Wenn eine Instanz wie Musical Fidelity ihr Sortiment preislich nach unten abrundet, spitzen sich automatisch die Ohren des Testredakteurs. Was diese beim Test des M2si Vollverstärkers so vernommen haben, lesen sie direkt hier.

Fokus auf das Wesentliche

Musical Fidelity kann mittlerweile auf eine schlichtweg beachtliche Firmenhistorie zurückblicken. Ganze 37 Jahre ist es her, dass Firmengründer und Elektroakustikgenie Anthony Michaelson der Legende nach die ersten Vorstufen mit der passenden Bezeichnung „The Preamp“ noch am heimischen Küchentisch zusammengebaut hat. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Oder besser gesagt Erfolgsgeschichte.

Und die will man bei Musical Fidelity natürlich auch nach der Übergabe der Firmenleitung an Heinz Lichtenegger im Mai letzten Jahres fortsetzten. Mit der M2s Serie, die neben dem M2si Stereovollverstärker auch noch den M2scd CD-Player umfasst, legt der Hersteller die preisliche Hürde zum Einstieg in seine Klangwelt nun ein gutes Stück niedriger. Ob hier dennoch der hohe Anspruch, den man von Musical Fidelity gewohnt ist, gehalten wird, wollen wir nun selber überprüfen.

Unverkennbares Design

Optisch lässt man hier auf jeden Fall keine Sekunde Zweifel aufkommen, von welchem Hersteller dieses Produkt stammt. Das markante Design mit seiner oben und unten angeschrägten Frontblende und dem metallenen Volumenregler findet sich so auch bei den Modellen der Encore- oder der größeren M-Serien. Unser Testmodell kommt in klassischem Silber daher, aber natürlich ist auch eine Schwarze Variante erhältlich.

In puncto Verarbeitung kann man getrost das Wort makellos verwenden. Saubere Lackierung, passgenaue Montage und sowohl die Druckknöpfe, wie auch der schon erwähnte Volumenregler, bieten bei der Bedienung einen angenehmen Widerstand und machen einen langlebigen Eindruck. Die Volumenkontrolle ist übrigens ein motorisiertes Potentiometer, das sich im Betrieb angenehm leise verhält, sodass man schon bei niedrigen Wiedergabepegeln nichts von etwaigen Motorengeräuschen mitbekommt.

Die frontseitigen Druckknöpfe dienen, wenig überraschend, der Wahl der Signalquelle und dem Ein- und Ausschalten des Gerätes. Apropos Signalquelle. Insgesamt findet man eingangsseitig gleich sechs Stereo-Cinch-Buchsen für CD, Tuner, Aux1, Aux2, Aux3 und Tape. Neben der Buchse für Aux1 befindet sich übrigens ein Schiebeschalter, mittels dessen man den Eingang auf HT umschalten kann. Das steht hier für Home Theater und in diesem Modus wird letztlich für diesen Eingang die Volumenregelung des M2si umgangen, damit der Wiedergabepegel über ein externes Gerät, wie eben einen Heimkino-Prozessor, gesteuert werden kann. Pfiffig! Sinnigerweise wird an dieser Stelle im Handbuch gewarnt, vorsichtig mit dieser Funktion umzugehen, zumal durch eine versehentlich falsch gewählte Schalterposition extrem hohe und für Mensch und Maschine schädliche Schalldruckpegel entstehen können. Deshalb auch von uns nochmal der Hinweis: Obacht!

Test Musical Fidelity M2si Vollverstärker Amp Integrated Review Rear Rückseite Anschlüsse

Mittels des Home Theater Modus des Aux1-Inputs lässt sich der M2si komfortabel im Heimkino integrieren, wobei diese Einstellung mit einiger Vorsicht zu benutzen ist, um für Ohr und Gerät schädlichen Schalldruckpegeln vorzubeugen

Ausgangsseitig finden sich neben den Lautsprecheranschlüssen noch ein Pre-Out und ein mit Tape Rec beschrifteter Ausgang. Während der Pre-Out abhängig von der Volumenkontrolle ist, schleift der Tape-Ausgang das Signal der ausgewählten Quelle direkt durch und eignet sich damit nicht nur zum Anschließen zum Beispiel des guten alten Kassettendecks oder anderer Rekorder, sondern auch für die Anbindung externer Kopfhörerverstärker.

Wie vielleicht unserer aufmerksamen Leserschaft schon aufgefallen ist, findet sich hier keinerlei digitale Konnektivität. Das kann man zwar sicherlich als Nachteil sehen, allerdings würde eine entsprechend hochwertige Digitalsektion nicht nur den Preis in die Höhe schnellen lassen, sondern somit auch das Ziel eines erschwinglicheren Einstiegsmodells dezent ad absurdum führen. Und da erstens die meisten digitalen Zuspieler ihre eigene Wandler-Sektion bieten und man immer noch via dedizierten DAC nachrüsten kann, finden wir das Ganze im gegebenen Kontext mehr als vertretbar.

Bevor wir uns vollends den inneren Werten des M2si widmen, sei noch kurz die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung erwähnt. Über diese lässt sich nämlich auch die Mute-Funktion des Verstärkers steuern. Nur, falls sich jemand über die entsprechend beschriftete blaue LED ohne die passende Taste dazu gewundert hat. Rätsel gelöst.

Test Musical Fidelity M2si Vollverstärker Amp Integrated Review

Der Musical Fidelity M2si setzt im Netzteil auf einen üppig ausgeführten Ringkerntrafo. Die großzügig dimensionierten Kühlrippen sorgen für kühle Bauteile, auch wenn es musikalisch heiß hergeht. Auch ist hier schön der diskrete Aufbau der kräftigen Endstufe zu erkennen

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Bildquellen:

  • _MG_7417: Bild: Auerbach Verlag
  • _MG_7418: Bild: Auerbach Verlag
  • _MG_7419: Bild: Auerbach Verlag
  • Musical Fidelity M2si: Bild: Auerbach Verlag