Piegas Ruf eilt dem Hersteller aus der Schweiz voraus. Sie liefern extrem gute Lautsprecher im schicken Aluminium-Look. Dabei scheinen sie in puncto Technik keine Abstriche zu machen. Die Piega Ace 30 Regallautsprecher aus der brandneuen Ace-Serie führen diese Tradition fort. Wir haben die kleinsten Lautsprecher von Piega zum Test geladen.

Schicke Kraftpakete

Das schweizerische HiFi Familienunternehmen tut alles, um das zu liefern, was sie versprechen: das bestmögliche Klangerlebnis, eben „Nicht von dieser Welt“, wie es auf der Firmenwebseite heißt. Um dies zu gewährleisten gibt Piega alles, auch wenn es unkonventionell ist. So setzt Piega auf die für den Hersteller typischen, massiven und äußerst steifen Aluminiumgehäuse. Aus einem Block gepresst, bieten diese verschiedenste Vorteile in Klang und Frequenzverhalten. Gepaart mit den diversen, von den Schweizern entwickelten Bändchen-Hochtönern (und sogar Mitteltönern) setzt Piega alles daran, den eigen Ansprüchen gerecht zu werden. Außerdem sehen die Schweizer Lautsprecher einfach schick aus. Das Design ist meist kantenlos und schlicht elegant. So auch bei den Nachfolgern der TMicro-Serie. Diese wurde nun zum Jahresbeginn mit der Ace-Serie aktualisiert und soll die Lautsprecher wieder auf den neusten Stand der Technik heben. In diesem Test schauen wir uns den 2-Wege-Regallautsprecher der Serie an: den Piega Ace 30.

Ein echter Hingucker

Auch der Ace 30 ist, wie es für Piega typisch ist, ein echtes Glanzstück. Der Lautsprecher wurde vom Schweizer Architekten und Designer Stephan Hürlemann entworfen, der schon für die Piega Premium-Serie zuständig war. Dadurch reiht sich der Regallautsprecher nicht nur nahtlos in den Piega-Katalog ein, sondern auch in die Inneneinrichtung eines modernen Haushaltes. Dies ist der Firma auch besonders wichtig. Auf der Firmenwebseite lässt sich auch ein Leitfaden finden, wie sich optimale Lautsprecheraufstellung mit Ästhetik verbinden lässt. Die Voraussetzung dafür ist gegeben. Der Piega Ace 30 Regallautsprecher ist elegant. Der 22 cm hohe und 14 cm breite Lautsprecher ist äußerlich komplett aus Aluminium gefertigt. Das Gehäuse ist aus einem massiven Stück gepresst und weist lediglich oben und unten jeweils eine durchgehende Kante auf. Die Treiber sind durch einen schlichten Frontgrill geschützt, in dem das Firmenemblem eingelassen ist. Ansonsten befinden sich auf der Rückseite eine Bassreflexöffnung und die „Piega Multi-Connectors“. Diese stellen im Grunde recht handelsübliche Lautsprecheranschlüsse dar. Der Lautsprecher ist massiv und robust gefertigt, die Verarbeitungsqualität ist grandios. Die gesamte Ace-Serie hat eine sehr gleichartige Ästhetik. Die Designelemente sind ähnlich bis gleich, wodurch ein HiFi-System aus der Serie die elegante Ausstrahlung besitzt, wie das alleinstehende Stereopaar. Denn die Ace-Serie bildet ein hochwertiges Heimkinosystem, bestehend aus dem „Ace Centre“ als Center Speaker, den „Ace 50“ als Standlautsprecher und den „Ace 30“ als Surround-Lautsprecher, Rear Speaker oder ähnliches. Schließlich sind die Piega Ace 30, wie es für Regallautsprecher üblich ist, sehr flexibel einsetzbar. Getestet haben wir die Ace 30 alleinstehend als Stereopaar mit einem Vollverstärker.

