Alle Achtung! Scheinbar könnte man mit dem Sigma 2200i von Classe sogar eine Diskothek beschallen, so viel Druck birgt der rein digital arbeitende Stereoverstärker. Nach dem düsteren Wave-Pop-Stück der britischen Synthpop-Helden nun etwas belustigenderes: „Intoxication“, einer der Four Rags von John Novacek mit Violinistin Leila Josefowicz. Eine schöne Aufgabe für den Diamant-Kalotten-Hochtöner. Vergnügt quietscht Josefowicz‘ Violine durch den schnellen Ragtime. Immer wieder bis an die Grenzen ihres Tonumfangs getrieben, wird sie vom 803 stets detailliert abgebildet und behält auch am obersten Ende des Frequenzspektrums ihr volles Maß an Wärme und dem Stück entsprechender Verruchtheit. Auch wenn sich das Piano hin und wieder ins selbe Abteil des Spektrums schummelt, kommen sich die beiden nicht in die Quere, der Raum ist klar geteilt und die Klangfarben werden sehr originalgetreu wiedergegeben, sodass sich die beiden nicht gegenseitig auf die Saiten steigen.

Test Classé Sigma 2200i Amp Stereovollverstärker Verstärker Review Anschlüsse Rear Back

Alles was man braucht: Der Classe Sigma 2200i ist mit reichlich Anschlüssen ausgestattet

In leisen Momenten, in Stücken wie etwa „Kyrie Eleison“ des libanesisch-französischen Musikers Bachar Mar-Khalifé, bleibt Stille auch wirklich still, einem Signal-Rausch-Verhältnis von 97 dB sei Dank. So hört man Mar-Khalifé die Lippen aufeinander legen und wieder öffnen, so real, als stünde er selbst im Hörraum, nur eben um ein gutes Stück verstärkt. Jede Bewegung seiner Mundmuskulatur artikuliert das sehr vokallastige Stück mit einem fast schon bedrückenden Maß an Authentizität. Als das Lied verstummt, lässt sich aus der Richtung des Verstärkers ein leises, aber klar vernehmliches Rauschen orten. Eine genauere Untersuchung zeigt, dass sich die Lüftung offensichtlich am Ensemble beteiligen möchte. Rekordverdächtig schnell, wie wir finden. Nichtsdestoweniger verrichtet der Sigma einen beeindruckenden Job, den 803 mit solch einer Leichtigkeit anzutreiben, dabei Stabilität und Impulsfreude zu wahren und obendrein noch einiges mehr an Pferdestärken in petto zu haben. Der 803 selbst erfüllt mit Bravur die an ihn gestellten Erwartungen. Er zählt, wie sein kleiner Bruder 805 und wohl die ganze Diamond-Serie von B&W, zweifelsohne zu den besten Lautsprechern, die der Markt zu bieten hat. Bravo!

Weitere Informationen unter: www.bowerswilkins.com

Anmerkung: Dieser Testbericht erschien erstmalig in der Printausgabe von AUDIO TEST Ausgabe 3/2017.

Test: B&W 803 D3 Standlautsprecher & Classé 2200i Stereovollverstärker
Der 803 D3 der Diamond-Serie von Bowers & Wilkins ist ein von vorne bis hinten stimmiges Produkt. Seine technische Aufmachung ist ohne Zweifel einwandfrei und voller Cleverness. Das spiegelt sich auch in seinen spielerischen Qualitäten wieder: Neutralität, Brillanz, Tiefgang, Räumlichkeit und Dynamik – der 803 D3 kann wohl in all diesen Kategorien mit Bestnoten rechnen.
Wiedergabequalität98%
Ausstattung/Verarbeitung100%
Benutzerfreundlichkeit80%
Preis-/Leistungsverhältnis100%
Vorteile
  • brillante Wiedergabe
  • klangliche Neutralität
96%Gesamtergebnis
Leserwertung: (37 Votes)
40%

Bildquellen:

  • B&W 803 Kalotte: Bild: Auerbach Verlag
  • B&W Tief-Mitteltöner: Bild: Auerbach Verlag
  • Classé Detail: Bild: Auerbach Verlag
  • Classé Back: Bild: Auerbach Verlag
  • B&W 803 D3 und Classé Sigma 2200i: Auerbach Verlag