der Nutzer zu setzen. Der kalifornische Konkurrent bietet so etwas derzeit nicht an, somit würde sich ein Alleinstellungsmerkmal für Spotify ergeben.

Apple setzt auf das bewährte Konzept der Vereinheitlichung. Per iOS-Update wurde Apple Music in die bereits bestehende Musik-App integriert. Das kalifornische Unternehmen setzt ebenfalls auf das Nutzungsverhalten seiner Nutzer. Direkt nachdem Starten der Musik-App wird man als Nutzer nach seinen Lieblingsgenres und Lieblingskünstlern gefragt, damit Apple den Dienst den individuell an die Vorlieben seiner Nutzer anpassen kann. Die Rubrik „Für dich“ setzt um, was zuvor abgefragt wurde. Das Ganze erweitert sich kontinuierlich, sofern der Nutzer Musikstücke, Musikvideos, Interpreten oder Hörbücher mit einem Herzen markiert. Selbst Playlisten von Apple oder anderen Nutzern können geliked werden. Apple hatte bereits vor Veröffentlichung von Apple Music angekündigt, den Fokus darauf zu setzen, jedem Nutzer individuelle Musikvorschläge machen zu können. Die Musik-Zusammenstellungen sollen hierbei von einem  Team stetig aktualisiert und angepasst werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Apple Connect. Im Vorfeld hat der Konzern für seinen neuen Streaming-Dienst ordentlich die Werbetrommel gerührt. Connect soll dem Nutzer das Gefühl geben jederzeit mit seinen Lieblingskünstlern verbunden zu sei. Fotos, Musik und Videos werden hier von Musikstars zum teilen, liken und verbreiten veröffentlicht. Eine weitere Besonderheit ist der moderierte Radiosender Beats One, der seit der Geburtsstunde von Apple Music 24 Stunden am Tag sendet.

Einfach Apple

Einfach alles in einer App – genau das macht Apple besonders. Keine Drittanbieter wie bei Spotify, sondern eine App für alles. Allerdings ist die Welt von Apple eine eigene. Bei der Nutzung des Streaming-Dienstes ist sind uns einige Kinderkrankheiten der App aufgefallen. Ein Problem bestand mit der Aktivierung / Deaktivierung des mobilen Datennetzwerk. Wenn man die mobile Datenübertragung während der Musikwiedergabe aktiviert oder deaktiviert, stoppt nach kurzer Zeit die Musik. Auf Anfrage konnte uns die Pressestelle von Apple bei diesem Problem allerdings weiterhelfen. In den iPhone-Einstellung gibt es eine Option, die verhindert, dass die Musikwiedergabe unterbrochen wird. Es bedarf also einer Eingewöhnungsphase bevor man den Dienst in vollem Umfang genießen kann. Entgegen einiger Kritiken ist es mit Apple Music ebenfalls möglich, eigene Playlisten zu erstellen und Hörbücher zu hören. Einfach und strukturiert, so könnte man die neue Musik-App bezeichnen. Mit wenigen Klicks ist es möglich, einen Song aus dem Radio einer Playlist hinzu zufügen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das familienfreundliche Abonnement von Apple Music. Zu einem monatlichen Preis von 14,99 Euro können sechs Benutzer gleichzeitig den Streaming-Dienst nutzen. Im direkten Vergleich zu Spotify gibt Apple an seine Musikstücke mit einer Übertragungsrate von 256 kbit/s zu streamen. Der schwedische Konkurrent hält sich hier bedeckt und gibt lediglich an mit bis zu 320 kbit/s zu streamen. Zu guter Letzt darf man nicht vergessen, das der kalifornische Konzern auf rund 800 Millionen iTunes-Nutzer zurückgreift. Die seitdem neusten iTunes- oder iOS-Update die ersten drei Monate Apple Music kostenlos nutzen dürfen. Allerdings wird hierzu eine Apple-ID benötigt. Apple prüft auch ob eine Zahlungsmethode hinterlegt wurde. 

Entscheidung der Musik-Bibliothek

Egal ob man sich nun für Apple Music oder für Spotify entscheidet, das große Interesse an unserem Nutzungsverhalten sollte uns allen zumindest bewußt sein. Spotify hat vor kurzem im Internet eine Weltkarte veröffentlicht, diese Karte kann man nach Städten und Ländern durchsuchen, um beispielsweise zu erfahren, was gerade z.B. in Leipzig am meisten gehört wird. Die Karte bezieht sich dabei aber nicht nur auf Deutschland, auch in anderen Ländern kann man verschiedene Städte anklicken um zu sehen was dort gerade gehört wird. Diese Masse an Daten die der Konzern bereits über seine Nutzer gesammelt hat, wirft die Frage auf ob diese Informationen überhaupt gesammelt werden dürfen. Laut AGBs darf Spotify diese Daten erheben und nutzen. Ein Musik-Streaming-Dienst kann schließlich nur aufgrund seiner Nutzer individuelle Vorschläge machen. Deshalb wurden 25 Milliarden Hörstunden ausgewertet um das Musikerlebnis noch mehr zu individualisieren. Worauf das Ganze mit Spotify Running hinauslaufen kann, mag man sich gar nicht vor Augen halten. Bisher sammelt man nur Informationen über das Musikverhalten mit dem neuen Feature könnten biometrische Daten an den Konzern weitergeleitet werden, so das Spotify nicht nur weiß was der Nutzer gern hört, sondern wie es um seine Fitness bestellt ist. Apple ist da natürlich nicht viel besser. Bisher sammelt nur Daten über das Musiknutzungsverhalten

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