Piega Ace 30 Regallautsprecher 2-Wege Test Review Speaker Aluminium AMT-1 Hochtöner Bändchen
Der AMT-1 Hochtöner setzt die Vorliebe für Metallfolien-Membranen bei Piega fort, ein Markenzeichen der Eidgenossen, das auch bei der Ace-Serie nicht fehlen darf.

Zwei Wege zum Erfolg

Ausgestattet ist der Ace 30 mit einem „AMT-1“ Bändchen-Hochtöner und einem „MDS“ Mittel-Tieftöner. Der AMT-1 soll besonders luftig und detailliert klingen, während der MDS durch seine weit hervorstehende Sicke, unverzerrte Bässe und trotzdem eine gute Wiedergabe der tiefen Mitten hervorbringen soll. Nachdem wir die richtige Position für die Lautsprecher gefunden haben, erklang auch genau das, was wir uns von den Piega erwartet haben. Denn bei der Entwicklung der Lautsprecher wurden keine Kompromisse in Sachen Klang gemacht. Trotz der Kompaktheit der Ace 30 ist dieser breit und definiert. Die Lautsprecher spielen präzise, leicht und sehr dynamisch. Obwohl sie allein aufgrund ihrer technischen Ausstattung nicht voll in die Tiefen kommen – die untere Frequenzgrenze ist mit 50 Hz angegeben – wirkt der Bass trotzdem kraftvoll und nicht lasch oder gar energielos. Die Bässe sind satt, straff und vor allem treffsicher. Die Tiefen treiben nicht dickflüssig abseits des Rests der Musik, sie sind Teil des sehr naturalistischen Klangspiels der kleinen Regallautsprecher. Zu danken ist das dem MDS Konus-Treiber, welcher bei den Ace 30 für die Tiefen zuständig ist. Die von Piega selbstentwickelte „Maximum Displacement Suspension“- Technik soll eine möglichst lineare Tiefenwiedergabe ermöglichen. Dazu hat die Sicke einen besonders weiten Hubweg. Für die Ace-Serie wurde der MDS-Treiber überarbeitet und optimiert, um so perfekt dem Gehäuse zu entsprechen. Natürlich kann und sollte man – je nach Anspruch und Vorstellung – einen Subwoofer konsultieren, um Lücken im unteren Frequenzspektrum zu füllen. Piega empfiehlt dazu den firmeneigenen Subwoofer aus der Vorgängerserie TMicro.

Für alles über den tiefen Mitten ist bei dem Ace 30 Regallautsprecher ein AMT-1 Bändchen-Hochtöner zuständig. Bändchen gehören zu Piega, wie der Wein zum Fisch. Neben dem Alugehäuse sind sie ihr Markenzeichen. Ob Line Source, Koaxial, LDR oder AMT… Die Schweizer lieben ihre Bändchen – und sind auch sehr stolz auf diese. Was sie auch ohne schlechtes Gewissen sein drüfen, da sie diese nahezu perfektioniert haben. Egal welches Modell, die Mittel- und Hochtöner klingen einfach extrem gut. Da ist es wenig verwunderlich, dass unter dem Grill des Ace 30 ebenfalls ein Bändchen schlummert. Wie bei der gesamten Ace-Serie ist hier ein AMT-1 Hochtöner verbaut. Der „Air Motion Transformer“ ist besonders leicht und filigran, wodurch er sehr impulstreu und extrem verzerrungsfrei aufspielt. Musik und feinste Geräusche wirken sehr detailliert und hochaufgelöst. Das Klangbild ersheint luftig und messerscharf. Auch bei hoher Lautstärke sind die Ace 30 Kompaktlautsprecher weder pieksig oder gar kratzig in den Ohren. Die Höhen klingen sauber und federleicht.

Piega Ace 30 Regallautsprecher 2-Wege Test Review Speaker Aluminium Connector Anschlüsse Rear Back
Zwei Multi-Connectors für Lautsprecher- bzw. Bananenstecker und eine Bassreflexöffnung für tiefere Frequenzen. Simpel und effektiv.

Klangbild der Ace 30 Regallautsprecher

Hochwertige Bauteile gewinnen alleinstehend jedoch selten die Herzen der Hörer. Denn die Komposition, das Aufeinander-Abstimmen dieser ist mindestens genauso wichtig für Entwickler und natürlich die Freunde der Technik. Erst so entsteht ein runder Klang, eine ausgewogene und naturgetreue Reproduktion der Aufnahme. Und so ist nicht nur das Gehäuse der Ace 30 eine Klasse für sich. Das Klangbild ist es auch. Die Lautsprecher spielen sehr räumlich. Beim Test eines für Kopfhörer optimierten Hörspiels dachten wir sogar kurz, jemand spreche direkt hinter uns. Einzelne Akzente und Instrumente sind sehr feinteilig heraushörbar und zu verorten. Auch bei sehr niedriger Lautstärke bleiben Signale sehr detailliert und sauber. Bei hoher Lautstärke bleibt das Bild klar und fein ziseliert, was vor allem an den sehr guten Impuls- und Dynamikverhalten der Ace 30 liegt. Atempausen und Momente der Stille saugen den Hörer förmlich in die Musik, um einen dann mit der geballten Ladung zu überschwemmen. Sehr schön wirkte dies bei besonders dynamisch aufbrausender Musik, wie „You Ain’t the Problem“ von Michael Kiwanuka, eine warme Soulproduktion aus dem Jahr 2019. Knackiges Schlagzeug, dramatisches Piano und diffuse Hallfahnen scheinen wie für die Ace 30 Kompaktlautsprecher gemacht. Bei moderner, kompressionsreicher Musik wird jedoch klar, dass die Stärke der Piega genauso eine Schwäche bei manchen Musikgenres darstellt. Mit stark komprimiertem Gesang und Synthi-Drums kommt der kleine Regallautsprecher nicht so gut zu recht. Es fehlt der Punch. Die Stimmen entfalten sich nicht und gehen im Klangensemble etwas unter. Dies ist jedoch keine wirkliche Überraschung, da Piega mit den Ace 30 eben keine Clublautsprecher liefern will. Dynamische Musik hingegen lässt die Ace 30 scheinen und glänzen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Piega mit den Ace 30 ein beeindruckendes Stück Ingenieurskunst gelungen ist. Die Schweizer haben es mal wieder geschafft, elegantes Design mit sehr gutem Klang zu paaren. Mit dieser Kompromisslosigkeit haben sie erneut ihren Ruf verteidigt und gleichzeitig die Messlatte in dieser Preisklasse ein Stückchen höher gesetzt. Text: Simon Mendel, Stefan Goedecke

Piega Ace 30 – Preis und Verfügbarkeit

Die Piega Ace 30 2-Wege Lautsprecher gibt es in der Ausführung „Alu“ für 980 Euro (Paarpreis) im Fachhandel zu kaufen. Die Ace 30 in der Farbausführung „Weiß“ oder „Schwarz“ kostet 1.040 Euro das Paar.

Mehr Infos unter: www.piega.ch oder telefonisch via +49 (0)4524 2009545

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 4/2021.

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Test: Piega Ace 30 Regallautsprecher (2-Wege) - Schicke Kraftpakete
Eleganter Look und eleganter Klang! Die Piega Ace 30 sind nicht nur schön anzusehen, sondern klingen zudem noch wunderschön. Für sinnliche und dramatische Musik perfekt geeignet, liefert Piega mit den kompakten Ace 30 einen Regallautsprecher für den stilbewussten HiFi-Fan.
Wiedergabequalität91%
Ausstattung/ Verarbeitung100%
Benutzerfreundlichkeit70%
Preis/ Leistung90%
Vorteile
  • modernes Design ist ein echter Hingucker
  • super sauberer Klang
Nachteile
  • Keine
90%Gesamtergebnis
Leserwertung: (4 Votes)
92%

Bildquellen:

  • AUDIO TEST Magazin Ausgabe 0421 2021 Mai: Auerbach Verlag
  • Piega Ace 30 Lautsprecher Test: Piega